jap hütis. das ist immer ein bissi speziell und ein richtiges "hüten" von einem kontrollverhalten oder gar von verlassensängsten zu unterscheiden ist oft nicht ganz einfach.
ich hab hier ja auch einen hüti - der in dem alter ganz ähnliche verhaltensweisen zeigte. allerdings eher weniger zuhause - mehr draussen. da wars allerdings tatsächlich der versuch, zu hüten. (eben mit dem versuch, seine menschen, so sie sich in eine "unerwünschte" richtung entfernten, per heel oder per umkreisen wieder zurückzubringen ect.)
meine persönliche theorie (und das ist wirklich nur eine theorie, die einfach aus beobachten von hütis und erfahrungen von anderen hüti-haltern resultiert - also nicht wissenschaftlich abgesegnet!) ist, dass bei vielen hütis der übergang von kontrollverhalten zum hüten sehr sehr fliessend ist.
da ist es sehr wichtig, als mensch zu wissen, was man will - und das dann auch sehr konsequent durchzuziehen.
ich hab für mich selber damals erstmal definiert, was ich genau will, was ich überhaupt nicht will und dann angefangen, genau an den stellen grenzen zu ziehen.
was ich wollte, war, dass mein hüti im freilauf auf keinen fall seine "anhänglichkeit" verliert - sprich: sam bleibt immer in der nähe, er "verliert" uns nie und passt selber auf, dass er uns "nicht verloren geht". das ist eine angenehme sache, denn dadurch hab ich einen hund, der viel freilauf geniessen kann - ohne dass ich viel dran arbeiten musste dass der radius zu gross wird.
da hab ich also das "hüten" bzw. kontrollieren für mich ausgenutzt.
damit das ganze aber nicht zu einem hund führt, der "an mir klebt" hab ich einfach angefangen, ihm aufgaben zu stellen, die auch mal "selbstständigkeit" erforderten. bei uns war es die nasenarbeit/sucharbeit - die ihm da auf die sprünge geholfen haben, auch mal eher von uns weg eine aufgabe zu lösen. dazu auch mal ein ablegen und sich entfernen oder das "wegschicken" und ähnliche spielereien.
im haus ist das verhalten nun überhaupt nicht erwünscht - ich möcht allein aufs WC gehen - ohne hund, der meint, er müsste da unbedingt mit. ich möchte auch gern mal ohne hund aus dem haus - ohne dass hund stundenlang an der haustür steht und auf meine rückkehr wartet.
im prinzip wars da die mischung aus konsequentem verhalten und einem in kleinen schritten aufgebauten alleinbleibetraining. z.b. wenns klingelt, gehen wir menschen an die tür - die hunde bleiben auf ihrem platz - oder wenn ich staubsauge gehen die hunde aus dem raum in dem ich mich grade befinde, oder auch dieses oder jenes zimmer ist "tabu". auch kleine rituale wie: nach dem gassi ist erstmal ruhe angesagt haben geholfen. ich kann da ziemlich hartnäckig sein - mich kann mein hüti mit spielis eindecken, er kann neben mir purzelbäume schlagen - wenn ich grade etwas anderes mache - dann kommt er nicht zum erfolg. das hat er ziemlich schnell begriffen. (jetzt z.b. frauchen tippt was in den laptop - also no chance für beachtung).
ich sag oft, man sollte damit beginnen, allein aufs WC zu gehen. denn das ist ja meistens eine angelegenheit, die man ganz selbstverständlich jeden tag mehrmals macht
und über die man sich wenig gedanken macht und die wohl in den meisten fällen
nicht lange dauert. genauso bei duschen. oder beim in den keller gehen. oder wäsche aufhängen. wichtig dabei ist nur, dass es etwas ganz normales, stets wiederkehrendes ist - das man eben einfach tut. um danach wieder das zu tun, was man vorhehr auch gemacht hat.
das was ich vorher gemacht hab war langweilig (was tippen) - das was ich mache wenn ich rausgehe ist langweilig (aufs WC oder was zu trinken holen) und das was ich danach mache, ist genauso langweilig (wieder weitertippen).
eine andere methode wäre, dem hund beizubringen, auf seinem/einem platz zu bleiben. funktioniert auch. ich persönlich machs eher nicht, weil ich ja 3-4 tage vormittags nicht da bin und da sollen sich die hunde frei in der wohnung bewegen dürfen, da wäre ein "platz und bleib" wohl eher nix. aber ich kann mir vorstellen, dass es in manchen fällen hilft.