Beiträge von PocoLoco

    Macht man manchmal vielleicht auch etwas zu viel Gewese um bestimmte Dinge?

    Das denke ich mir auch in vielen Fällen. Für die meisten Hunde werden bestimmte Dinge ein Problem, weil der Mensch es zum Problem macht.

    Hier denke ich aber eher an die ohnehin schon traumatisierten Hunde. Also Hunde, die schon ein Alternativverhalten gelernt haben. Zum Beispiel eben, nach Bürste oder Hand beim Bürsten zu beißen, weil der Hund eben nicht weiß, wie er anders eine ihm unangenehme Situation aufzulösen.
    Da kann ich mir dieses Signal echt gut vorstellen, damit der Hund lernt, dass er es nicht aushalten muss, sondern durchaus dann eine Pause eingelegt wird, wenn es ihm zu viel wird. Die Bereitschaft etwas auszuhalten steigt, wenn man weiß, dass man es jeder Zeit abbrechen kann.

    Ich könnte es mir auch vorstellen, so mit meinem Rüden gegen seine mittlerweile echt ausgeprägte Aversion gegen tierärztliche Untersuchungen einzusetzen. Denn er hat nichts gegen den Tierarzt an sich, sondern gegen das Festhalten und Fixieren. Und wenn man das durch das Signal ersetzen kann, wird es für ihn wieder eine leichtere Geschichte. :ka:

    Dass mein Hund mir zeigt, "eben wird es mir zu viel", das hat für meine Begriffe weniger etwas mit einem Koopertionssignal zu tun, oder seh ich das falsch?

    Ja, hast du. :) Schau dir das Video an und da bekommst du es erklärt.

    Solange der Hund das Signal aufreicht erhält (wie im Video die Schnute in die Hand legen), kooperiert er und gibt dadurch das Kooperationssignal. Löst der Hund das Signal auf, ist er nicht länger kooperativ.

    Mein Weg:

    - keinen Futterwechsel jetzt im Moment. Der Stress des Wechsels des Besitzers ist mehr als genug. Man muss den Organismus nicht noch mehr stressen.

    - keine Experimente mit Zusätzen. Erstmal herausfinden, ob das Fressverhalten ein Stresssympthom ist, oder ob ein gesundheitliches Problem vorliegt, was vom Fressen abhält (Übelkeit, Schmerzen zB).

    - den Hund absolut in Ruhe lassen beim Fressen. Futter hinstellen, rausgehen (von mir aus auch Tür zu), nach 20 bis 30 Minuten wieder kommen.

    - so füttern wie es im alten Zuhause üblich war. Wenn das Futter 24 Stunden stand und der Hund keine wandlende Kanonenkugel ist, dann sehe ich da kein Problem drin, ihm wieder das Futter so hinzustellen, dass er Fressen kann, wenn er will .

    - Arzttermin und Untersuchungen abwarten. Dann mit Experimenten anfangen. Nicht vorher.