Beiträge von picominchen

    Meine Große ist aus Rumänien und kommt aus Oradea (SOS Dogs),
    sie wurde uns allerdings hier in Deutschland
    vom Tierschutzverein Schessinghausen vermittelt,
    die mitunter Tiere von dort aufnehmen, wenn Kapazitäten frei sind.

    Sie war schon einen knappen Monat hier in Deutschland und wir konnten sie kennenlernen.
    Ich würde nie einen Hund nehmen, den ich vorher nicht persönlich kennenlernen kann.

    Teddy hat auch auf der Straße gelebt und hatte, als sie zu uns kam Angst vor fast Allem. Zu uns hat sie aber schon beim ersten Besuch vorsichtiges Zutrauen gefasst. Sie ist sehr menschenbezogen und leicht händelbar.
    Nur ihre Angst vor alltäglichen Dingen hat uns viel Geduld gekostet.

    Das fing schon mit Treppenlaufen an, die ersten Male musste ich sie hoch und runter tragen.
    Ins Wohnzimmer wollte sie nicht, wenn der Fernseher lief.

    Standen vor unserem Haus andere Menschen, mussten wir solange auf der anderen Straßenseite warten,
    bis diese weg waren.

    Kam ein Auto, Fahrrad, Menschen von hinten oder vorn, musste sie weit zur Seite ausweichen und blieb stehen, bis die "Gefahr" vorüber war. Das haben wir bei lauten, großen oder schnellen Autos manchmal noch heute, nur reicht ihr jetzt ein kurzes Stehenbleiben.

    Andere Menschen waren ganz fürchterlich gruselig, wir mussten immer weit ausweichen.
    Sie brauchte Monate, bis sie mit mir normal und ruhig am Fremden vorbeigehen konnte.

    Jede neue Wegstrecke musste sie neu kennenlernen und war immer zur Flucht bereit oder sie schmiss sich hin und ging keinen Schritt mehr weiter. Besonders schön, wenn sie das mitten auf der Fahrbahn gemacht hat. :hust:
    Nicht vor nicht zurück, da musste ich dann das Moppelchen über die Straße tragen. Und ich schwöre, sie wog mindestens eine Tonne und war unhandlich wie ein Elefant. :D

    Sie hat alles gefressen, was ihr auf dem Weg fressbar erschien.
    Das Katzenklo wurde als Snackbar dankend angenommen.

    Jagdtrieb hat sie auch. Aber der ist gut händel- und umlenkbar.

    Sie war von Anfang an stubenrein, nicht eine Pfütze oder Stinker ging ins Haus.

    Teddy ist unglaublich schmusig und will immer dabei sein,
    aber sie bleibt auch ohne Probleme mal allein zu Hause,
    auch ohne Mali, unsere andere Hündin.

    Mali hat ihr sehr viel geholfen.
    Sie ist ein sehr souveräner Hund, der selbstbewusst und fröhlich durchs Leben geht.
    An ihr konnte sich Teddy orientieren. Das gab ihr viel Sicherheit. Mali hat ihr auf hündisch gezeigt, wie unsere Welt funktioniert und dass sie gar nicht so gruselig ist.

    Für einen solch' traumatisierten Hund braucht eine große Portion gesundes Bauchgefühl, unheimlich viel Geduld, Konsequenz, Ruhe, Souveränität, Management, viel Zeit, Ausdauer, positives Denken und was auch ganz wichtig ist kein Mitleid.

    Wir haben es geschafft.

    Aus ihr ist ein ganz, ganz toller Hund geworden, der Spaß am Leben hat, immer fröhlich ist
    und nicht mehr in seiner Furcht gefangen ist.

    Sie vertraut mir sehr und in beängstigenden Situationen kommt sie immer zu mir
    und sucht nicht ihr Heil in der Flucht.

    Sie kann schon lange ohne Leine laufen und die fürchterliche Angst vor alltäglichen Dingen hat sich verwandelt in eine vorsichtige Zurückhaltung. Sie wird nie so richtig forsch und mutig sein und vorangehen, aber das muss ja auch nicht sein. Dafür hat sie ja mich. :D

    Es gibt bei uns Trödelrunden, Spiel- und Spaßrunden,
    kleine Trainingseinheiten und schnelle Pipikackarunden.

    Hab auch so ne Trödeltante.
    Wenn ich Zeit und Lust habe, lasse ich sie machen, sie guckt hier, sie schnuppert da,
    aber ich lasse mir nicht generell von meinem Hund das Tempo vorgeben.

    Wenn's mir zu trödelig wird, rufe ich sie ran und lasse sie vor mir laufen,
    nehme sie bequemerweise auch mal an die Leine
    oder ich gestalte den Gassigang so, dass ich interessanter bin,
    als alles andere.

    Wie wohnen ja auch recht ländlich, aber weit genug entfernt von irgendwelchen Höfen
    und wie gesagt bei uns im Garten gibt's auch keine Mäuse.

    Und die Mäuse, die sich auf den Feldern und Wiesen ringsum hier tummeln, sollen das
    auch weiterhin tun, ohne das mein rumänisches Straßenköterchen sie vertilgt.

    Leben und leben lassen.

    Allerdings hab ich auch schon ein zwei Mal ne Ratte im Gulli verschwinden sehen.
    Teddy setzte ihr auch nach.
    Und wenn ich mir vorstelle, sie würde die packen.....*gruselschüttel*
    Ne, das muss ich nicht haben.

    Wir haben keinen Hof und auch keinen Garten,
    auf oder in dem sich die Mäuse oder Ratten tummeln,
    ergo haben meine Hunde auch keinen Grund Mäuse zu jagen und/oder zu fressen.

    Sie würden es wohl aber auf Feld und Wiese tun, wenn sie dürften.
    Aber da komm ich Spaßbremse leider ins Spiel und unterbinde das.

    Aber auch Teddy hat schon eine erwischt, direkt vor meiner Nase, ich konnte es leider nicht verhindern und musste mir wohl oder übel den Anblick des noch zuckenden Mäuseschwänzchen, der aus ihrem Maul hing, ertragen, sowie einige Sekunden das letzte Quieken der kleinen Maus. Die nämlich nicht sofort tot war. :verzweifelt:

    Ich fand das Ganze einfach nur grausig und mir tat das Mäuschen echt leid.