Beiträge von PocoLoco

    Auch hier wieder: Kommt auf den Hund an. Meinem Rüden kannst du alles vor die Pfoten werfen, der schaut dich nur gelangweilt an und meine Hündin bricht (warum auch immer) zusammen, wenn du eine leichte Leine in ihre Richtung wirfst. Bei einer Flexi würde die nen Herzkaspar bekommen. Auch wenn sie so groß ist.

    Bei einem Hey (bei uns das Ey) passiert es nicht. Es ist meine Stimme, etwas das ihr vertraut ist. Ich brülle das ja nicht über den kompletten Platz, es ist auch nicht immer streng. Manchmal auch ein ganz sanftes Hey, um zu erinnern, dass sie sich bitte auf irgendwas konzentrieren soll.
    Ein verschlafenes Hey, wenn man meint sich um 3 Uhr nachts sehr geräuschvoll zu putzen... etc. pp.
    EIn Abbruch muss ja nicht immer wie ein Kasernenkommando vorgetragen werden. Ich finde, dass gerade ein "Hey" sanfter klingt als ein "Aus!"

    Auch da kommt es ja wieder stark auf den jeweiligen Hund an. :D

    Wenn meine durchstartet um zu jagen, dann kann ich zu 99 % davon ausgehen, dass die auf einen Rückruf nicht mehr reagiert.

    Und sie kennt den Rückruf. Ich kann ihn säuseln und sie kommt angeschossen.

    Aber in einer Jagdsituation für sie, wird alles andere komplett überschrieben. Das Positive (Sie wird exzessiv belohnt für den Abbruch mit Schnitzel und einem halben Hähnchen) und das Negative (Frauchen bekommt einen Wutausbruch). Beides ist in dem Moment einfach egal. Sie ist im Tunnel, sie ist in ihrer Welt, sie ist ganz beim Jagdobjekt.

    Dazu kommt aber noch, dass die furchtbar sensibel ist. Wenn ich sauer werde und dann vielleicht auch noch laut, dann tanzt die um mich rum, fiddelt, läßt sich nicht packen.

    Ich gewinne hier also nichts.

    Bei uns geht nur aussitzen der Situation (=> Jagd) und wenn sie dann zurück kommt, ist die so high, dass auch dann keine Leckerlies mehr zünden. Sie frisst sie zwar, aber es kommt in der Oberstube nicht an. Ich leine dann an und dann war es das mit Freilauf für den Tag und den nächsten, und den übernächsten auch noch. Nicht als Strafe, sondern weil die sich genau an diese Sequenz erinnert und auch noch 4 Tage später noch mal nachschauen wird, ob das Objekt wieder da ist und sie es diesmal dann bekommt.

    Ich musste etwas nachdenken, aber diese psychische Gewalt konnte ich eine Zeitlang zwischen einem Hundehalter/Hundgespann hier sehen und empfand es als Zusehender schon sehr gewaltsam.

    Es gab hier einen (habe ihn schon lange nicht mehr gesehen), der ist mit seinem Hund nicht Gassi gegangen sondern marschiert. Und das Feldwebel gleich an der kurzen Leine, der Hund (ein Rüde) durfte weder links noch recht gucken, nicht schnüffeln und keinen Millimeter vom Bein weichen. Und das immer. Wann immer ich die gesehen habe. Ohne Hund, mit Hund, von der Ferne und von Weitem.
    Ich habe nie körperliche Gewalt gesehen. Also das der Hund nun geruckt wurde, geschlagen oder anderweitig getriezt. Aber der Hund war durch die ständigen Kommandos (Hier! Fuß! Aus! Hier! Fuß! Fuß) so gestresst, dass der unter dieser maßlosen Gewalt wirklich litt. Man sieht es ihm ja körpersprachlich an. Abgesehen davon, was ein solches Verhalten auch im Halter selbst auslöst, was dann den Hund auch beeinflusst.

    Ich fand dieses ganze Verhalten schlimmer, als den Hundehalter, der den Hund vielleicht mal ruckt, oder ihn körperlich ein wenig in die Spur bringt (und damit meine ich nicht verprügeln, sondern eben den kurzen Leinenruck, Maul zu halten, oder was weiß ich). Dieser Hund hatte Dauerstress.

    Und nein, Ansprechen nutzte nichts. :ka: Aber nun habe ich sie schon ewig nicht mehr gesehen.

    Nee, da fehlt mir noch die psychische Gewalt im Kontext zu anlernen von Hilflosigkeit. Man muss weder einen Hund einsperren, noch ihn körperlich Bedrängen um massiv Gewaltsam zu ihn zu sein.

