Beiträge von mollrops

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    mollrops: "Der Junge schaute den Mann einen Moment lang an. Dann ging er zu dem nächsten Seestern, hob ihn behutsam vom Boden auf und warf ihn ins Meer. Zu dem Mann sagte er: "Für ihn wird es etwas ändern!" "

    aber genau da ist doch der springende punkt: für meinen hudn wird es auch etwas ändern.

    haben tiere kein grundsetzliches recht auf leben?


    Mein Post war nur eine Anmerkung auf die Entwicklung der Gesellschaft und das auch ein Mensch etwas bewirken kann:

    Deine Frage, ob Tiere kein grundsätzliches Recht auf Leben hätten - wie soll ich die im Kontex verstehen ?

    Die Eingangsfrage war doch folgende: Wen rettet Ihr zuerst - den eigenen Hund oder den fremden Menschen. Die Frage war nicht, ob diejenigen, die erste Hilfe dem Mensch vor dem Tier leisten, Tieren kein grundsätzliches Recht auf Leben einräumen.

    Einige Deiner Beispiele sind ja ganz nett, aber auch hier sehe ich nicht den Zusammenhang mit dem eigentlichen Thema - das mir eh, je länger dieser Strang geht um so hypothetischer wird.

    Auch diese merkwürdigen Äusserungen und Vorhaltungen, warum man sich als "Menschenretter im Akutfall" nicht zusätzlich oder generell um die Weltarmut kümmert, kann ich nicht nachvollziehen.

    Was hat die erste Hilfeleistung in einer Gefahrensituation denn damit zu tun. Oder wird etwa Rechtfertigung und Offenlegung seines sozialen und tierschützerischen Engagements erwartet, damit man im Gegenzug Verständnis für sein eigenes Handeln erwarten kann/darf.

    Es war eine ganz pauschale Eingangsfrage - und die, die sich wohl erst einmal um einen Menschen kümmern würden, sind jetzt diejenigen, die

    - kein Herz für Tiere haben
    - Doppelmoral vorgehalten bekommen - "warum rettet Ihr nicht auch die Menschheit"
    - Keine Verantwortung für ihre Tiere zeigen bzw. demnach gar nicht an ihren Tieren so hängen können, wie der Grossteil es praktiziert oder den Anschein hat
    - falsche Werte verfolgen
    - ein schlechtes Gewissen bekommen sollten, weil sie nicht alle Fairtrade-Produkte kaufen.

    Komische Welt, das.

    Zitat

    Unsere Gesellschaft entwickelt sich nicht dorthin. Unsere Gesellschaft ist längst dort, nämlich in der Realität, angekommen. Ich habe es schon einmal geschrieben und ich schreibe es gerne nochmal: Die Welt ist nicht rosarot, sondern ziemlich grausam. Jeder Einzelne kann an einzelnen Stellen etwas bewirken, aber das wird am Gesamtgefüge nichts (mehr) ändern.

    Doris

    Da fällt mir nur noch diese Geschichte ein:

    Ein furchtbarer Sturm kam auf. Der Orkan tobte. Das Meer wurde aufgewühlt und meterhohe Wellen brachen sich ohrenbetäubend laut am Strand.

    Nachdem das Unwetter langsam nachließ, klarte der Himmel wieder auf. Am Strand lagen aber unzählige von Seesternen, die von der Strömung an den Strand geworfen waren.

    Ein kleiner Junge lief am Strand entlang, nahm behutsam Seestern für Seestern in die Hand und warf sie zurück ins Meer.

    Da kam ein Mann vorbei. Er ging zu dem Jungen und sagte: "Du dummer Junge! Was du da machst ist vollkommen sinnlos. Siehst du nicht, dass der ganze Strand voll von Seesternen ist? Die kannst du nie alle zurück ins Meer werfen! Was du da tust, ändert nicht das Geringste!"

