Beiträge von dragonwog

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    Ich weiß nicht, inwieweit man die Liebe zwischen zwei Menschen mit der "Liebe", "Zuneigung" und damit verbundenen "Eifersucht" zwischen Mensch und Hund vergleichen kann.
    Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung, was das wirklich hintersteckt.
    Das wäre vielleicht ein eigener Thread wert.

    Viele Grüße!

    Das ist so nicht richtig. Oxytocin und Vasopressin werden bei Körperkontakt und enger Bindun ausgeschüttet und können bei Menschen zu Eifersuchtsgefühlen führen. Sie sind dann aber die Ursache und nicht das Ausschüttungsprodukt.

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    Mag sein, dass andere hier still liegen würden, und hoffen, dass es schnell vorbei geht, mein Weg ist das nicht.

    Und genau das sind die Kommentare, die einfach unkonstruktiv sind.
    Wenn dein Collie in diesen Momenten nicht mehr auf das konventionelle "raus da" hört, ist wahrscheinlich das Erregungsniveau zu hoch. Ich würde mir die Frage stelle , warum das so ist und genau daran mit einem Entspannungssignal arbeiten. Mit minimalem Zeitanspruch dürfte da ziemlich viel machbar sein. Ansonsten gibt es noch mehr Möglichkeiten, "still liegen, und hoffen, dass es schnell vorbei geht" muss niemand, was für ein Quatsch :|.

    Wurde dir von irgendeiner Seite unterstellt, dass du deinen Hund schlägst? Ansonsten verstehe ich die Rechtfertigung nicht :???:

    Was heißt denn "Geschirrgriff" ist nicht "positiv" und immer nur "lieb und nett". Das sind Begriffe, mit denen ich ehrlich gesagt nicht wirklich etwas anfangen kann.

    Der Geschirrgriff ist ein motivationsunabhängiger Unterbrecher, der mit negativer Verstärkung aufgebaut wird. Und der richtig gemachte Aufbau sorgt dafür, dass er nicht ängstigend wirkt bzw. so verknüpft wird. Egal, darum gehts ja hier nicht.

    Sobald man an Aggressionsverhalten oder Angstverhalten arbeitet, kommt man an negativer Verstärkung nicht vorbei (schließlich ist ja beispielsweise das Distanzgeben zu einem Angstauslöser negative Verstärkung). Medical Training kann oft auch nur mit negativer Verstärkung (erleichternde Belohnung) aufgebaut werden. Es ist eher unwahrscheinlich und vom Trainingsaufwand enorm aufwendig, die Schmerzen eine Spritzengabe gegenzukonditionieren. Daher ist es geschickt, wenn der Hund lernt, dass auf Ankündigung Unangenehme Dinge folgen, deren Dauer durch Brückensignale für den Hund einschätzbar werden. Dieses Training lässte den Hund solche Situationen wesentlich besser bewältigen. Das komplette Vermeiden negativer Verstärkung (obwohl praktisch eigentlich nur schwer umsetzbar) ist mit einer erniedrigten Frustrationstoleranz verbunden, was ja auch nicht gerade wünschenswert ist.

    Anyway, ich vermeide ängstigende Strafen so weit es geht, weil ich a) diese gar nicht umsetzen könnte b) viele unschöne Nebenwirkungen damit verbunden sind. Dabei ist der Hundetyp irrelevant, wenn ich ängstigende Strafen vermeiden möchte heißt das, dass der supersensible Hund keinen bösen Blick und der brummige Drahthaar keine Dachlatte bekommt.

    Ich brülle keinen Hund an, weder meine Exemplare, noch irgendwelche anderen Hunde, die ernsthaft gebissen haben oder sonstige nicht gewünschten Verhaltensweisen an den Tag legen. Ich finde das nicht zielführend.

    Wenn man andere Wege gehen möchte, erfordert das durchaus Aufwand. Ich kann verstehen, wenn das jemand nicht möchte. Ich kann es auch verstehen, wenn dieser Umgang für manche nicht authentisch umgesetzt werden kann. Fair enough. Ich bin nur nicht ganz damit einverstanden, wenn gesagt wird: Es geht nicht anders und ist für den Hund nicht fair. Das hängt doch von soooo vielen Faktoren ab, dass eine Beurteilung via Internet und Ferndiagnose nicht wirklich möglich ist.

