Es wurde bisher auch nichts über die Abgabegründe gesagt. Warum wird der Hund abgegeben? Wo kam er her? Was wurde mit ihm gemacht? Wie sah der Tagesablauf bisher aus? Gab es Krankheiten? Wie sieht es mit dem Futter aus?
Wie sind die Haltungsbedingungen?
Wir haben auch einen Gebrauchthund aus privaten Händen, wussten nur rudimentär über Leikas Vorleben Bescheid. Nachdem sie mal bei uns war, hätten wir sie um keinen Preis wieder zurückgegeben, haben uns aber schon viele Probleme mit eingehandelt. Leika kannte fast nichts - noch nicht einmal Spaziergänge! Wir haben an die Vorbesitzer nichts bezahlt ausser einem Betrag für Futter, das wir dann aber komplett ans Tierheim gegeben haben, nachdem ich mich hier über Futter etwas informiert hatte. Auch das Zubehör wie Decke usw. haben wir nach einiger Zeit entsorgt.
Geschirr und Leine mussten wir sowieso neu kaufen.
Heute wüsste ich, was ich alles fragen muss - damals sind wir da sehr blauäugig rangegangen.
Ich kann jedem nur empfehlen, den Vorbesitzern Löcher in den Bauch zu fragen. Und bitte - geh nicht alleine dorthin. Nimm jemanden mit, auch wenn es kein Hundespezialist ist, der ggf. Gesprächsinhalte bezeugen kann.
Lass Dir den Heimtierausweis zeigen. Vereinbare ggf. einen Tierarztcheck. Lass Dir bestätigen, dass der Hund gesund ist. Solltest du wirklich Geld ausgeben, lass es dir quittieren!
Frag eventuell die Nachbarn der Nochbesitzerin, wie das Bellverhalten des Hundes ist. Es bringt weder Dir noch dem Hund etwas, wenn Du Ärger mit deinen Nachbarn und deinem Vermieter bekommst. So einfach ist es nicht, mit Hund eine neue Bleibe zu finden!
Die Frage nach dem "Warum dieser Rassemix" ist nicht unberechtigt. Sowohl Labradore als auch Terrier sind Jagdhunde. Und noch weisst Du nicht, welche Eigenschaften hier durchschlagen.....
Wie sieht es eigentlich mit Deiner Tagesplanung aus, wenn ein Hund bei Dir eingezogen ist? Hast Du Freiraum genug, um dem Hund die Zuwendung zu geben, die er braucht? Frag dich das wirklich ehrlich - und mit Zukunftsausrichtung auf die nächsten 10 Jahre, denn so lange bindest du dich mindestens an so ein Tier.
Momentan mag es toll für dich sein, mindestens dreimal täglich bei jedem Wetter mit dem Tier rauszugehen, Dreck im Hausflur und in der Wohnung zu haben usw. Aber wie sieht es aus, wenn eine tolle berufliche Chance auftaucht, die mit mehr Zeitaufwand und eventuell sogar mit Reisen verbunden ist? Oder wenn Du deinen Traummann kennenlernst, der aber eine heftige Abneigung oder sogar Allergie gegen Hunde hat?
Denk dabei vor allem an den Hund, der eben keine Sache ist, die man dann einfach weitergeben kann.....
Gruss
Gudrun