Und zum Hund im Alltag sehe ich es ähnlich wie im Sport. Warum soll ich ein Verhalten, was der Hund vielleicht schon kann, bei einer zum Beispiel eigenständigen Ausführung nicht belohnen? Auch da kann ich bei gehen und das Verbal und vielleicht mit einem Markerwort belegen. Aber ich kann auch da etwas variabel sein und vielleicht etwas ganz besonders mit einem Beutezerrspiel belohnen und das Verhalten noch mal extra Positiv bestärken.
Beste Beispiel ist, das ich einen Reiter übersehen haben. Mein Hund hat ihn gesehen, geht 20 m auf ein Wiese, die an dem Weg ist - weil wir das immer machen, wenn wir einem Reiter begegnen - und schaut mich an. Nun in dem Moment habe ich das Pferd gesehen und meinen Hund angewiesen, sich hin zulegen, weil ich noch ein Stücken weg war. Ich gehe also auch auf die Wiese und hatte meinen Hund vorher schon verbal gelobt. Weil ich aber stolz auf ihn war, habe ich danach noch schnell den Beisswurst aus der Weste gezaubert und habe mit ihm kurz getobt - während die anderen beiden im Down auf der Wiese lagen und zuschauten. Nach der kurzen Tobeeinheit, bekamen alle noch ein Lecker und wir sind weiter gewandert.
Wäre mein Offlinehund bei Sichtung des Reiters zu mir gekommen, hätte er auch nur ein verbales Lob bekommen und wir wäre alle gemeinsam auf die Wiese gegangen.
Oder wenn mein Kurzer einen Hasen aufspringen sieht, dem 3 Sprünge hinterherläuft und sein Verhalten von selbst abbricht, noch bevor ihn ihn rufen kann und zu mir geschossen kommt, dann wird der auch deutlich "besser" und "motivierender" belohnt, als wenn er nur den Rückruf ausgeführt hätte.
Es kommt halt immer auf das Verhalten an, welches ich erwarte und welches mir gezeigt wird. Danach kann man die Belohnung entsprechend variieren und anpassen und es gibt bei uns sogar Dinge, die werden bei uns gar nicht mehr belohnt, wie das Warten an Weggabelungen.