Ich würde ein Katerchen dazu holen, er sollte nicht viel jünger als Dein neuer Hausgenosse sein. Kater spielen ganz anders als Kätzinnen - vor allem, wenn sie ausgewachsen sind.
Bevor Du Dir eine weitere Katze in den Haushalt holst, würde ich den vorhandenen Kater vorab auf FIV und Felv - also Katzenaids und Leukose testen lassen. Fällt der Test negativ (es liegt keine Infektion vor) aus, würde ich auch die zweite Katze vorab testen. Es gibt gute Schnelltests, für beide Virentests zahlst Du insgesamt ca. 50 Euro. Ab dem 6ten Monat sind diese Tests ziemlich verlässlich, da die Viren zum einen bereits nachweisbar sind (bei zu jungen Katzen wird oftmals falsch positiv angezeigt, wenn sie noch Antikörper von der Mutter besitzen) zum anderen bei Vorhandensein noch nicht ins Rückenmark gewandert sind (dann kann man eine Infektion nur noch mit aufwendigen Bluttests nachweisen)
Die Lebenserwartung einer an Leukose infizierten Katze beträgt leider nur max. 4 Jahre. Bei Katzenaids kommt es darauf an, wieviel Stress die Katze ausgesetzt wird. Die Katzen erkranken früher oder später an Tumoren und schweren Erkrankungen durch Zusammenbrechen des Immunsystems. Ein positiv getestetes Tier würde ich nicht vergesellschaften.
Hast Du zwei gesunde Katzen, steht einem Einzug nichts mehr im Wege. Auch wenn viele es gern praktizieren, indem sie die neue Katze der "alten" gleich präsentieren, lasse ich die neue Katze den ersten Tag separat einen Raum kennen lernen, ohne das die "Alte" dabei ist. Dort wird ein Katzenklo aufgestellt, Fressen und Wasser. So hat die Katze 24 h Zeit, sich einen für sich sicheren Rückzugsort zu finden, Stress abzubauen und kann sich in Ruhe lösen (oft werden Neulinge im Klo bedrängt, weil sie sich nicht entziehen können und halten unnötig über sehr lange Zeit ein). Ich habe dann meist auch bei der neuen Katze geschlafen, damit sie etwas Vertrauen aufbauen konnte.
Den nächsten Tag habe ich dann die Tür offen gelassen und Katzen so Gelegenheit gegeben, selbst zu entscheiden, ob sie schon Kontakt zulassen oder nicht.
Nach dem Bild zu urteilen, dürfte eventuell auch eine traditionelle Siam (heut nennt man sie ja Thaikatzen) in Deinem Katerchen stecken. Siamesen/Thai wie auch die Birmchen sind sehr kontaktbedürftige Katzen, die oft auf Tuchfühlung mit Artgenossen gehen. Ich habe das Glück, dass meine Katzen alle sehr gern zusammen liegen, aber die Erfahrung gemacht, dass Hauskatzen manchmal lieber etwas Abstand hätten.
Warum kein Kitten ? Dein Kater ist bereits erwachsen und könnte sehr rauh mit so einem kleinen Ding umgehen. Eine erwachsene Kätzin ist da wieder ganz anders im Umgang. Meine Weiber haben die Winzlinge immer adoptiert und wenn es mal zu rauh herging, auch mal dazwischen gegangen. Aber richtig spielen und raufen tun sie mit den Katern so gut wie nicht. Ein Halbjähriger oder älter wäre da schon die bessere Wahl.
Am unkomplizierten gestaltete sich die Zusammenführung von Katern bis zu einem Jahr. Die beiden Kater unten im Bild sind jetzt nach 5 Jahren immer noch knüppeldick befreundet. Mein schwarz/weisser war ein Jahr alt, als ich ihn aufnahm, der grau/weisse damals 14 Monate (beide kastriert):

