Nun zum einen kann man keinen Respekt erzwingen - da sind wir uns hoffentlich einig. Respekt muss man sich verdienen und diesen wird man nicht geschenkt bekommen.
Respekt ist keine Erziehung, aber aus Respekt entsteht eine Beziehung und daraus eine Möglichkeit mit seinem Hund umzugehen, die - wenn man es schon im Welpenalter damit angefangen hat - eine Erziehung fast unnötig zu machen. Da wir aber alle noch etwas mehr von unseren Hunden erwarten, als nur Respekt, werden wir auch alle in irgendeiner Art und Weise eine Erziehung vornehmen.
Wenn ich jetzt als bekennender Weicheivertreter meine Hunde über Alternativen lenke und viele Verhaltensweisen über shaping aufbaue und auch clickere, so heißt das nicht das ich nicht auch Respekt - und damit auch Regeln - von meinen Hunden erwarte und diese auch meinen Hunden entsprechend entgegen bringe.
Trotzdem müssen sie auch mal mit einer Bewegungseinschränkung/Body Check leben, weil es in dem Moment vielleicht wichtig ist oder weil mein Hund in einer gewissen Art und Weise unhöflich ist.
Ich sage meinen Hunden auch nicht, das sie hinter mir laufen sollen, sie tun es in der Regel von sich aus. Es gibt aber Situationen - enge Wege, viele Menschen oder was auch immer - wo ich von meinen Hunden verlange das sie nach hinten gehen und sie tun es dann auch, weil sie wissen, das es wichtig ist.
Gerade Respekt von beiden Seiten kann man doch wunderbar mit anderen Methoden kombinieren, wenn und wie man es denn möchte.
Mit dem Element Respekt zu arbeiten heißt ja nun nicht, das man auf alles andere verzichtet.
Mein Hund hat zum Beispiel die Angewohnheit, das wenn er eine Situation oder einen Hund nicht einschätzen kann, dann geht er hinter mich und lässt mir die Entscheidung. Worüber ich oft sehr dankbar bin. Mit dem Alter, er wird jetzt 3 und hat seine Pubertät hinter sich gelassen, merkt man das es jeden Tag etwas mehr wird und auch in Situationen, die er sonst gern alleine geregelt hätte.
Aber wenn ich mir den Kampf von einem Bekannten mit seinem pubertierenden Rüden anschaue, dann sehe ich schon sehr deutlich den Unterschied, ob der Hund seinem Menschen vertraut oder eher doch nicht.
Also von daher meine Meinung Respekt und Wissenschaft, Wattebauschwerfer oder "weiche" Erziehung schließen sich nicht aus.