Beiträge von PocoLoco

    Meine Hunde haben mich die letzten 9 Tage sehr beeindruckt. Ich habe die 9 Tage gearbeitet und meine Hunde mitgenommen. Wir sind zu Fuß zur Arbeit (und auch wieder zurück) und beide haben die teilweise bis 10 Stunden auf der Arbeit ruhig und gesittet verbracht (wurde von Kollegen sogar drauf angesprochen, wie brav sie sind). Wenn die Sonne schien und es warm war durften beide auf der Terrasse liegen (mussten allerdings angeleint bleiben) und wenn es nicht schön war, blieben sie im Pausenraum, wo immer wieder mal jemand vorbei ging und mit ihnen sprach oder sie knuddelte.

    Heute (mein erster freie Tag) haben sie mich damit beeindruckt, das sie einfach nur mit mir rumgefaulenzt haben und keine Lust auf große Beschäftigung haben.

    Mein Rüde ist ähnlich. Er kann sich draußen auch nicht entspannen. Nervt mich das, wird er mit "Mach Pause" oder wahlweise auch "Platz" ins Liegen befördert und muss dann halt liegen bis er wieder frei gegeben wird. Und er entspannt in der Regel nach einer Weile. Diese Weile wird auch immer kürzer.

    Ich hatte keine Hunde die sowas getan haben. Ich hatte nur mal einen, den ich nicht halten konnte bei Hundekontakt und jedesmal die Leine schnell über einen Pöller oder geschmissen habe, damit auch bloß nichts passiert. Habe ihn dann als Gassihund abgelehnt, weil mir einfach die Gefahr zu groß war, dass etwas mal passiert.

    Deswegen der Vorschlag dem Hund entweder ein Maulkorb zu verpassen (dann kann er zwar nicht mehr beißen, aber dennoch stoßen), oder dir zeigen zu lassen, wie du am Besten in der Situation reagieren kannst.

    Optimal wäre, wenn ein Trainer euch mal begleiten würde und sehen würde, was der Hund so anstellt.

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    Das Problem dabei ist, dass er fanatisch verspielt ist.


    Entweder ist er ein Spielzeugjunkie, oder diese Verhaltensweisen sind ein Stressventil.

    Spielzeugjunkies zeichnen sich dafür aus, nur noch Augen für ein (potentielles) Spielzeug zu haben. Jedes Objekt in der Hand eines Menschen könnte ein Spielzeug sein und er will will will es haben und zwar sofort.

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    Ich wollte ihn erziehen und hab mir vorgenommen immer laut aufzuschreien wenn er mich erwischt und es weh tut und ihn dann zu ignorieren.


    Das wird nichts nutzen, da das Verhalten nichts mit einer Beisshemmung zu tun hat. Er will nur das Objekt, alles andere ist ihm egal. Auch der Mensch, vorallem wenn er zu diesem keine Bindung hat oder ihn sonderlich kennt.

    Besser ist es, alles zu vermeiden, dass dieses Beutetriebverhalten auslöst. Um Himmelswillen weder irgendein Spielzeug mitnehmen, noch irgendwas anderes dazu machen (dazu gehört auch Stöcke schleppen).

    Und nun kommt das Aber und Allerdings: Bei unserem Tierheim musste ich damals einen Ausführvertrag unterzeichnen in dem explizit drin stand, dass ich keinerlei Erziehungsversuche bei den von mir ausgeführten Hunden starte. Ich war nur zum Ausführen da und das wars.

    Wenn jetzt 5 oder 6 verschiedene Gassigänger anfangen diesen Hund zu "erziehen", wird die gesamte Problematik wohl nur noch schlimmer.

    Ich sehe für dich nur 3 Möglichkeiten:
    1. du führst den Hund nicht mehr aus
    2. du bittest die Tierheimmitarbeiter darum dem Hund einen Maulkorb zu verpassen
    3. falls das Tierheim mit Hundetrainern zusammen arbeitet, bitte darum das dir dieser zeigt, wie du in diesen Situationen mit dem Hund umgehen sollst.

