Beiträge von Cerridwen

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    sicherlich, nur wenn man als Trainer nicht bereit ist dem HH alle Wege aufzuzeigen damit dieser dann entscheiden kann was für ihn passend ist (bzw. den Weg mit ihm zusammen zu finden) dann behauptet man automatisch das der Trainerweg der einzig richtige ist.

    Wenn das nicht Einseitig ist.

    Aber darum ging es doch gar nicht in der Ausgangsfrage. Es ging darum, warum so viele ihre Hund mit Lecker erziehen.
    Und die Frage wurde ja nun zig fach beantwortet und auch Alternativen in verschiedenen Möglichkeiten genannt.

    Jeder hat nun mal seinen eigenen Weg und das ist doch auch gut so oder nicht? Der Weg ist nun mal egal, wenn es am Ende das ist, was man möchte.

    Hm mein Großer dreht beim ersten Pfiff ab und kommt freudestrahlend zurück ohne, was zu erwarten und trotzdem bekommt er eine verbale Bestätigung. Und was habe ich dann falsch gemacht, außer das ich Erziehung und soziales Miteinander trenne und nach einem Säulenprinzip arbeite?

    Ich meine das zeigt doch ganz deutlich, das es völlig egal ist, wie etwas aufgebaut wurde - sei es mit Lecker, mit kuscheln, mit verbalen Lob, mit Spiel oder was auch immer, wenn es zum Ziel führt. Es führen nun mal viele Wege nach Rom und genauso viele Wege gibt es in der Ausbildung und in der Erziehung von Hunden (und auch Kindern).
    Das Ziel ist und bleibt doch nun mal, das ein Verhalten zuverlässig gezeigt wird, der Weg dahin ist völlig egal und irrelevant. Nur das Ergebnis zählt.

    Bei mir sind das zwei getrennte Dinge. Du sprichst vom sozialen Miteinander (bei uns) und das läuft bei uns noch einmal getrennt von der eigentlichen Erziehung.
    Wenn ich etwas neues Aufbau, dann arbeite ich zu dem Zeitpunkt nur an diesem Punkt, während wir eine halbe Stunde später schon wieder etwas gant anderes tun.
    Nehmen wir zum Beispiel das "Aus" als Beispiel. Mein Hund weiß doch gar nicht was es bedeutet und ich muss ihn dazu bringen, mir das zu zeigen, was ich möchte. Säule 1 das Verhlten Abrufbar machen. Bedeutet, ich bestätige meinen Hund immer dann, wenn er etwas ausgibt und zwar in meine Hand (bei uns). Wenn er dieses Verhalten sicher zeigt, füge ich das Signalwort ein und bin bei Säule 2. Nun wird also immer das bestätigt, wenn er es auf Signal hergibt und auch noch, wenn er es von sich aus anbietet. Mit der Zeit gibt es nicht mehr bei jedem mal was und es wird in andere Übungen und ins Spiel eingeflochten und es werden nur noch Ausführungen bestätigt, die entweder besonders schnell oder besonders sauber ausgeführt wurde. Also Säule 3, die variable Bestätigung. Dabei und auch danach wird die Ablenkung immer mehr erhöht und es an viele verschiedenen Orten geübt und somit Säule 3 die Generalisierung des Verhaltens erarbeitet.

    Ähnlich ist es bei uns mit allem was gelernt wird. Es wird in möglichst ablenkungsarmer Umgebung begonnen und dann schrittweise erweitert.

    Aber das hat nichts mit dem sozialen Zusammenleben zu tun. Vertrauen, Regeln, Freiheiten gehören zum normalen Leben und das ergibt sich auch aus dem sozialem Leben meist von ganz allein.
    Vertrauen kann ich nicht anerziehen, das entwickelt sich. Ebenso ist die Integration in eine Familie keine Erziehungssache und auch die freie Entfaltung nicht, das sind alles Entwichlungsgeschichten.

    Das Fundament wie es so schön genannt wurde, fehlt also nicht unbedingt, wenn man einen anderen Weg geht oder weil man anders an bestimmte Dinge herangeht oder anders bestätigt.

    Sagen wir es doch mal so, die Hundeerziehung baut auf 4 Säulen auf:

    1. Verhalten abrufbar machen
    2. Signal einführen, ganz egal ob Sicht- oder Lautsignal
    3. Variable Bestärken
    4. Generalisieren

    Eigentlich ist es doch egal, wie man nun dafür sorgt, das dieses Verhalten was man möchte öfter gezeigt wird. Ob man es frei formt und immer auf die Situation wartet oder ob man in die Position oder das Verhalten lockt.

    Nur ist es doch so, das man im Schritt 1 doch generell mehr bestätigt, wie auch immer - das hängt doch auch zum einen vom Hund ab und vom anderen von dem Verhalten, was ich gerade bestärken möchte. Passive Verhalten kann man eher mal mit Leckerchen bestätigen und akitve halt eher mit einem Spiel.

    Wenn das Verhalten sicher gezeigt wird, dann werden doch die Bestätigungen automatisch weniger und es werden meinetwegen nur noch Ausführungen ein einem bestimmten Zeitfenster bestätigt oder nur noch eine besonders saubere Ausführung.

    Meine Hunde bekommen Leckerchen und betteln nicht, meine Hunde werden in Bus und Bahn bestätigt, wenn sie liegen und nicht zappeln und sie stehen dann auch nicht auf oder verlassen diese Position - maximal wird der Kopf gehoben. Auch das ist alles Übung und der Hund kann es lernen.
    Mein Großer ist auch so, das wenn er keine Lust auf Leckerchen hat, sich die Belohnung nicht abholt, weil er nach einer Clickerbestätigung lieber am Rand schnuffeln will und das Bestätigung genug für ihn ist. Auch ist es ihm manchmal Belohnung genug, wenn er irgendwo warten muss und ich komme wieder zu ihm zurück.
    Es kommt doch immer darauf an, wie man die Bestätigung einsetzt und wie der Hund darauf reagiert. Bei mir würde ein Streicheln und Knuddeln gar nicht gehen, weil Feyd das gar nicht mag, aber für ihn ist es die größte Belohnung, wenn er einfach bei mir liegen darf.

    Ich finde, jeder sollte selber seinen Weg finden, wie er seinen Hund bestätigt und ob es nun Lecker ist oder nicht, ist doch völlig egal. Wenn wer lieber mit Spiel, Rennen und kuscheln bestätigt ist es doch gut so und wenn wer lieber mit Lecker arbeitet ist es doch auch nicht schlimm. Hauptsache der Hund weiß, das er was toll gemacht hat und das es ein Verhalten war, das erwünscht war.

    Nur frage ich mich, wenn wer gar nicht bestätigt und nur Fehlverhalten negativ bestärkt, wie man dann positives Verhalten aufbauen kann, wenn das ignoriert wird. Das ist mir noch nicht ganz klar. (Bezieht sich auf die Aussage: positives ignorieren und negatives mit Pfui belegen)