@Theobroma: schwarz - weiß, weil es deinen eigenen Hund rein zufällig auch treffen könnte?
Weil dein Hund rein zufällig auch Auflagen bekommen könnte?
Nö, weil hier andere Regeln gelten als in D. Hier ist ein erlegter Hase kein Thema und auch ne erlegte Katze nicht, aber wehe der Hund zeigt sich auch nur minimal aggressiv zu Menschen - auch im eigenen Haus - das ist nahe am Todesurteil.
Ich mache mir da weniger Sorgen um Auflagen, aber ich bin Realist. KEIN Mensch kann ein Tier 100%ig sichern. Selbst Felix mit seinen 7,5kg hat mir schon die Leine aus der Hand gerissen, weil er das Eichhörnchen vor mir gesehen hat und einen Blitzstart hingelegt. Wäre das ne Katze gewesen, wer weiß...
Er geht in Wohngebieten immer an der Leine, aber vor allem um ihn zu schützen. Ich tue alles, was möglich ist, um seine Jagdambitionen unter Kontrolle zu bringen und zu halten. Ich will nicht, dass er ein Tier tötet, übrigens nicht mal eine Maus. Aber da wird immer ein Quentchen Glück bei sein und ein Restrisiko bleiben. Wer das bei der Haltung eines RAUBTIERES nicht sehen will, sollte keines haben.
Was mich so schockiert hier ist die Doppelmoral. Eine erlegte Katze im Garten ist rechtens (aus rechtlicher Sicht), aber auf der Straße vor dem Haus macht sie aus dem Hund einen "gefährlichen" Hund? Das passt doch nicht zusammen.
Oder auch ein nettes Beispiel und von mir selbst erlebt: Nachbars Zwergkaninchen ist ausgebüxt und auf unserem Grundstück unterwegs. Es läuft zur Straße. Ich war schneller als mein Kater, aber es war verdammt knapp. Er hätte das Karnickel gekillt, keine Frage. Hätte er das getan, wäre alles okay, gewesen, hätte es mein Hund erwischt, dann nicht? Warum? Was macht das für einen Unterschied für das Karnickel?
Und genau da setzt der Ermessensspielraum ein. Ein Hund, der einmalig in einer echt blöd gelaufenen Situation ein Tier erwischt und tötet (traumatisch genug für alle Beteiligten, auch den HH!), ist nicht automatisch gefährlich. Sollte er nicht sein. Ihr lest das Gesetz zu schwarz-weiß. Am Ende ist es immer eine Einzelfallentscheidung und die kann man sehr wohl beeinflussen und so den Hund vor lebenslangem Leinenknast retten.
Oder auch aus dem eigenen Erfahrungsschatz: ein junger Fuchs hat sich auf unser Grundstück verirrt. Meine Hunde töten ihn. Ich rufe den Amtstierarzt an, er holt das Tier ab. Folgen - keine. Warum auch? Übrigens wäre auch nichts passiert, wenn das außerhalb des Hofes passiert wäre. Aber offensichtlich ist sowohl aus rechtlicher als auch für die meisten hier aus moralischer Sicht ein Schmusetier aus privater Haltung mehr wert als ein Wildtier. Für mich nicht. Und für den Hund ist eine Katze auch nur ein Tier wie alle anderen da draußen, vom Eichhörnchen über den Hasen bis hin zum Fuchs. Alles potentielle Beute - ein Verhalten, dass ihm der Mensch angezüchtet hat. Daher finde ich es einfach unfair aus menschlicher Sicht hier einen Unterschied zu machen. Ich verhindere in Eigenverantwortung jedweden Übergriff auf ein lebendes Wesen, wo die Gefahr eines Erfolgs besteht oder Tiere unnötig gestresst werden. Und wenn mir das einmal nicht gelingt, fände ich Konsequenzen wie MK und kurze Leine völlig daneben.