Beiträge von dragonwog

    Mittlerweile weiß man, dass auf Frustration basierende Wut zu belohnendem Aggressionsverhalten führt.

    Das hat dann nicht mehr viel mit "Distanzvergrößerung" zu tun sonder eher mit "komm mal rüber, damit ich dir eine reinhauen kann". Auf diesem Mechanismus dürften durchaus viele Sportarten beruhen ;).

    Zitat

    Schalke und Hackbarth (2006) zählen das „Jagdverhalten“ bzw. die „Beuteaggression“ nicht zum Aggressionsverhalten. Auch Quandt (2001) bezeichnet das „Jagdverhalten“ als keine echte Aggressionsform.

    Zitat

    Eine einheitliche Definition des Aggressionsbegriffs liegt nach Feddersen-Petersen (2004) nicht vor

    Zitat

    „Jagdverhalten“ dient im Gegensatz zum aggressiven Verhalten nicht der Distanzvergröße- rung, sondern dem Beuteerwerb und sollte daher nicht als Teil des Aggressionsverhaltens betrachtet werden (Feddersen-Petersen und Hamann, 1994), (Bernauer-Münz und Quandt, 1995), (Jones-Baade, 2002 c).Es beinhaltet Angriff- und Beißverhalten, ist aber eine appetive Komponente des Fressver- haltens.
    Beim „Jagdverhalten“ fehlen auch die typischen Drohsignale, wie z.B. Knurren oder Zähne- fletschen (O`Heare, 2003), (Borchelt, 1983), da mit Beutetieren nicht aggressiv kommuniziert wird (Feddersen-Petersen, 2004).
    Im Gegensatz zu aggressiven Verhaltensweisen spielen beim Jagdverhalten Emotionen wie Angst oder Wut keine Rolle (Bernauer-Münz und Quandt, 1995).

    http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/…rsen.pdf?hosts=

    Zitat

    Hmm, schwierig schwierig.

    Ich würde ihm Muttmuffs verpassen, ein Thundershirt anziehen und konditionierte Entspannung mit einem Halstuch auftrainieren.

    Schönfüttern hilft in den seltesten Fällen und eine Desensibilisierung und Gegenkonditionierung dürfte echt eine ganz schöne Weile dauern

    Vielleicht ist es jetzt verständlich, warum ich das Mammut Zubehör am Anfang empfohlen habe, um der jetzigen Situation vorzubeugen :sad2:

    Zitat

    Also hat ein Terrier Angst beim angehen der Sau?

    Jagdverhalten ist doch ein ganz anderer Mechanismus mit anderen beteiligten Hormonen und Hirnarealen.

    Ein Jagdterrier sollte als Stöberhund auch nur die Sau binden/aus Dickungen drücken und nicht an sie gehen, dass wäre sonst tierschutzrelevant, Stress fürs Schwein, früher Tot für den Terrier, vollkommen unnötig ;) .

    Ok, ein paar Waldrambos die Meuteführer mit Saufeder spielen finden vielleicht solche Hundis toll, mit tierschutzgerechter Jagd hat das recht wenig zu tun.

    Zitat

    Neurobilogisch und biochemisch kann man sehr wohl nachweisen dass Dienstgebrauchshunde Freude, oder auf klug Eustress empfinden wenn sie Schutzdienst machen.
    Ganz ehrlich wer keine Freude hat jemandem auf die Fresse zu kloppen und auch welche einzustecken, wird nie erfolgreich boxen, ein Hund der keinen Spaß an Aggression hat, wird niemals ein guter Diensthund.
    Wenn du einen jungen gutveranlagten Hund auch ohne jegliche Vorarbeit freilaufen lässt und sich zwei kloppen, dann wird dir ein guter Hund nicht ausweichen und dran vorbeigehen, sondern mitmachen, weil Krawall ist g**l. ;)

    Nö. State of Art in Sachen Aggression ist folgender: Dopamin (lapidar Glückshormon) wird nur in folgenden Situationen bei Aggression ausgeschüttet: Wenn a) das aggressive Verhalten die eigene Versehrtheit bedroht und sich dagegen erfolgreich gewehrt werden kann und b) wenn das Tier/der Mensch stark gefrustet ist.

    Damit ein Mensch/Tier häufig Aggressionsverhalten zeigt, muss es also schnell frustriert sein (erhöhter Noradrenalinpegel) und schnell Angst haben bzw. sich bedroht fühlen (nachweislich niedriger Serotoninspiegel).

    Aggression als selbstbelohnendes Verhalten ohne Angst und Frust gibt es nicht.

    Zitat

    Ob ihr wohl diese Diskussionen an einem anderen Ort führen könntet. Ich bin so froh, dass es diesen Thread hier gibt, wo ich soviel lernen kann. Ich finde, über andere Methoden kann man doch auch anderswo diskutieren und über unfähige Hundebesitzer auch. Wenn mich das dann interessiert, kann ich es dann ja dort lesen. Ich fände es schön, wenn ich mich hier einfach nur weiter fortbilden kann.
    Liebe Grüße
    Susanne

    :gut:

    Zitat

    In der Hauptsache mache ich meinen Gassiservice, aber natürlich ist es so, dass Stammkunden mich immer wieder auch bei Erziehungsproblemen um Rat fragen und da wo ich kann versuche ich dann zu helfen bzw. an kompetente Trainer zu vermitteln...

    Jo, ich sehe da nur die Vermittlung an einen absolut kompetenten, mit Hütehunden und Stereotypien sich auskennenden Trainer als Weg. Bin mir ziemlich sicher, dass du erziehungsgechnisch die "Hände" davon lassen solltest. Aber es gibt ja genügend sehr gute Traineroptionen bei dir in der Nähe :smile: .

    Abgesehen davon sollte so ein Hund meiner Meinung nach nicht in so einer Gassitruppe mitlaufen. Schon gar nicht mit 10 Monaten. Und da die erwähnten Probleme eine intensive Betreuung brauchen, damit sie nicht schlimmer und absolut unkontrollierbar werden/bleiben, sind Spaziergänge mit Aufmerksamkeitsteilung auf andere Hunde und ohne volle Konzentration auf den Problemhund kontraproduktiv.