hi felix,
eine rasse vorzuschlagen ist immer sehr schwierig. denn der ausdruck "rasse" beschreibt ja nur einen "standart" - der einzelne hund kann dann durchaus dem standart entsprechen - sprich: grösse, fell, farbe und auch bis zu einem gewissen grad das wesen (wachsam, jagdtrieb, hibbelig, arbeitseifer, ruhig, sportlich, dickschädelig, leicht zu führen, menschenorientiert usw). aber was dann im endefekt draus wird, wie sich im endefekt das zusammenleben gestaltet, liegt immer am menschen.
manchmal sieht man eine rasse und sagt: das isses. dann sollte man sich gründlich informieren, ob der "standart" zum eigenen alltag passen könnte. mit einem mops werd ichs schwer haben, grössere bergtouren zu machen, ein bernhardiner wird nicht unbedingt meine vorliebe fürs aggi teilen, ein herdenschutzhund ist vielleicht nicht ganz so geeignet, täglich mit in meinen laden zu kommen und die kunden freundlich zu begrüssen, ein border schätzt einen den geruhsamen und gemütlichen alltag nicht so sehr, ....ect.ect.ect. (natürlich gibts immer ausnahmen - aber das sind dann eben ausnahmen...).
ich find die idee, dass du dich im tierschutz vielleicht nach einem mix umguckst, gar nicht schlecht. meist gibts die möglichkeit, mit dem kanditaten auch mehrmals raus zu gehen - und da sieht man dann sehr gut, ob man "harmoniert" .
sehr wichtig ist auch immer, ob du bereit bist, kompromisse einzugehen. denn ein eher quirliger, arbeitswilliger, sportlicher hund fordert das von dir u.u. auch ein. das heisst, dass du dir sehr gut überlegen solltest, ob du selber auch die nächsten jahre genau das willst und auch leisten kannst. denn da gibts dann den begriff "keine lust" nicht mehr. das wird oft unterschätzt und führt dann unweigerlich zu problemen.
der tägliche zeitliche aufwand ist oft grösser, als man es sich vorstellen kann. denn ein hund ist ja nicht nur das vergnügte und lustige gassi gehen, die gemeinsamen unternehmungen - ein hund ist auch: dreck und haare in der wohnung, u.u. kaputte sachen, zeit und nerven, oft unvorhergesehener finanzieller aufwand, der berühmte "plan B" der genau dann wenn man ihn braucht nicht klappt, ab und an auch mal probleme mit den mitmenschen, frust, der entsteht, weil etwas nicht so funktioniert wie es sollte - und vorallem verantwortung über jahre hinweg.
es ist gut zu wissen, was man will und was man nicht will. aber es ist nur die halbe miete. man sollte sich selber auch ehrlicherweise die frage stellen, was ist, wenns dann doch ganz anders ist, als man wollte?
ich möchte dich in deinem enthusiasmus nicht bremsen - ich möcht dich nur zum nachdenken anregen. denn das ist etwas, was man am gründlichsten vor anschaffung eines vierbeiners machen sollte: ehrlich nachdenken.