    Eine angemessene Einforderung zur Einhaltung von Grenzen schadet niemanden. Aber wenn du dem Hund beibringst, dass er bitte ohne zu Fragen nicht einmal zu atmen hat (und das geht verbal auch wunderbar je nach Hund), dann ist das auch massive Gewalt.

    Bei uns hat sich mittlerweile ein "Hey!" als Universalwort raus gearbeitet. Kurz, gut hörbar, säuselbar und brüllbar (oh ja, denn Herr Hund lebt manchmal in seiner eigenen Seniorenwelt und hört nicht mehr gut). Das ist mittlerweile der Ersatz für "Aus!" und "Lass es!" und "Hör her!" und auch für die Namen. :D

    Meine Ansicht ist: Ein Hund muss wissen, wenn er etwas richtig macht, es schadet ihm aber auch nicht, wenn er weiß was er falsch macht. :D

    Hier mit Poco ist es im Moment ein Auf und Ab.

    Gestern Nacht hat er mich um 4 (ich war gerade endlich mal eingeschlafen) aus dem Bett geworfen, weil er hechelnd neben mir saß und mich anglotzte. Für mich ein Zeichen das er mal dringend muss.
    Also raus aus dem Bett, rein in die KLamotten und mit beiden Hunden raus.
    Gemacht hat er schon, aber so dringend das man mir ins Gesicht hecheln muss, war es nicht.

    Also wieder rein. Dort eine Schmerztablette gegeben und abgewartet. Hund ist wieder eingeschlafen, aber wollte mit mir nichts zu tun haben.

    Auf den Abendrunden ist er weiterhin lustig, läuft vorran, auf den Morgenrunden kommt es an, welche Uhrzeit wir laufen. Mittags wird geschlichen.

    Er hat heute Nacht bei mir unter der Decke geschlafen und hat viel geträumt, ist gelaufen im Schlaf und hat mir so eine Rückenmassage verpasst. :D

    Heute Morgen alles okay, jetzt eben Schmidtchen Schleicher. Futter ist aber GsD noch hoch im Kurs. Darauf wird immer noch gehibbelt.

    Blödsinn machen geht auch, gern auch mal während das olle Frauchen noch zu Hause ist (man hört die ja nimmer, also hört sie einen auch nimmer). :lol: Oller Spinner.

    Es kommt auch ein wenig auf das Bellen an. Wenn es ein dunkles "Achtung, hier passe ICH auf" Bellen ist, kann man das eher ausblenden als ein schrilles "Hilfe! Hilfe!" Gebell, oder was ich hier pünktlich wie ein Uhrwerk jeden Tag um 12 Mittags höre ein "Ich will den Ball und bin so gestresst deswegen her damit!" Gekläffe.

    Ein Hund der wacht wird (erfahrungsmäßig) von den Nachbarn noch geduldet. Aber ein dauerbellender, gestresster Hund wird auch häufig als Unangenehm und Zumutung betrachtet.

    Gedanken sind bei allen die den letzten Weg beschreiben müssen oder mussten.
    Das wird irgendwie, GsD nie besser.


    Poco macht mir seit 2 Tagen auch wieder Sorgen. Nachdem er vorletzte Nacht unruhig war und nicht zu Ruhe kam, habe ich ihm eine Novamin gegeben. Denn er hat sich auch auffällig oft die Vorderbeine geleckt, was oft ein Zeichen für ihn ist, dass er Schmerzen hat.

    Dadurch wurde es dann etwas besser.
    Letzte Nacht habe ich eine neue, recht ordentliche Wunde an seinem Bein entdeckt. Zufällig beim "Pfötchen halten". Dabei habe ich gestern schon Blutspuren gesehen und nach einer Verletzung gesucht. Nun gut, die ist im gestromten Fell einfach zu gut versteckt.

    Und heute schleicht der Herr nur noch hinter mir her. Wir haben heute nur kurze Gassigänge gemacht. Aber er läuft so eigentlich normal (schwankt nicht mehr, vertritt sich nicht mehr als sonst, markiert normal). Also Schmerzen.... Nachwirkungen von der Novamin? Hm... keine Ahnung. Und nachdem man hier die letzte Zeit eher traurige Entwicklungen liest, macht man sich natürlich direkt Gedanken.

    Er ist sogar jetzt nicht aufgeregt. Normalerweise müsste er jetzt meckern, dass sein Futter noch in der Küche auf dem Schrank steht und ich "vergessen habe" den Napf runter zu stellen. Bin gespannt, ob der gleich frisst. Wenn nicht, ist wirklich dolle was im Argen....