    Der Junge schaute den Mann einen Moment lang an. Dann ging er zu dem nächsten Seestern, hob ihn behutsam vom Boden auf und warf ihn ins Meer. Zu dem Mann sagte er: "Für ihn wird es etwas ändern!"

    gefunden in: Porter, Patrick: Entdecke dein Gehirn,
    Junfermann, 1997; Geschichte gekürzt und überarbeitet

    Zitat

    Daher weiß ich auch, wie viele Menschen eben nicht anhalten und frage mich, wie viele sogenannte Gutmenschen unter denen waren, die einfach vorbeigefahren sind.

    Doris

    Weisst Du, was mich stört ? Dein negativ belegter Ausdruck "Gutmensch". Für mich ist das ein Ausdruck von Verachtung für diejenige Menschen, die mit grosser Wahrscheinlichkeit eben nicht weg sehen, sondern helfen würden.

    Das Wort Gutmensch wird meist von denen, die es benutzen, nur dazu genutzt, jemanden lächerlich zu machen. Man kann in dieser Diskussion auch sachlich bleiben, ohne das man versteckte Beleidigungen ausspricht.

    Zitat

    Ich denke, dass ist eine Tatsache ... alle die hier schreien, dass sie natürlich und selbstverständlich zuerst dem Menschen helfen würden .... ist die Frage ob tatsächlich jeder helfen würde oder ob man nicht hoffen würde, dass ein anderer das macht.

    Warum gibt es bei Unfällen sowenige die helfen? die meiste stehen dumm rum und glotzen oder fahren vorbei?!

    Ich wünsche deshalb jedem Menschen der in einer Notsituation ist, dass er an einen der Schreiber hier im Dogforum gerät ... unabhängig, ob dieser "zuerst der Hund" oder "zuerst der Mensch" angeklickt hat, denn dann hat er wenigstens das Glück, dass ihm überhaupt geholfen wird, ob nach oder vor dem Hund ist da fast unerheblich.

    Tja - da liegt wohl der "Hund begraben". Die meisten helfen nicht, weil sie gar nicht wissen, was zu tun ist und sich lieber auf andere verlassen. Weil ihre erste Hilfe schon Jahre zurück liegt, keine "Scherereien" wollen, vielleicht was falsch machen könnten, man bequem ist, unter Zeitdruck steht oder weil es sie knall hart gesagt nicht tangiert.

    Wer einmal selbst schwer verletztes Unfallopfer war und dem Hilfe zuteil wurde, wird diese Hilfe ein Leben lang an andere weitergeben. Ohne wenn und aber, denn es kommt auf jede Minute an.

    Zitat

    Die Antwort darauf gab ich schon:

    Wenn ich es von der Seite her betrachte: Handle ich dann nicht auch egoistisch? Denn dann erwarte ich doch, dass mein Leben über das eines anderes Lebewesens gestellt wird und ich zuerst gerettet werde?

    Doris

    Du, glaub mir, bist Du am Ertrinken oder eingeklemmt in einem verunfallten Fahrzeug, hast Du gar keine Zeit, Dich mit Deiner gestellten Frage auseinander zu setzen. Du würdest aber sicher dumm gucken, wenn der Mensch, der Dir Dein Leben retten könnte, sich erst einmal um seinen Hund kümmert, während Du vielleicht ertrinkst, verblutest. Ob Du dann auch Verständnis für diesen Menschen aufbringen würdest, glaube ich kaum.

    Ich jedenfall hoffe, dass sich ein fremder Mensch in solch einer Situation für mich und nicht für seinen Hund entscheidet.

    Andere Frage an die, die erst ihren Hund retten würden: Was wäre, wenn Ihr in Lebensgefahr seid und der Mensch, der Euch retten könnte, genauso denken würde ?

    Ich bin schon etwas bestürzt über einige Antworten - besonders über die, die schrieben, warum sie statt ihres Hundes einen fremden Menschen retten sollten !

    Oh, sie hat sich aber auch sehr verändert. Die "Brille" steht ihr sehr gut.

    EDIT 11.10.2009 - falls es jemanden noch interessiert.

    Das Fell ist übrigens wieder schwarz, bis auf eine tellergrosse Fläche bei den Rippen. Aber ich denke, dass wird auch noch.