Erstens ist das Anspringen bei Hunden eine Art der Begrüßung, Hunde lecken dem Neuankömmling, wenn er im Rang höher steht die Lefzen. Nun was kann der Hund dafür, das unsere Lefzen (Lippen) soweit oben sind? Nichts, aber um entsprechend Respekt bezeugen zu können, müssen sie uns anspringen - das hat also nichts mit Besucher kontrollieren zu tun.
Zweitens finde ich es ganz schön bedenklich, in einem Forum einen Tipp wie zurück beißen oder ähnliches zu geben. Denn zum einen muss man dort schnell sein und zum anderen schon eine mehr als stabile Position. Wenn ich diese Position aber noch nicht habe, dann kann dieser Tipp sehr böse ins Auge gehen und es kann dann erst recht zu einer Attacke des Hundes kommen. Ich kenne davon so ein oder zwei Kandidaten, wo dieses geschehen würde und ich könnte mit 100%iger Sicherheit sagen, das die Besitzer dann im Krankenhaus und der Hund unter er Erde landen würde.
Bewusstes Rempel würde ich da auch schon zu zählen.
Es mag bei einigen Hunde funktionieren, aber dazu sollte sich ein Trainer bitte vor Ort sich die Situation und den Kern des Auslösers anschauen und dann kann man zusammen entscheiden, ob es etwas bringt oder nicht - mal davon ab, das es eh eher unter gleichrangigen Tieren gezeigt wird. Ein Leittier straft einen Rüpel auch immer mit entsprechender Ignoranz.
Das es für einen Hund enormen Stress bedeuten, wenn er nicht jede läufige Hündin bespringen darf, ist auch ein schon längst überholter Schmarren mit meterlangen Bart. Auch ein Hund kann seinen Trieb kontrollieren und schiebt keinen Frust, wenn er nicht decken darf. Er kann es sogar lernen, ruhig und kontrolliert zu arbeiten, selbst wenn eine läufige Hündin direkt vor seiner Nase rumschlawenzelt. Aber auch das nennt man Training und Impulskontrolle.
Es ist ja auch in der Natur so, das in einem Rudel sich nur die Leittiere fortpflanzen und die anderen Tiere im Rudel nicht und dort geht das Leittier ja auch nicht hin und beißt den rangniedrigeren Tieren die Eier ab. Ganz im Gegenteil, die haben gelernt, wo ihr Platz ist und was ihre Aufgabe ist. Genauso kann es auch ein intakter Hund lernen und sich entsprechend benehmen.
Im Grunde kann ich nur hoffen, das sich niemand wirklich diese Tipps zu Herzen nimmt, denn diese Tipps schaffen unter Umständen eine Frustration und dazu eine entsprechende Angst kombiniert mit Meidung. Was möchte man aber haben? Einen Hund der freudig mit macht und sich gern bei mir aufhält und sich gut führen lässt oder einer Hund, der bei einer schnelleren Bewegung in Deckung geht und eher lustlos neben einem hertrabt.
Es gibt den schnellen Weg der Erziehung, der ist aber nicht immer der dauerhafteste und es gibt den langsamen, welcher meist mehr von Erfolg gekrönt ist, weil es einfach nachgewiesener Massen dauerhafter ist.