Ich habe eine Border Collie - Labrador Mix und einen Jack Russell - Foxterrier - irgendwas bulliges - Mix. So und nun kann man mal raten, wer mir in der Erziehung mehr abverlangt hat.
Nicht der Borderlabbi. Der hat zwar auch seine 5 Minute gehabt und auch der hat mal - und das nicht in der Pubertät - Fahrräder gejagt. Aber das hatte alles in allem nichts mit Jagd- oder Hütetrieb zu tun. Zum einen wurde er mehrfach angefahren und fand die Dinger einfach doof und zum andren war er zu der Zeit etwas unausgelastet und hatte Langeweile.
Also habe ich dann - zu dem Zeitpunkt immer noch mit 3 Hunden unterwegs - einfach wieder die Spaziergänge interessanter gestaltet und mehr Action in den Tagesablauf gebracht, was gar nicht so einfach war, weil ein Hund bei mir mitlief, der nicht so Action haben durfte. Der Spuck war an der Leine und im Wald sehr schnell gegessen, weil auch der Grundgehorsam entsprechend war, aber auf dem Hundespielplatz war es dann schon noch eine Nummer anstrengender. Aber auch da habe ich es sehr schnell hinbekommen und der Hund ist - wenn er dann doch mal ansetzt - abrufbar.
Dagegen ist meine kleine Kröte um einiges anstrengender und steckt immer alle Hunde im Umkreis mit an, um Blödsinn zu machen und braucht hin und wieder noch eine Extraeinladung, wenn die Motivation nicht stimmt. Bei dem Floh muss ich deutlich mehr üben und arbeiten, damit der ausgeglichen neben einem hertrabte.
Selbst hier in der Großstadt sieht man Border und Aussi inzwischen sehr häufig und die Leute gehen mit denen zum Treibball, zum Agility, zum Dogdance oder auch Rettungshunde, Besuchshunde oder einfach nur Abenteuerspaziergänge und diese Großstadthütehunde sind gut drauf und wirken sehr ausgeglichen und glücklich. Bisher hatte ich nur einen, der mal zu einem Seminar zwecks Hüten war, aber da hat sich der Hund wohl nicht wirklich mit Ruhm bekleckert, so das er es dann gelassen hat.
Warum mein Borderlabbi damals eingezogen ist? Weil ich eigentlich einen andren Hund aus dem Tierschutz haben wollte und der aber dann bei seiner Pflegestelle blieb und mir dann unser kleiner Mann angeboten wurde. Der war ein Sonnenschein und war genau das was ich wollte, neugierig, quirlig und aufmerksam. Nach ca. 1 Woche Bedenkzeit haben wir zugesagt und eine weitere Woche später haben wir ihn dann abgeholt und bei seinen 11 Wochen wussten wir noch nicht, was uns erwarten würde und welcher Teil seiner Mischung mehr durchschlagen würde. Ich hätte mir zwar den Labbi gewünscht, aber der Border ist auch okay und wenn ich ihn mit zur Arbeit in die Welpen- oder Junghundespielgruppen oder zu Angsthunden mitnehme, dann ist er der Star und eigentlich mögen ihn alle, weil er einfach nur Zucker ist, einen aufgeschlossenen - aber dennoch zurückhaltenden Charakter hat und immer den Schelm im Nacken sitzen hat und das auch über seinen Blick ausdrückt und jeder sich an seinen geschmeidigen Bewegungen erfreut.
Ich würde - wenn diese Entscheidung wieder anstehen würde - immer wieder so entscheiden.