tja.
ich selber war als kleinkind oft beim hühnerschlachten dabei - lies sich nicht vermeiden, bei den onkels aufm hof. auch beim schlachten des "hausschweins". kühe melken, eier absammeln, die gänsefedern und daunen sammeln....da wuchs man so mit rein. trotzdem hatte ich immer mitleid mit den tieren und hab einmal dem onkel sämtliche messer (inkl. der normalen tafelmesser) versteckt, weil ich nicht wollte, dass er die hasen schlachtet - da war ich wohl so 10,11 jahre alt - grade in dem alter fing bei mir eine phase des nachdenkens an.
meine kinder gehen mit meinem ex-mann oft zum fischen. beide haben einen fischereischein. da gehört dann auch das töten und ausnehmen der gefangenen fische mit dazu. genauso wie sie wissen, dass opa hühner schlachtet - und ja, auch da helfen sie mit. und ja - auch sie verabschieden sich bzw. bedanken sich bis heute z.b. bei der forelle, die sie fangen - und ja, sie essen sie. da gibts kein "sportangeln" um der sportlichen ehre wegen - da wird gefischt, und wenn jeder seinen fisch hat, den er dann auch essen will - dann ist auch schon schluss. (wer keinen essen will - der fischt nicht mit.)
ich weiss also, dass kinder nicht zwingend einen seelischen schaden davon tragen, nur weil sie sehen, woher denn das brathendl oder das schnitzel kommt.
aber - ich und meine kinder sind da wirklich "mit reingewachsen", langsam und im laufe der zeit - und vorallem mit einer gewissen achtung vor der kreatur. kinder, die in der hinsicht noch wenig bis gar keine aufklärung bekommen haben, für die mag es schon ein schock sein, kann ich mir vorstellen.
und ja: auch ich hätte mich mindestens gewundert, wenn eine solche schulveranstaltung nicht vorab den eltern bekannt gemacht würde. es soll auch kinder geben, die definitiv kein blut sehen können (genauso wies erwachsene gibt, die schlicht umkippen). das eine kind ist vielleicht noch unreifer, das nächste ist schon weiter - da fehlt mir ein bisschen das finderspitzengefühl bei.
ob sowas unbedingt sein muss? auf die art war das für meinen geschmack für "unbedafte" kinder wohl einen zacken zu arg...
ein beispiel: früher war es brauch, einen toten zu hause aufzubahren und "rauszubeten". kinder waren da wie selbstverständlich mit dabei.
als meine grossmutter, die urgrossmutter meiner kinder vor 2 jahren starb, wurden wir gefragt, ob wir sie nochmal sehen wollen. ich hab meine kinder entscheiden lassen, ob sie mit wollen oder nicht. meine tochter wollte - und hat sich ganz lieb von uris sterblicher hülle verabschiedet - mein sohn konnte nicht. das war ok so. deswegen ist er weder ein weichei, noch "unaufgeklärt" noch "rosarot" erzogen - aber er war eben in dem moment nicht soweit, da mitzugehen. meine kinder sind nur 1 jahr auseinander - aber in manchen dingen viel unterschiedlicher in der entwicklung , als man denken könnte.