Beiträge von Cerridwen

    Nein ist ein bei uns, wenn er zum Beispiel etwas macht was er nicht soll. Zum Beispiel sich einen Schuh schnappen oder im Müll stöbern. Nein kannst du auch verwenden, wenn er schon den Schuh hat, dann gehst du hin, bietest ihm was an, an dem er kauen darf. Vorher sagst du nein nimmst den Schuh und gibst dann das Lecker. Hält der Hund den Schuh fest, dann halte ihm das Lecker vor die Nase und in dem Moment wo er die Schnute aufmacht, kannst du Aus sagen. Damit kannst du dann auch später alles was der Hund in der Schnute hat Ausgeben lassen, selbst wenn es dann zum Beispiel an Dummy´s geht.
    Abbruchsignal ist bei uns Schluss und wird verwendet, wenn die Hund zum Beispiel im Spiel überdrehen oder anfangen an uns oder sich herumzuziehen. Damit wird eine Handlung die schon im Gange ist unterbrochen.
    Pfui gibt es, wenn Hund draußen an etwas "leckerem" schnuffelt und die Gefahr besteht, das er es aufsammelt und frisst.
    War das verständlich so?

    Zitat


    In unserem Fall sähe es so aus, dass der Mensch versuchen muss, seinen Hund auf den Rücken zu werfen und zur Demutshaltung zu zwingen, dabei die Hand an die Kehle des Hundes legt und etwas zudrückt. Klingt gefährlich und sollte auch nur im äußersten Ernstfall angewandt werden, und auch nur, wenn man wirklich dazu in der Lage ist. Keine Angst, man tut dem Hund dabei nicht wirklich weh, solange es nicht eskaliert. Aber wie gesagt, nur im Notfall (Hund beißt oder so...) und nur, wenn man es wirklich durchzieht. Auf halben Weg aufzuhören, käme einer Katastrophe gleich, da ungeklärt bliebe, wer nun wirklich der Stärkere und damit der Rudelführer ist. Und man sollte Schmerz aushalten können, denn der Hund wird mit Sicherheit dabei versuchen sich zu wehren und zu gewinnen, was natürlich den einen oder anderen Zwicker mit sich bringt.

    Wenn ich erst mit einem Hund kämpfen muss, damit ich ihn auf den "Rücken bekomme", dann sollte ich gar nicht erst den Versuch unternehmen. Mit einem Kampf zeige ich meinem Hund gar nichts außer das ich körperlich schwächer bin als dieser und dann kann es passieren, das er seine körperliche Kraft ausnutzt und mich massiv in die Schranken verweißt. dann erst hat man den Supergau und zwar genauso, als wenn man versucht den Hund auf den Rücken zu legen und dann mitten drin aufhört.
    Hunde schmeißen sich auch nicht gegenseitig auf den Rücken, die Unterlegene legt sich selber hin und bleibt dann liegen, bis der stärkere ihm wieder erlaubt aufzustehen.

    Nun "Aua" ist doch ein menschliches Sprachwort und wird somit zu einem Signalwort und verknüpft sich mit der Zeit genauso wie ein Sitz oder Platz. Welpen oder Hunde verwenden doch keine menschlichen Sprachworte, da ist der kleine aber feine Unterschied. Wenn ich meine Hunde oder die Welpen in meiner Gruppe bei deren Geräuschen zuhöre, weiß ich als Mensch das ich nicht in der Lage bin, diese Geräusch zu imitieren, egal wie sehr ich es versuchen und egal wie lange ich es üben würde. Ähnlich ist es eben mit den viel gepriesenen Schnauzengriff. Dieser wird von Hunden in sehr viele Situationen mit vielen verschiedenen Intentionen eingesetzt. Punkt 1. ist, der Hund hat Zähne und unsere Hand nicht. So können wir also schon mal gar nicht die Druckpunkte entsprechend der Zähne und können die Intensität des Griffes gar nicht so gezielt einsetzen und imitieren. Dann der Alphawurf, kein Hund wirft einen anderen Hund um, weil wenn ein Hund das nicht will, wird er sich dagegen wehren. Ein Hund unterwirft sich dem "stärkeren" Tier und legt sich selber auf den Rücken und gibt die Bauchseite ungeschützt frei und der andere stellt sich dann drüber und schaut noch mal, ob der andere es wirklich ernst meint mit seiner Unterwerfungsgeste.
    Dann das Ding mit der Zeitung als Verstärker. Als ich vor 20 Jahren anfing, wurde ich damit auch noch konfrontiert und fand es da schon nicht lustig, besonders wenn es hieß, man rolle eine Zeitung zusammen und schlage es auf das, an dem der Welpe rumkaut. Lustige Sache, wenn der Hund auf dem Hauskater rumkaut. :hust: Eben so mit der Rappeldose, Schellen oder ähnliches. Bei manchen Hunden mag es funktionieren, aber dann bitte als anonyme Strafe, so das der Hund gar nichts weiß woher es kommt und sich sozusagen punktgenau selber bestraft. Ansonsten können diese Dinge zum einen mehr Schaden anrichten als nutzen bringen, besonders bei einem so jungen Krümmel.