    Dann wäre da noch der ganze Schwanz an wissenschaftlicher Forschung, der relativ eindeutig in eine Richtung geht, ich weiß aber, dass für so etwas das Forum nicht der geeignete Ort ist und generell kein Interesse besteht.

    Naja, ich wünsch euch noch viel Spaß beim Diskutieren, es überfordert mich leicht :)

    Eins wollte ich doch noch schnell klarstellen: Satoo, wenn ich mit einem über differenzielle Verstärkung aufgebauten Signal ein Verhalten unterbreche, ist das keine Strafe. Im Gegenteil, das Signal wirkt sogar als tertiärer Verstärker für das zuvor gezeigte Verhalten (deswegen muss man oft ein bisschen mit Verhaltensketten basteln)

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    ich finds schlimm, wenn man sich selbst in die Tasche lügt. Und es bestätigt auch meine Erfahrung, dass auch, wenn es gern behauptet wird, niemand nur lieb und nett (ich sag mal mit Absicht nicht positiv) arbeitet. Ohne Zwang, und sei es auch noch so sanft, ohne mal körperlich zu werden geht es in der Regel nicht, nicht mal bei meinem Weichei von Sheltie.


    Aha. Wenn ich also mit einem Hund arbeite, der bei der kleinsten falschen Gewichtsverlagerung ernsthaft (in diesem Fall ins Gesicht) beißt und daher einen langsam auftrainierten Maulkorb zur Sicherung von mir und Passanten trägt, dann lüge ich mir in die Tasche, unabhängig davon WIE ich mit dem Hund arbeite. Ich füge diesem Hund keine Schmerzen zu, ich ängstige ihn nicht, sondern erarbeite kleinstschrittig, dass man sich nicht sofort verteidigen muss..

    Axo...einem Hund einfach einen Maulkorb draufzupacken und dann irgendwelche Unangenehmen Dinge durchzuführen ist für mich durchaus Gewalt..

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    Vorher? Ich kenn da einen Hund, der hüpft schon, sobald der Schlüssel ins Schloß geschoben wird. Während sie die Tür aufmacht, hüpft er. Man kommt nur in die Wohnung, wenn man die Türe aufschiebt (schieben...so richtig mit Kraft), weil er hüpft und sich daran abstützt..

    Was bestätige ich denn da bitte schon von außen? Und vorallem wie.. Markern? Der hüpft sobald Frauchen vor der Tür ist..

    Und der Hund kann kein Sitz und kein Platz?

    Anyway, wenn es so gravierend ist, dass der Hund dermaßen abdreht, würd ich am Erregungsniveaus und Verhaltensabbruch durch den Geschirrgriff arbeiten. Und irgendwann muss der Hund mit vier Beinen auf dem Boden stehen.

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    Ich nenn mal ein konkretes Beispiel, das ich so (oder so ähnlich) selbst erlebt habe.
    Was macht man mit einem Hund, der die Angewohnheit hat, einem ins Gesicht zu springen und dabei zu zwicken?
    Du machst quasi die Tür zur Wohnung auf, der Hund kommt zu dir, springt an dir hoch und beißt dir ins Gesicht?

    Wie funktioniert da das mit ausschließlich positver Verstärkung? (Wenn du ihn ignorierst, dich wegdrehst, fängt er an, ins Hosenbein oder Bein zu zwicken und zu zergeln.

    Ich sehe da die absolute Notwendigkeit, zu intervenieren und dieses Verhalten abzubrechen und zwar sofort. Wie würdet ihr das ohne Strafe lösen?

    LG Nele

    Das ist doch ein Klassiker...BEVOR! der Hund hochspringt markern und bedürfnisentsprechend belohnen. Bevor der Hund das unerwünschte Verhalten zeigt, kann man immer eine erwünschte Alternative mit dem Markersignal einfangen, belohnen und somit ausbauen.

    Weiterhin hört sich das nach arg nach einem Erregungsproblem an, mit einem Entspannungssignal sollte der Hund dieses aus Überregung resultierende Verhalten in geringerer Intensität zeigen.

    Zusätzlich würde ich noch den Geschirrgriff als Verhaltensunterbrecher und Erregungsniveausenker aufbauen.