Beiträge von mollrops

    Mein Julchen - 2,1 kg muss ich bei grosser Kälte leider auch bekleiden. Sie ist ja nicht mehr die Jüngste und kühlt sehr schnell aus - allem voran die Extremitäten. D.h., sie kann bei Minusgraden so ab -5 - nicht mehr richtig laufen, weil die Beinchen steif werden. Im Schnee tollen - bei sehr niedrigen Aussentemperaturen war letztes Jahr schon nicht mehr drin.

    Da hat man dann von einem grösseren Hund wie z.B. Bambi mit ihren 22 kg weitaus mehr. Die geniesst trotz Kurzhaar die Kälte, solange es halt nicht schüttet.

    Und unsere Rumänin - die hat noch kein Fussel Winterfell. Bei ihr kann man immer noch auf die Haut gucken. Das wird diesen Winter nix - lag wohl an der Trächtigkeit, dass das Fell einfach noch nichts wird. Der Mantel liegt aber schon bereit. Schönes Signalorange. Echt chic *g*.

    Mahlzeit.

    Mein Ex-Pflegi ist scheinschwanger.

    Sie war vor 8 Wochen das erste Mal wieder nach ihrer Trächtigkeit läufig. Ich muss sagen: es ist total schlimm.

    Nicht nur, dass sie den ganzen Tag vor mir hockt, rumpfötelt und jammert, sie schickaniert die anderen Mädels. Érst versuchte sie, Julchen durch die Gegend zu schleppen, die wehrt sich natürlich mit Händ und Füss, jetzt geifert sie nach der Kleinen aus Futterneid und geht sie auch an.

    Ausserdem juckelt sie ständig an Bambi rum, die mit ihrer Hitze grad fertig geworden ist. Bambi kann keinen Schritt tun, der kleine Feger hängt ihr am Hintern und rammelt und rammelt und rammelt. Morgens, mittags, abends nachts. Im Bett, auf dem Sofa, sogar auf dem Sessel: überall sieht man den blonden Schatten auf schwarzem, glänzendem Bambifell hängen und juckeln.

    Heut Nacht hat mir das Fegerlein sogar dauernd mit den Pfoten ins Gesicht gekloppt, also raus aus dem Bett, raus mit dem Hund. Rein ins Bett, wieder rumgejammer, gepfötel - raus aus dem Bett, raus mit dem Hund.

    Beim Reinkommen wurde Jule jedesmal angegauzt, Püppy ignoriert und Bambi besprungen. Das geht jetzt seit 2 Tagen. Sie schleppt alles, was sie erwischen kann, mit sich rum: Socken, T-Shirt, Handtuch, Pappe, Kissen.

    Ich hatte noch nie so einen anstrengenden, scheinträchtigen Hund. Wie lange geht das denn noch so ? Was kann ich tun, ausser viel mit ihr rauszugehen und sie abzulenken ?

    Mein Hund Terry hat vor etwas mehr als 4 Monaten noch um ihr Leben kämpfen müssen. In diesem Moment liegt sie neben mir auf der Couch und jagt im Schlaf irgendwelchen Tieren hinterher.

    Sie lebt nicht mehr im Stress. Sie muss sich nicht mehr auf der Strasse neben anderen starken, aber hungrigen Hunden behaupten. Sie muss nicht mehr jeden Tag in einem überfüllten Tierheim um ihr Leben kämpfen. Sie muss nicht mehr um jeden Happen kämpfen. Sie muss nicht mehr ihre Jungen verteidigen. Sie braucht keine Angst mehr vor dem Menschen zu haben. Vor schweren Verletzungen, Misshandlungen, Vergiftungen, tödlichen Krankheiten.

    Sie lebt jetzt ein anderes Leben. Eines mit vollem Magen, ohne Stress, in einer harmonischen Hundegruppe mit relativ guter Auslastung. Da ist doch auf das bissi Getätschel und Verhätschel in Bezug auf Couch drauf geschissen.

    Dieser Hund lebt zum ersten Mal ohne Angst und mit einem täglich gut gefülltem Magen. Wenn ich es rückblickend betrachte, wie dieser Hund sich verändert hat - sie steckt so voller Lebensfreude, sie ist so ein fröhlicher Hund, die den ganzen Tag ihre Beinchen vor vollster Lebensfreue schmeisst - was bin ich ja so froh, dass sie den Luxus des beschwerdefreien Leben leben kann. Jeder, der sie kennen lernt, sagt mit einem Lächeln: Was ist das nur für ein fröhlicher Hund.

    Würde sie hier tippen können, würde sie dies schreiben: JA, dieses jetzige Leben ziehe ich allen vorherigen Leben vor.