    Wie schon gesagt, biete ihm was. wo er dran kauen darf und wenn er im Spiel zu feste beißt, unterbrich das Spiel mit einem Signalwort in quitschender Stimme - Grund ist, das es dann besser durch die Welpenohren als Arlam dringt - und biete ihm im Tausch ein Spielzeug und lasse ihn ganz kurz alleine damit spielen (vielleicht in dem du es etwas von dir weg wirfst) und spielt dann gemeinsam weiter. Wie auch schon gesagt, die letzten Zähnchen brechen noch durch, das kann auch schon mal weh tun und wenn man kaut, wird es besser. Das kommt noch mal zurück, wenn der Zahnwechsel kommt, nur das dann weniger die Menschen als mehr Gegenstände angeknabbert werden.

    Bei Welpen gibt es 3 Mantras die man eigentlich den ganzen Tag herunter betet, das ist ein Abbruchkommando, ein Pfui und ein fein.

    Ich habe einen Koffer und da ist so viel drinnen. Angefangen von einer homöopathischen Notfallapotheke, Verbandszeug in allen möglichen Varianten, einige Medikamente wie Augentropfen, was gegen Bauchschmerzen, Fieberthermometer, Zeckenharken, Pfotenschutzschuhe, Desinfektionsmittel, Salben für verschieden Dinge.
    Ein kleines Päckchen habe ich immer im Rucksack, falls ich unterwegs mal was brauche.

    Zitat

    Jüngere Leute wollen keine Erfahrungswerte mehr annehmen oder sie werden in den Boden gerammt und als veraltet dargestellt. :headbash:

    Nun ich nehme gerne Erfahrungswerte in der Hundeerziehung an, aber nur wenn diese sich auch mit den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen decken und nicht schon eine Bart bis auf den Boden haben. Viele ältere Leute haben sich auch entsprechend weiter entwickelt und geben es ihren Schützlingen weiter, das eine Zeitung in der Hundeerziehung nichts mehr zu suchen hat.
    Aber auch die Generation 50+ nimmt ja keine Erfahrungswerte an, sondern bleibt stur auf ihrer Schiene und meinen sich im Recht und rammen neue Erkenntnisse in den Boden oder tun sie als neuen unnützen Schnickschnack ab.
    Es ist also mal wieder - und wie überall ein Generationenkonflikt. :hust:

    ich habe auch einen Bordermix und meiner ist ruhig und wartet. Er bellt nicht wenn es klingel oder er knurrt in der Situation. Einzig und allein, wenn jemand länger vor der Haustür steht und nicht klopft oder klingelt, wir geknurrt und mal kurz gewufft.

    Versuche die ganze Situation in kleine Schritte aufzusplitten und schau, das du zuerst ein Verhalten umlenkst. Zum Beispiel wirf ihm ein Ball, wenn es klingelt oder einen Kong. Mit einem Ball in der Schnute kann man nicht bellen und wenn man zum Beispiel Leberwurst aus einem Kong schlabbert, kann man auch nicht bellen. Damit nimmt man dann auch etwas Speed aus der Bewegung.

    Später fängt man dann mit der Impulskontrolle an und lenkt den Impuls auch wieder von Ball oder Kong weg.

    Der Weg ist lang, aber auch effektiv.
    Aber man muss auch auf den Rest der Mensch - Hund - Beziehung achten und dort dann vielleicht auch mal die Regeln hinterfragen und ändern.

    Tja schade nur, das ich die Thematik sehr gut kenne und das von vielen verschiedenen Rassen und Geschlechtern. Hat das Leiten einer Welpengruppe so an sich, das man mit diesen Problemen konfrontiert wird. Meine Gruppenbesucher fühlen sich bei uns auch sehr gut aufgehoben und kommen eher zu uns als zu Gruppen, die mit veralteten Methoden agieren.

    Gerade weil das Problem sich mit der Zeit steigert, denke ich, das etwas in der Kommunikation und in der Auslastung/Aufgabe nicht zusammen passt.

    Natürlich mag es sein, das der Trick mit mehreren Leuten üben funktioniert. Bodychecks können sehr viel Erfolg bringen, aber es kann auch böse nach hinten losgehen. Einfach aus dem Grund, weil du schon das eine oder andere immer mal wieder probiert, um dann wieder etwas anderes auszuprobieren. Es wird schwer sein aus der Entfernung ohne euch gesehen zu haben wirklich gezielt etwas zu sagen oder zu raten.
    Je nach Situation würde ich schauen, welches Alternativverhalten nun noch nicht in dem Zusammenhang versaubeutelt wurde und es darüber versuchen.

    Ich habe zum Beispiel beim Klingeln meinen Hund in die Küche geschickt und die Tür zu gemacht. Später habe ich ihn dann eine Decke neben die Küchentür und gegenüber der Wohnungstür gelegt und den Hund darauf geschickt und das ruhige Warten bestätigt und wenn dann der Lieferant weg war oder der Besuch in der Wohnung, durfte der Hund diese Decke wieder verlassen und es wurde noch mal richtig getobt oder der Besuch begrüßt.

    Vielleicht wäre es ratsam, das du dir jemanden kommen lässt, der sich den jetzigen Status und das sonstige Verhalten einmal anschaut und unter die Lupe nimmt.