    Der Platz ist absolut nebensächlich. Es sei denn ihr wollt eine Dogge in einem 12m² Apartment halten.

    Wichtiger ist, wie lange der Hund denn am Ende alleine sein würde. Eingerechnet der Zeit, die er alleine bleiben muss, weil ihr Einkaufen müsst/zum Arzt etc.
    Wie ihr die Eingewöhnungszeit einrichten würdet.
    Wieviel Zeit ihr hättet dem Hund das allein bleiben beizubringen.
    Was ihr machen würdet, wenn der Hund zu den Hunden gehört, die es nie so richtig lernen.
    Was ihr macht, wenn der Hund mal nicht allein zu Hause bleiben kann (weil Hund krank oder andere Faktoren. Bei mir war es letzte Woche eine Wohnungsrenovierung hier im Haus und ich habe es nicht übers Herz gebracht, meine Hunde bei dem Krach auch nur eine Stunde allein zu lassen).

    Was wollt ihr ihm zum Ausgleich fürs lange Warten bieten?

    Also bei einem solchen Verhalten würde ich zuerst den Tierarzt aufsuchen, da es sich hierbei um eine Verwertungsstörung im Verdauungstrakt handeln kann, die akut aufgetreten ist, nachdem der Hund durch den Stress des "Frauchen-verlierens" gegangen ist. Dabei kommen mir Dinge wie Bauchspeicheldrüsenprobleme in den Sinn, die meist erst mit gezielten Blutuntersuchungen festzustellen sind und in einem normalen Blutbild nicht mitgetestet werden.

    Als zweite Alternative würde mir einfallen, dass der Hund nach dem ganzen Stress eine Automatisierung des Verhaltens, bzw eine Verhaltensstörung erfahren hat. Denn nein, ich halte das fressen der eigenen Ausscheidungen nicht für normal.

    Frisst er noch andere Hinterlassenschaften, oder wirklich nur seine eigenen?

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    Es liegt doch nicht an der Leine, die die Unfälle verursacht, sondern immer am menschlichen Versagen, weil die Leine nicht sachgemäß, verantwortungsvoll und mit Köpfchen benutzt wird.


    Mir persönlich ist es ziemlich Wurst ob nun der Mensch versagt hat oder die benutzte Leine wenn ein Hund überfahren unter meinem Auto liegt. Mir selbst ist mal ein Hund an der Schlepp vors Auto gesprungen und eben das Erlebnis vor ein paar Tagen mit der Flex. Für mich ist ein Hund der an einer Schleppe oder an einer nicht gestoppten Flex hängt genauso ungesichert wie ein freilaufender Hund. Ich finde beide Leinentypen haben an der Straße nichts zu suchen, bzw der Mensch am anderen Ende hat nicht zu schlafen, wenn er seinen Hund so viel Leinenfreiheit schenken will.

    Verbrennungen holt man sich allerdings mit jeder Leine. Ich habe mir mehrere Brandblasen mit der Schlepp und normalen 2 Meterleinen eingefangen und bisher noch keine mit einer Flexi.

    Mich stört vorrangig die schlechte Kontrolle die viele über den Hund haben mit einer Flex. Ich kann mir gedanklich irgendwie nicht vorstellen, wie man einen Hund an einer Flex schnell zu sich holen kann. :ka: Schon gar nicht, wenn dieser Hund in die andere Richtung will und jedes Mal beim Lösen des Stoppers wieder vorstürmen kann. Kann mir das vielleicht jemand anschaulich erklären? :lol: Bisher habe ich leider nur die versagende Fraktion kennen gelernt.

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    Also versucht nicht zu dominant zu sein.Weil z.b. Das Aufsteigen habe ich ihm schon längst abgewöhnt


    Ich habe ein wenig den Verdacht, dass du deinen Hund nicht richtig lesen kannst, bzw seine Verhaltensweisen nicht richtig interpretieren kannst. Ein Hund der aufsteigt macht es eher selten aus Dominanzgründen. Ich denke dir würde ein Crashkurs mit einem erfahrenen Hundetrainer gut tun. ;D