naja - tanja, ich sehs eigentlich genauso.
wenn alle hunde einigermaßen sauber kommunizieren, dass ist es tatsächlich so, dass es meistens keine probleme gibt.
auch dann nicht, wenns einer nicht gelernt hat, aber ein halter dabei ist, der ein bissi mit sinn und verstand hunde lesen kann.
das stimmt schon.
nur - und da beisst sich die katze in den schwanz: es scheint eben in manchen ecken so zu sein, dass weder der halter genug hirn hat - noch der hund den hundeknigge lernen durfte - und dann kann ich mir schon vorstellen, dass es kracht.
ich hatte genau einmal eine begegnung mit a. unfähigem halter und b. einem hund, der - wie sich dann viel später rausgestellt hatte - tatsächlich (aufgrund einer krankheit) eine gefahr für andere hunde war.
allerdings ist mir das hier in fast 20 jahren nur ein einziges mal passiert - und mit ein bissi glück hat mein hund davon auch ausser ein paar kratzern und nem schreck nix ernsthaftes davon getragen.
was das "sozialkontakte haben müssen" betrifft: das dürfen sich meinen jungs aussuchen. (natürlich nur dann, wenn der andere hh signalisiert, dass es ok ist - logisch). sam ist da ganz easy mittlerweile - der muss nicht jedem vierbeiner am popo hängen - der sagt mehr im vorbeigehen "servus" und das wars dann schon. er hat ein paar "kollegen" die er schon länger kennt, da wird dann mal ein rennspiel veranstaltet, oder man geht gemeinsam ne runde schnüffeln - ansonsten isser da sehr entspannt. wird er angeprollt, zuckt er förmlich mit der schulter und geht schlicht weiter.
joey ist da noch ein wenig verspielter - der fordert auch schon mal von sich aus auf - aber er akzeptiert auch eine "absage". anprollen steckt er noch nicht so gut weg wie sam - aber da bin ich ja auch noch da - da wird er dann abgerufen bzw. gar nicht erst hingelassen und gut is.
ich freu mich in der regel, wenn wir anderen nasen begegnen - wenn dann kein kontakt erwünscht ist, dann ist auch gut - muss ja nicht. dann wird eben weitergegangen - ohne grosses tamtam, ohne diskussion - letzteres von meiner seite aus und auch von seiten den jungs aus.
da wir hier aber meistens auf die gleichen treffen, ists wohl eh leichter, weil man sich ja kennt.
ich glaub, diese "waage" im gleichgewicht zu halten zwischen "kontakte ermöglichen" und trotzdem die aus irgendwelchen gründen "nicht erwünschten kontakte" zu verhindern, ist für manche hhs recht schwierig.
die beiden extreme "der muss doch mal hallo sagen" und "mein hund braucht nie kontakte zu anderen" sind für sich genommen beide falsch. das erste extrem produziert dann oft hunde, die völlig distanzlos und nicht abrufbar zu allem hinstürzen und alles "überrollen" und nerven, und das zweite oft hunde, die überhaupt nicht mehr wissen, wie man kommuniziert. beides ist nicht das, was ich erreichen will.
am allerschlimmsten ist dann, wenn "erstens" auf "zweitens" trifft....da kriegen sich dann nicht nur die hunde in die wolle, sondern meistens auch die hhs.
ich lass meine jungs ganz viel selber regeln - aber greife ein, wenn ich es für nötig halte.
bei einer läufigen dame z.b. da wird hier gar nix selber geregelt - logischerweise.
auch gemobbt wird hier nicht. allerdings trifft man da auch immer wieder die extreme: "die regeln das selber " bzw. die "mein hund hat nix zu regeln, das mach alles ich"-fraktion. auch da ist wieder die mitte wichtig - sonst: s.o.
wie gesagt: meine jungs haben gelernt, dass man nicht auf teufel komm raus unbedingt andere hunde nerven muss - sie akzeptieren auch ein "ich mag nicht". aber damit sie das lernen konnten, waren eben auch mal erfahrungen notwendig. von der "erfahrenen, souveränen ältern hündin" die einem aufdringlichen jungrocker ne klare ansage erteilt bis hin zum verspielten, rotzfrechen junghund, der seinerseits wie man in bayern sagt "um eine watsche gebettelt" hat - und alles mögliche dazwischen.