Zitat
Wenn man einen Hund für das Aufhören lobt, dann übt man umbewusst auch die Verhaltenkette ein, egal ob man das nun streng unterbricht oder nicht. Besser ist es, denn Hund zu loben, bevor er den Teppich anknabbert.
Eigenständige Rassen haben mitunter aber keinen "Folgetrieb", nur so als Anmerkung 
Nee, wenn der Hund für das Verhalten "Teppich anknabbern" die Konsequenz der positiven/änstigenden Strafe erhält, wird das Verhalten "Teppich anknabbern" weniger intensiv, weniger häufig und kürzer gezeigt. Verhaltensketten entstehen bei Verstärkung und nicht bei Strafe, beispielsweise, wenn man das Verhalten "nett" mit einem über Belohnung aufgebauten Aufmerksamkeitssignal oder dem Marker unterbricht. Verhaltensketten sind aber an sich nicht schlimmes.
Wenn der Hund gerade ein Bedürfnis zum Nagen hat, ist es natürlich sehr effektiv, das Verhalten VOR dem unerwünschten Verhalten möglichst bedürfnisbefriedigend zu belohnen (beispielsweise mit einem benagbaren Kauartikel) um es zu verstärken.
Da es aber durchaus kreative Hundekinder gibt, die in sämtlichen Möbelstückchen großartigste Kauartikel sehen, kann man mit dem "vorher" belohnen a) schnell sämtliche Belohnungsressourcen an dieser Baustelle verballern und es bleibt nix für andere wichtige Dinge wie Leinenführigkeit, Stubenreinheit, Grunderziehung...übrig b) muss der Hund je nach Typ permanent unter Beobachtung stehen und c) kann man bei einem hochmotivierten Knabberer auch absolut wahnsinnig werden, weil man die ganze Zeit am Barrieremarkern ist.
Daher halt ich die Lösung mit Bitterpaste, die an den unerwünschten Knabberstellen aufgetragen wird, in Kombination mit genügend Möglichkeiten zum Kauen durch Kauknochen, Kauwurzeln, Seilen, Geweihstückchen usw. für sehr pragmatisch und praktisch.
Folgetrieb...ja, hatte mein Pointer ab einem Alter von acht Wochen, von da an hat er zuverlässig die Vögelchen am Wegesrand verfolgt...