Nun also denn.
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Amfangs hat er nur geknurrt, wenn Leute durchs Treppenhaus gelaufen sind und beim Gassi gehen nur bei einigen Leuten (hauptsächlich bei älteren Männern).
Das ist schon ein Zeichen von großer Unsicherheit. Der Hund weiß ja nicht, dass er sich auf euch verlassen kann und ihr für ihn da seid. Also wird vorsorglich schon mal geknurrt. Das ist etwas, dass wenn nicht ungewollt bestärkt weggeht, wenn er bei euch angekommen ist.
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Gestern hat es soweit auch noch gut geklappt, er hat zwar ein paar Leute angebellt, aber hat dann immer gleich auf "aus!" gehört.
Das ist gut, denk nur dran, dass du dabei ruhig bleibst und das Kommando bei Befolgung auch noch mit Lob verstärkt werden sollte. Du sagst Aus, er hört und du bestätigst es mit einem freundlichen Wort.
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Heute morgen war ich dann mal für 2 Stunden außer Haus. Die Nachbarin sagt, er hätte die ganze Zeit gejault und gebellt. Als ich dann kam, ist er völlig ausgetickt, ist an mir hochgesprungen und hat auch nach meiner Hand geknapst. Ein paar Pippitröpfchen kamen auch. Er hat auch nicht auf "aus" oder "nein" gehört, "sitz" hat erst nach 5 oder 6 mal sagen funktioniert.
Einen Hund von jetzt auf gleich so lange alleine lassen ist keine gute Idee (wie du erfahren musstest). Alles was der Hund weiß ist, dass du gehst und damit wegbist. Das du wieder kommst weiß er nicht (woher auch?) und von daher kann er schon in eine ziemlich heftige Panik verfallen. Noch hat sich diese nur in Bellen und Jaulen geäussert, es gibt aber auch Hunde, die dir die Inneneinrichtung zerlegen.
Das Springen, Pipi machen und nach der Hand schnappen sind Zeichen von sehr hohem Stress, was du mit den Kommandos noch verstärkt hast. Ich nehme an, dass du bei jedem Mal unbewusst lauter geworden bist oder gestresster geklungen hast. Und wie du gemerkt hast: Wenn der Hund einen so hohen Stresslevel hat, kommt in seinem Hirn eh nichts mehr an. Dann lieber den Hund erstmal links liegen lassen und gar nicht auf ihn eingehen, bis er wieder runtergekommen ist und zugänglich ist.
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Seitdem bellt er jeden an. Er bellt sogar durchs geklappte Küchenfenster die Leute auf der Straße an. Als meine Töchter (15) aus der Schule kamen, hat er sie auch angeknurrt. Wenn sie in ihrem Zimmer sind, ist es gut. Aber sobald sie in die Küche oder ins Wohnzimmer gehen, knurrt und bellt er sie an.
Als wir Gassi waren, hat er auch alle Leute angebellt und angeknurrt. An einem Parkplatz mit Kies ist er total ausgetickt und hin.- und hergerannt, dass ich Angst hatte, er verletzt sich an der Leine!
Zu allem Überfluss spielen heute schon den ganzen Mittag Kinder im Hof, ich musste jetzt das Fenster schliessen, da er nur noch knurrend unterm Fenster saß.
Als die Post geklingelt hat, ist er auch wieder ausgetickt, habe ihn dann ins Schlafzimmer gesperrt damit ich die Tür aufmachen konnte. Waren nicht mal 2 Minuten aber er hat gleich wieder gejault und gebellt und danach ist er wieder total aufgedreht und an mir hochgesprungen und hat kaum gehört.
Stress Stress Stress. Der Hund ist nicht generell gegen diese Leute, sondern er weiß einfach nicht mehr wohin er gehört und was als nächstes passiert. 
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Ja, er hat sein Körbchen und seine Spielsachen, Näpfe + Futter und Leinen aus der Pflegestelle mitbekommen, also alles Sachen, die er kennt.
Stellt den Korb an eine ruhige Stelle im Wohnzimmer und bringt dem Hund bei, sich in dieses Körbchen zu legen auf Kommando. Und das alles gaaaaanz ruhig und ohne Stress. Immer wieder auf den Platz führen und das Kommando aufsagen (Auf dein Platz oder ähnliches) und es mit ihm üben. Er soll lernen, dass er auf seinem Platz liegen bleibt und sich entspannen kann und das er nicht die gesamte Wohnung überwachen muss. Das dauert etwas und ist auch schon mal nervig, aber es ist gut, wenn der Hund es erstmal geschnallt hat.
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Morgen und Übermorgen ist immer jemand da, am Freitag muss ich nochmal für 2 Stunden zur Arbeit und dann ist ja Wochenende, da sind wir auch wieder alle da.
Dem Hund ist es egal wer wann da ist und wie viele da sind. Für ihn zählt es im Moment des Alleine bleibens nur, dass niemand da ist und das er nicht weiß, dass auch jemand wieder kommt. Das Alleine bleiben muss vorsichtig aufgebaut werden, oder ihr habt für den Rest seines Lebens einen Hund der es nicht kann und sich Ventile für seine Angst und den Frust suchen wird. Sei es Bellen und Jaulen (bis euch die Nachbarn anschwärzen) oder zerstören der Inneneinrichtung. Und dazu einen Hund der permanent unter Stress steht.
Wenn es also nicht anders geht, sucht ihm für Freitag jemanden, der auf ihn die 2 Stunden aufpasst.
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Vielleicht wäre es für euch eine große Hilfe wenn ein guter Trainer zu euch ins Haus kommt, sich den Hund, euch und dem Umgang mit dem Hund anssieht und euch ganz konkrete Tipps gibt.
Der Meinung bin ich auch.