Zitat
Gibt es einen besseren Grundstein?
Sowit ich weiss ich Kynologie hier kein Studienfach oder irre ich mich?
Na dann mal Hand hoch: Welche der hier vorhandenen Trainer hat ein abgeschlossenes Biologiestudium mit Fachrichtung Verhaltensbiologie und welchen Abschluss genau? Diplom oder Dr. oder gar Prof?
Um die Frage wie wird man Hundetrainer noch einmal aufzugreifen:
Wichtig finde ich an allererster Stelle einmal die Frage nach dem Warum. Wenn ich höre, weil ich gern mit Hunden arbeite, denke ich immer werde lieber Tierpfleger im Tierheim.
Ich persönlich finde es erst einmal wichtig, das man sich mit Anatomie, Physiologie und der Psychologie auseinander setzt. Wie funzt der Körper und welchen Einfluss hat das auf das Verhalten. Wo werden welche Hormone gebildet und warum haben diese Hormone gerade diesen Einfluss auf das Verhalten. Dicht gefolgt von den wirklichen Verhaltenszusammenhängen, von Erbanlagen und wann diese ausgebildet werden und wie diese Aktiviert werden. Welche Anlagen sind noch "wolfstypisch" und warum, welche Interaktionen sind natürliches Repertoire und welche angerzogen und so weiter und sofort.
Gut ich gebe zu, das dieser Bereich durch ein Studium sehr gut abgedeckt wird, aber es gibt auch sehr gute Fachliteratur zu dem Thema und auch anderen Bildungsträger, die einem dort helfen, dieses zu verstehen und sich damit dieses Wissen anzueigenen.
Dann finde ich sehr wichtig, das ein Ausflug in die Krankheitslehre und die Behandlungsmöglichkeiten schon auch in gewisser Weise wichtig sind. Denn viele Verhaltensweisen können körperliche Ursachen haben und gewisse Krankheiten gehen mit ganz bestimmten Verhaltensweisen einher. So kann man oft schon sehr gut eingrenzen, wo ein Problem liegen könnte und kann dem Hundehalter gezielte Untersuchungen anraten. Das macht es oft einfacher als einen großen Rundumcheck zuveranlassen, wo dann der TA doch wieder die Hälfte der Werte nicht hat, weil diese dann doch spezieller sind.
Wichtig finde ich auch immer in dem Zusammenhang der Verhaltensprobleme die Ernährung und da sollte man dann auch wissen, was bestimmte Lebensmittel im Körper verursachen und was das zur Folge hat. Es gibt unter 50 Kunden garantiert einen, der nicht nur wissen will, das sein 1 - Euro - Supermarktfutter schlecht ist, weil die Zutaten schlecht und minderwertig sind, sondern der will dann ganz genau wissen, warum dieses schlechte Futter einen Einfluss auf das Verhalten seines Hundes haben soll.
Dazu ist es immer ganz nützlich, sich einen Kommunikations- oder Rethorikkurs anzutuen. Damit man einen Überblick über Kommunikationstypen und -arten bekommt und wie man mit diesen umgeht und wie man Kommunikationen zu einem guten und sicheren Ziel fühlt. Positive Kommunikation und negative Kommunikation haben schon einen großen Einfluss auf die Arbeit. Zudem ist auch gut, um sich im aktiven Zuhören zu schulen.
Daneben kann ein Kurz zur Existenzgründung, Buchhaltung und Marketing nicht schaden.
Dann und erst dann - meine Meinung - sollte man anfangen sich um die Praxis zu kümmern und das natürlich auch sehr breitgefächert und auch Dinge, wo man genau sagen kann, danach würde ich niemals arbeiten. Ob es nur Kurse, Seminare, Schulungen, Vorträge, Vorführungen, Tag der offenen Tür oder was auch immer ist, ist dabei völlig egal. Dazu sollte man sich auch Veröffentlichungen jeglicher Art dieser Referenten zu Gemüte führen. Das ganze sollte man auch immer Länder oder gar Kontinente übergreifend im Auge behalten.
So bekommt man einen sehr schönes wissen und man ist - trotzt - seiner eigenen Linie viel flexibler im Umgang mit Problemen und kann schneller mal das passende für das jeweilige Mensch - Hund - Team finden.
Aber es ist eigentlich unrelevant, ob man nun das Geld für entsprechende Fachliteratur ausgibt - und da gibt es einige - oder ob man zu einem Ausbildungswerk geht und sich dort entsprechend eines System ausbilden lässt. Wichtig finde ich, das man verstanden hat, was man da gelernt hat und es auch dem Kunden mit einfachen Worten wieder erklären kann, so das dieser auch versteht, warum das genau so ist und aus welchem Grund das genau so gemacht werden sollte, denn der Trainer sollte niemals zu eine Guru oder Besserwisser werden, sondern immer Helfer für die Menschen bleiben.