    Sie ist so ganz anders als meine anderen Mädels, die es immer gut hatten. Für sie ist das angstlose Leben irgendwie normal. Bei Terry merkt man, dass sie in bestimmten Situationen innehält und wieder irgendwie in die Vergangenheit zurück fällt. Ein Beispiel: Als sie neu hier war und ich das Laminat putzen wollte, sah sie den Schrubber und war sofort unter dem Bett verschwunden - vor lauter Angst. Auch jetzt hält sie beim Anblick ganz kurz inne - um dann irgendwie erleichtert auf ihrem Kissen weiter zu dösen. Oder wenn ich mal mecker - da geht der Kopf plötzlich hoch, es arbeitet im Köpfchen und dann scheint sie zu merken: Nein, das alte Leben war einmal. Es kann nichts passieren.

    Das Du so wenig abgemagerte Hunde hast sehen können liegt wahrscheinlich daran, das regelmässig in Polen, Rumänien, Bulgarien und angrenzenden Ländern Tötungsaktionen durchgeführt werden. Hunde sind in diesen Ländern meist weniger Wert als Dreck. Ein Teil der Bevölkerung akzeptiert die Strassenhunde, der andere Teil sieht sie lieber tot und tut was dafür.

    Das Leben dort auf der Strasse ist jedenfalls kein Zuckerschlecken, wie Du es irgendwie darstellen willst. Natürlich gibt es dort keine fetten Hunde - wie soll das funktionieren, wenn das Volk selbst auch kaum was zu beissen hat.

    Mein Verein organisiert vor Ort Kastrationsprojekte, vermittelt Hunde u.a. aus Rumänien, ich kann daher schon behaupten: was ich von der Mentalität und Einstellung vieler Rumänen oder Angehörige anderer Ostblockländer gegenüber des Menschen bestem Freund weiss, lässt sich mit einem Satz sagen: Nur ein toter Hund ist ein guter Hund. Ein Land, was sogar seine Pferde am Strassenrand verrecken lässt, ist sehr weit davon entfernt, als zivilisiert und fortschrittlich zu gelten.

    Und ist somit auch Himmelweit davon entfernt, als Gegenbeispiel zu dienen, ob wir unsere Hunde zu sehr verwöhnen. Find ich zumindest.

    Und zu frierenden Hunden im Ostblock - die meisten Strassenhunde überleben den Winter gar nicht. Denn neben der fehlenden häuslichen Unterkunft bekommen sie nicht mal was zu beissen. Die Plätze, die die Toten freimachen, nehmen die aufrückenden Populationen, die vor die Türe gesetzt wurden, ein - bis zur nächsten Vergeltungsschlacht - oder eben dem nächsten kalten Winter ...

    Russlands Hunde sind nicht glücklich. Sie kämpfen täglich ums Überleben. Es ist gut, dass die Hunde hier einen anderen Stellenwert haben. Ich kenne eine Menge Hunde von dort, die als Greise einreisten, obwohl sie vom Alter her noch jung waren. Was dort den Tieren u.a. angetan wird, ist barbarisch - und hat mit Deiner verklärten Ansicht, dass die Tiere dort glücklich leben, weil sie vielleicht mal über die Dorfstrasse galoppieren können, überhaupt nichts zu tun.

    Murmelchen hat tatsächlich recht - in der kleinen Grotte steckt höchstwahrscheinlich ein Berger des Pyrénées à poil long (hab ich mir extra auf einen Zettel aufgeschrieben *g*). Zumindest behauptet das die Freundin einer Arbeitskollegin, der ich mein Hundi vorgeführt hatte - sie besitzt selbst zwei dieser Hunde und die sahen fast aus wie Geschwister von meiner.

    Sie meinte sogar, die Kleine wäre reinrassig - wobei ich mir das nicht vorstellen kann - wie soll so ein kleiner Hund von den Pyrenäen nach Rumänien kommen.

    Naja, einen Hütehund wollte ich ja eigentlich nicht, dem werd ich doch nie gerecht. Ich werd dann mal Charakterbeschreibungen nachlesen gehen. Vielleicht will sie ja gar nicht jagen, sondern hüten. Wie hütet ein Hund ? Wie erkennt man denn das ?

    Ich finde es auch bedenklich. Da macht vielleicht irgendso ein Depp eine VK und schwups - bist Du auf der Liste, weil dem Dein Gesicht nicht passt. Kontrollieren kannst Du das ja nicht - denn Du wirst ja nie informiert. Stellung nehmen auch nicht - weisst ja nicht bescheid. So wirst Du vielleicht als Animalhoarder oder Tiersammler verunglimpft, obwohl es gar nicht zutrifft.

    Sorry, sowas geht gar nicht. Erst recht nicht, solange jeder Depp VK/NK's durchführen kann.