ok,
also:
bei einem herdi das...ich nenn es mal "misstrauen" gegenüber fremden (=besuchern) händeln zu können, braucht es geduld, konsequenz, innere ruhe und nochmal konsequenz.
ich schreib bewusst "händeln" denn den wach/schutzinstinkt kann man nie ganz unterdrücken oder völlig deckeln.
zunächst trifft auf so gut wie alle herdis eines zu - was weiter oben ja schon beschrieben wurde: sie sind spätentwickler. so richtig erwachsen und voll "ausgereift" sind sie erst mit ca. 4 bis 5 jahre. dann schlägt der herdi erst so richtig "durch".
mein herdi-jung-rocker joey - er kam im alter von 16 wochen zu uns - hab ich von anfang an versucht, an bestimmte regeln und rituale zu gewöhnen, die immer und stets eingehalten werden/wurden - ohne ausnahme.
kommt besuch, darf er melden. er darf auch mit und den besuch in augenschein nehmen - zurückhaltend und höflich - besuch wird, wenn wir ihn einlassen, nicht gefressen oder an die wand gestellt.
wird letzteres nicht akzeptiert vom herdi-jung-rocker, dann wird er ohne viel tamtam auf seinen platz geschickt - bei uns ist das im wohnzimmer - und da bleibt er, bis er sich beruhigt hat und sich an seine guten manieren erinnert. er darf von da aus ruhig gucken, meintewegen auch maulen - aber solange er "sein gefieder sträubt" bleibt er da.
in der regel akzeptiert er besucher spätestens dann, wenn sie sich irgendwohin setzen - dann darf er hin und eine nase voll nehmen. steht der besuch auf und bewegt sich im haus, dann bleibt er bei uns oder eben wieder auf seinem platz - "big brother is watching you" spielen wir nicht.
eingeübt wurde das mit willigen, hundeerfahrenen "figuranten" - und bis heute dürfen ihm besucher, denen er sich ruhig nähert, gern ein leckerli anbieten - ansonsten wird er von den besuchern schlicht ignoriert.
wichtig ist dabei - wie eigentlich bei allen hunden - wirklich nur die absolute konsequenz: wenn er 10 mal aufsteht, wird er 11 mal zurück auf seinen platz geschickt. wenn er sich 10 x vors gartentor stellt und sagt "du kummst da nit rein" dann wird er 11 x drauf hingewiesen, dass WIR das entscheiden....usw.
die meisten herdis bleiben selber recht ruhig, solange "mensch" auch ruhig bleibt - und akzeptieren ein "ich regel das" nach ein paamal nachfragen recht gut - wenn es denn immer und stets gilt.
mach ein ritual draus - dann lernt der herdi am schnellsten, was erwünscht ist, weil er weiss, was kommt. grad für herdis ist das wichtig, sie schätzen "überraschungen" eher weniger.
meistens fällt ihnen das "besucher nicht fressen" leichter, wenn sie aus einer gewissen entfernung raus die sache beobachten können und so sich selbst von der "ungefährlichkeit" überzeugen können.
als herdi-halter bist immer du gefragt, durch deine souveräne, ruhige art deinem herdi klar zu machen, dass er nicht eingreifen muss, dass du alles im griff hast.
da brauchts ein bisschen geduld und zeit - und ja, das managen muss schon sein - denn wie schon gesagt: völlig vom "schützen" abbringen lassen sich die wenigsten herdis - aber in gewisse bahnen zuverlässig lenken kann man sie schon.