Beiträge von Cerridwen

    Es ging um Beispiele aus meiner Praxis sozusagen, bei denen ich mit schönfüttern am Anfang überhaupt nichts erreichen konnte oder hätte können.

    Meine dürfen im übrigen auch zu mir kommen und "Pfötchen halten", wenn was spucky ist. Ist bei meinen nicht viel, kommt aber schon mal vor.

    Du dieser Hund hatte einen Raum ohne Fenster mit Lüftung und wenig Geräuschen von außen, der ist trotzdem kurz vor Kreislaufkollaps gewesen, trotz Beruhigungsmittel. Das nächste mal kam der TA raus und narkotisierte, war ein teures Sommergewitter.

    Aber es ging ja um Aussagen, das man halt dann einen Fehler macht, wenn der Hund in Angst kein Futter nimmt. ;) und das Berührungen/Steicheln nicht helfen.

    Im Übrigen hat es diesem Hund geholfen, das ich mich neben dem auf dem Boden gelegt habe und dem sozusagen das Pfötchen gehalten haben, ihm über die Beine gestrichen habe, ihm die Brust getätschelt habe, über den Rücken gestrichen und später - viel später - zusammen "genascht" haben, er an Würstchen und ich Nüsse.
    Selbst ein souveräner Hund hatte nicht geholfen.
    Heute findet der Hund Gewitter immer noch nicht so toll und kriecht unters Bett, aber seine Leute brauchen keinen TA mehr rufen.
    Gut Feuerwerk ist noch immer schlimmer als Gewitter.

    Es hat im übrigen auch keiner gesagt, das Berührungen und Streicheln alleine die Therapie sind, sondern nur ein Teil des Ganzen.

    Ich frage mich gerade wie man bei Umweltängsten den Auslöser kontrollieren soll und dafür Sorge tragen kann, das der Hund mit diesen nicht oder nur in einem Rahmen den er ertragen kann konfrontieren solle.
    Ich habe keine Ahnung, wie ich eine zuschlagende Autotür, eine Fehlzündung, ein Gewitter, ein zuschlagendes Fenster oder ähnliches kontrollieren soll oder gar dosieren.

    Was macht man mit einem Hund, den ein ruhiger Zufluchtsort bei einem Gewitter nicht ausreicht? Der bei jedem Gewitter fast kollabiert und der nicht nur ein normales Beruhigungsmitte braucht, sondern narkotisiert werden muss, mit allem was dazu gehört?

    Wenn die Pubrtät vorbei ist
    wenn der Mensch am interessantesten ist und nicht mehr die Umwelt
    wenn die Übung immer wieder und wieder wiederholt wird, vernünftig bestätigt wird.

    Das ist eine Frage, auf die es keine Antwort gibt oder doch vielleicht 42 ;)

    Nun ich sehe da noch einen dritten weg, nämlich der Hund "überlegt" und such sich ein selbst ein Verhalten, das erwünscht wird.

    Frei nach dem Motto, damit komme ich nicht zum Erfolg, also probiere ich etwas anderes, vielleicht klappt das und wenn das nicht, dann vielleicht das.

    Ähnlich nach dem Prinzip des shapens. Denn der Hund bekommt Aufmerksamkeit, wenn er sich richtig verhält, also in Beispiel Nachhausekommen beruhigt und entspannt hat.
    Lerneffekt wenn ich rum hüppe und mich aufführe wie ein Eichhörnchen auf Speed passiert nix, bin ich ruhig und warte entspannt, dann bekomme ich Aufmerksamkeit.

    Natürlich kann ich auch einen Hund mit einem Puls von über 200 versuchen zu erklären, das er doch bitte in seinen Korb gehen sollt und warten oder das er sein Spielzeug holen soll, aber wie lange wird es dauern, bis der Hund das sicher verknüpft hat und dann keinen Puls von 200 mehr hat?

    Umlenken kann man vieles und eigentlich auch alles, genauso auch das alternative Verhalten. Aber nicht immer ist es clever dieses zu machen.

    Es ist halt etwas, was bei mir immer sehr gut funktioniert hat und nicht nur bei meinen eigenen Hunden, sondern auch bei vielen anderen, aber niemand muss es machen.
    Ich habe im übrigen auch mal angefangen mit "deckeln", mit schicken auf die Decke oder mit etwas holen lassen und ähnliches. Was hat es gebracht nichts. Sobald ich sie nicht "deckelte" rasten sie wieder um mich herum und führten sich auf wie Axt im Walde, mit der Folge blaue Flecken und Schrammen und hin und wieder auch mal defekte Kleidung.
    Dann wurde es mir zu bunt - aber auch noch wegen anderen Dingen in der Pubertät - und ich fing an gewisser Verhaltensweisen konsequent zu ignorieren und siehe da es funzte und unsere Beziehung machte noch mal einen riesigen Sprung nach vorne.

    Wer sagt, das sie funktionieren müssen wie ein Roboter? Also meine müssen das nicht, sie dürfen eigenen Entscheidungen treffen und ganz Hund sein. Aber ich erwarte einen entsprechenden Umgang zu meiner Person und zu unseren Besuchern.
    Und ich würde auch krähende und unhöfliche Kinder nicht beachten und erst wieder entsprechend auf diese eingehen, wenn sie höflich sind.

    Nun mir ist es bei noch keinem Hund untergekommen, der nach 20 - 30 Minuten immer noch rumtobte und das selbst bei Hunden, die sich so aufregten und immer im Mittelpunkt standen.