Beiträge von PocoLoco

    Bei einem 4-6 Monate alten Hund sollte man sich schon durchsetzen können, oder?

    Ist die Frage, was man unter durchsetzen versteht.

    Setze ich mich durch, weil der Hund dadurch etwas positiv lernt, oder setze ich mich durch, weil ich den Hund massiv gängel und ängstige.

    Um das Fressen als Beispiel zu nehmen: Welpe kann lernen, dass es durch mich etwas besseres gibt als er gerade gefunden hat, oder er kann lernen, dass ihm etwas weg genommen wird. Welcher Welpe wird wohl eher dazu neigen, sein Futter zu verteidigen, oder (wenn er nicht ganz so durchsetzungsfähig ist) damit wegzurennen?

    Ist doch alles simple Logik. :ka: Mache ich einem Hund etwas unangenehmes angenenehmer habe sowohl ich als auch der Hund was davon. Mache ich ihm etwas unangenehmes noch unangenehmer, haben wir beide Stress. Da nehme ich doch lieber Variante 1. :ka:

    Ich vermeide hier auch nichts, aber ich habe mit meinen Hunden gelernt ihnen unangenehme Situationen zu verbessern. Ich lebe damit gut und meine Hunde auch. Und keiner von ihnen musste mich je ernsthaft irgendwie anknurren.

    Ich weiß nicht, in wie fern du Einfluss darauf hast, aber ich persönlich würde den Hund beim Tierarzt vorstellen. Denn der Drang pinkeln zu müssen, ohne das was kommt, kann auf eine Erkrankung der Blase oder der ableitenden Harnwege hindeuten.

    Ich wüsste nicht, dass ein Hund dermaßen weit denkt und versucht unter aller Gewalt seine Blase leer zu bekommen nur um nicht in der Wohnung zu machen. Das sind sehr abstrakte Gedankengänge die ein Hund nicht ganz so vollführen kann. :ka:

    Das braucht sicher auch immer seine Zeit, bis die weg sind?!

    Je nachdem wie schnell ich es wegwaschen kann. Kommt immer drauf an. Auch wie heftig die Käsefüße sind, ob sie mich leckt. Denn es ist tatsächlich nur Speichel und Pfotendunste auf die ich reagiere. Bei Rosie und Poco und bei unseren Familienhunden damals auch.
    Aber was man nicht alles in Kauf nimmt... :D


    Aber bei ihrer Größe kann die Nachdrücklichkeit auch echt mal weh tun.

    Rosie ist jetzt mit ihren 55 cm Größe und ca. 21 kg nicht einer der größten Hunde, aber es ist schon viel Nachdruck dahinter wenn sie was will. :D Da muss man sich zu helfen wissen.
    Gott sei Dank ist sie nicht sehr trampelig (da ist der kleinere Poco deutlich schlimmer).

    im Zweifel wird sie echt nachdrücklich in ihr Körbchen geschickt, damit sie einen endlich mal in Ruhe lässt!

    Ja, das ist bei uns auch immer die letzte Instanz. Wenn sie sofort aufhört, darf sie gern bei mir liegenbleiben und sich ankuscheln. Wenn sie nicht aufhört, dann muss sie in den Korb und hat Nachteile. Nur so kann man sich dagegen auch etwas wehren.

    Ich finde es schön, wenn ein Hund sehr verkuschelt ist, aber wenn er gar nicht mehr aufzuhören weiß, ist das auch ziemlich anstrengend.

    Ja, das hat bei uns ein Weilchen gedauert bis "Schluss" auch wirklich schluss war. Rosie hat gelernt, dass die meisten Menschen schwach werden, wenn man sich ganz doll ankuschelt und Köpfchen gibt. Das wieder raus zu bekommen, war langwierig. Und auch heute versucht sie es ab und an immer noch nach einem "Schluss".

    Manipulative Rosine. :D

    Wenn der Hund im Korb liegt und den Menschen anknurrt, der da reingreifen will, dann ist das Kind ja schon in den Brunnen gefallen.

    Genau. Man muss sich nicht anknurren lassen, wenn man das Problem vorher erkennt und entsprechend handelt. Der Punkt ist ja eher, dass man ein Knurren, welches passieren kann eben nicht weg"therapiert" da Knurren meist der letzte Punkt vor Abschnappen ist. Lieber der Hund knurrt, als das er schnappt. Ziel ist es ja, dass der Hund keinen Grund dazu hat jemanden anzudrohen (egal jetzt wie). Aber, ich wiederhole gern: Ich möchte im Zweifelsfall lieber einen Hund der kommuniziert, als einen Hund der handelt. :ka:


    Aber um einen solchen ging es doch hier gar nicht?

    Nein, Angsthund nicht. Aber um einen Hund, der aus irgendeinem Grund die Sorge hat, dass man ihm nimmt, was ihm gehört. Und das ist in den meisten Fällen eine Unsicherheit. Dazu muss es sich ja nicht sofort um einen Angsthund handeln. :D Er hat eine Sorge und soll lernen, dass diese unbegründet ist. Ergo er braucht verbal (und auch nonverbal) nicht mehr zu drohen. Kein Knurren, kein Symptom das es zu therapieren gilt. :D

    Egal, ob der Hund das jetzt aus Angst oder Unsicherheit nicht will oder weil er Oberwasser hat und genau weiß, dass er sich durchsetzen kann.

    Das heißt, ich soll den Hund dafür bestrafen das er Angst hat und Unsicher ist?

    Na wenn man sich da nicht ein Eigentor schießt...

    Mag sein, wenn man einen sehr selbst bewussten Hund hat der gelernt hat, dass Menschen springen (egal in welche Richtung) wenn er knurrt damit bekehrt, indem man das eben nicht macht. Da will ich gar nicht so viel zu sagen, weil mir solche Hunde äusserst selten bis gar nicht untergekommen sind. Denn die meisten hatten bisher immer einen Grund, warum sie knurren und der war selten aus dem Grund, weil sie sich selbst sicher und gefestigt gefühlt haben.

    Ich habe eher gelernt, dass solche gefestigten Hunde eher gar nicht knurren brauchen und über den Dingen stehen, die andere Hunde für knurrenswert halten.

    Verschiedene Erfahrungswerte eben.