Mal ganz ehrlich, Du machst dem Hund das Halti drauf, weil es für dich entspannter und bequemer ist und du willst nicht mehr üben, weil du es 8 Monate gemacht hast - wenn du mal Zeit hattest - und keine deutlichen Erfolge gesehen hast.
Wenn ich das aus den Zeilen geht hervor, das scheinbar außer Gassigehen und im Garten oder sonst wo tollen mit Pippi nichts gemacht wird. Sprich es hört sich so an, als ob der Hund rein nebenher läuft - Ziele hin oder her.
Aber ein Hund braucht doch etwas mehr als nur Gassigehen, tollen, toben und ein bisschen Ansprache.
Dein Freund ist selbstständig und arbeitet am Haus? Na super, warum geht ihr dann nicht zusammen gassi und jeder nimmt seinen Hund? Damit wäre das Problem im groben gelöst und du müsstest dich nicht um die Erziehung kümmern und wenn dein Freund wirklich mal nicht kann, kannst du immer noch alleine gehen und zwar nur gehen.
Ja in dem Buch wird auch ein Halti in der Anfangsphase zur Absicherung des Hundes, Menschen und der Umwelt empfohlen, aber mit einem ganz klitzekleinen Unterschied: neben dem harten und gezieltem Training und nicht damit es für den Halter bequemer ist.
Du hast immer noch deinen Denkfehler. Du denkst immer noch, das wenn der Hund sich daran gewöhnt hat und aufgrund des Haltis die richtige Reaktion zeigt, kann man das Halti wieder weglegen und alles geht so weiter. Das wird es aber nicht. Dieser Hund wird seine Leineaggression nicht ablegen, wenn du so weiter machst, was wiederum bedeutet, er wird bis zum Ende seiner Tag immer wieder am Tag dieses Halti angezogen bekommen.
Ich bin auch selbständig und arbeite von zu Hause und mit Außenterminen und ich muss mich tagsüber auch um unsere Hunde kümmern und mein Männe hat eigentlich eine 40 Stunden Woche, aber es kommt nicht selten vor, das es eine 60 Stunden Woche wird. Das bedeutet ich kann mich auch nicht wirklich auf ihn verlassen, das er da ist - außer vielleicht am Wochenende. Dann kann ich ihn in die Erziehungsarbeit mit einbeziehen, auch wenn mein Mann unbewusst immer wieder gegen mich arbeitet. Ich brauche auch einen gezielten Timetable, an dem ich mich zeitlich orientieren kann, damit ich alles unter einen Hut bekomme.
Ich hatte einen leinenagressiven Betreuungshund, mit dem bin ich dann extra gelaufen, also erst mit unseren und dann mit dem - war dann pro Gassirunde mal locker 1,5 - 2 Stunden. Dann mit beiden noch Kopfarbeit.
Mein Hund hatte eine Aggression auf Fahrräder, die habe ich auch ohne Hilfe meines Mannes bearbeitet und diesen hat es auch nicht wirklich gestört, das der Hund den Rädern hinterher wollte. Da musste ich auch wieder getrennt gehen und habe mir diese Zeit nehmen müssen und alles entsprechend einteilen.
Da muss man einfach etwas besser planen und vielleicht mal einen Tag etwas anderes zurückstecken, dann gehe ich zum Beispiel mal eine Woche weniger oder gar nicht zum Sport.
Was die Frage anging, was mit Vertrauen, Führung, Konsequenz und Respekt auf sich hat, das der Hund ein Fehlverhalten an der Leine zeigt. Leider ist es tatsächlich so, das 99% dieser Probleme aus dem Verhalten des Besitzers resultieren und zwar wegen mangelnder "Führung". Für viele ist es sogar unbewusst, das sie dem Hund Signale aussenden, das er der "Rudelführer" ist und das entsprechend mit allen Aufgaben. Nur leider sind auch 95 % aller Hunde die diese Aufgabe übernehmen, mit der Aufgabe als "Oberhaupt" überfordert.