Lass Dich nicht entmutigen.... es dauert manchmal lange, und man hat das Gefühl, es geht gar nicht voran.
Und dann trifft man irgend jemanden, den man lange nicht mehr gesehen hat, und der sagt "Wow, hat der Hund sich aber verändert, der ist ja viel ruhiger als vor einem halben (oder einem) Jahr".
So ging es uns - wir haben Leika im Alter von 4 Jahren aus privater Hand übernommen. Blauäugig, ohne zu wissen, was wir uns da einhandeln. Sie ging alles an, was sich bewegt - kannte gar nichts - war kaum haltbar für uns. In den ersten Monaten war ich oft nahe dran, sie zurück zu bringen. Nur der Gedanke daran, dass sie dann wieder den ganzen Tag im Zwinger verbringen muss, hat mich davon abgehalten.
Zuhause war alles ok - nur draussen stand sie völlig unter Strom. Und wir haben natürlich auch alle Fehler gemacht, die wir machen konnten. Wir glaubten, sie mit Stöckchen- und Ballspielen müde machen zu können, machten sehr lange Touren mit ihr - aber das war genau das Verkehrte.
Dann lernten wir eine Hundetrainerin kennen, die Leika genauer beobachtete und uns darauf hinwies, dass sie sehr schnell gestresst ist. Wir haben also daran gearbeitet, ihr Ruhe zu vermitteln. Keine Beutespiele mehr, dafür viel Nasenarbeit und ein paar Tricks. Keine extrem langen Spaziergänge, dafür interessante Spaziergänge. Keine Riesengruppentouren, lieber nur kleine Gruppen - denn Hundebegegnungen waren von Anfang an kein Problem.
Wir lernten auch langsam, dass wir Leika mehr vertrauen können als wir dachten. Und wir lernten "Souveränität" zu vermitteln (und ich kann das heute ebensowenig erklären, wie uns das jemand erklären konnte). Leika fühlt sich wohl inzwischen deutlich sicherer bei uns und mit uns.
Trotzdem gibt es immer noch Situationen, in denen wir verzweifeln könnten. Wenn mal wieder ein Radfahrer heftigst verbellt wird (zum Glück erwische ich sie meist rechtzeitig, so dass nicht mehr passieren kann). Wenn sie auf den Garagenhof kommt und losplärrt, weil sie wohl ein Gespenst sieht.... usw. usw.
Aber wir wissen auch, dass wir immer weiter mit ihr arbeiten müssen. Sie wird vermutlich nie der perfekte Hund werden, den wir blind überall mit hin nehmen können, aber es get weiter.
Ach ja - wir haben Leika nun seit 2,5 Jahren.
Ich wünsche dir weiterhin viel Geduld!
Gruss
Gudrun