Beiträge von dragonwog

    Die Frage stellt sich mir nach dem Sinn der Resozialisierung auch, aber anders. Wer sagt denn, dass solche Hunde nur in engster Interaktion mit dem Menschen ein lebenswertes Leben führen können? Vielleicht ist die Haltung in einer harmonischen Kleingruppe, die verlässliche Sozialkontakte bietet, und ohne den Menschen solchen Hunden ausreichend? Verschiedene Forschungseinrichtungen praktizieren es ja auch so, und wenn ein gut ausgestaltetes Gehege zur Verfügung gestellt würde, könnten diese Hunde durchaus mit vertretbarem Aufwand weiterleben?

    Nice Vorstellung, aber so einfach ist das halt nicht. In Gruppen muss immer Mal reguliert werden, die wenigsten dieser Hunde sind auf extreme Verträglichkeit selektierte Laborbeagle. Also muss man auch Mal trennen und intervenieren. Geht nur, wenn alle Beteiligten einen Maulkorb tragen. Und da fängt es schon wieder an, bei vielen der Hunde muss man ja tatsächlich erst erarbeiten, dass sie sich den Maulkorb aufsetzen lassen. Am Anfang ist natürlich oft der Dauermaulkorb am Start zum Üben, aber das geht halt nicht ewig wegens der Druckstellen. Bei allen mannigfaltigen Techniken um den Maulkorb aufzusetzen, gibt es leider Schwachstellen. Dann müssen die Tiere auch regelmäßig medizinisch versorgt werden. Mit einmal Fangen/Sedieren zur Impfung ist es in der Regel nicht getan. Da gibt es Mal einen kleinen Schnitt am Ballen und Zack muss der Hund medizinisch versorgt werden. Auch die Fell- und Krallenpflege etc. muss durchgeführt werden. Da muss man tatsächlich das Projekt SinL z.B. hervorheben, die kriegen das gut hin (und auch da werden die Hunde, die wirklich was auf den Kernholz haben (z.B. der Hovawart, der einen Pfleger vollkommen zerlegt hat und der Akita) nicht "resozialisiert" sondern von wenigen Personen handelbar gemacht mit einem minimierten Verletzungsrisiko.) Dieser Personalschlüssel der dort zum Einsatz kommt ..wir reden hier immer noch von der Minimalversorgung... ist im großen Stil absolut unrealistisch. Wer privat einen gefährlichen Hund im Projekt aufnehmen will, muss mindestens 1500 Euro pro Monat bezahlen, eher mehr. Damit man Mal weiß, welche Dimensionen das sind.

    Zitat

    Die Frage ist da mehr wann Du selbst ohne Sicherung safe bist und nicht aus Versehen triggerst.

    Danke, und da stellt sich für mich die nächste Frage: Warum tut man sich das an ,selbst als Profi?

    Ich meine, wir reden ja nicht von Schnappern oder mal einem Biß aus Mißverständnis, sondern um allerernstestes Beschädigen und einem Hundeleben unter Dauerrestriktion? Ich seh da irgendwie für keine Seite irgendeinen Sinn drin?

    Manche wollen halt so einem Hund noch ein lebenswertes Leben bieten. Natürlich geht das oft mit Gefährdung der eigenen Gesundheit einher und ich kenne erhrlich gesagt keine Besitzer:innen solcher Hunde, deren Leben nicht massiv durch entsprechende Hunde eingeschränkt wird... Aber wenn es halt das Hobby ist? Als Trainer:in lernt man durch Hunde schon auch einiges. Und gefühlt! entwickelt sich auch gerade so ein Szenekult, wer nimmt den krassesten Hund und kann sich damit am besten auf Social Media vermarkten...

    Ich hab einen zugegebenermaßen leichteren Hund (Working Springer) mit schwerer HD und auch sehr unpassenden Hüftköpfen.

    Ich lasse sie keine Extremsprünge machen, also Agility oder so ist raus, habe sie aber wenig geschont sondern auf die Muskulatur geachtet, Physioübungen und Checks und zusätzliches Protein supplementiert und jetzt ist der Hund 10 und hat seit einem dem ersten Lebensjahr nie mehr gehumpelt. Arthrose hat sich auch nur minimal gebildet.

    Und trotzdem hocken sie in der HHF :ka:

    Weil V. B das so will ebenso die Wolfshunde, die hatten mal ne Nette Beschreibung wo hervorging das die Leute halt nicht mit der Rasse klar kamen.

    Ein paar der Wolfshunde sind an das Tierheim Standal gegangen, weil dieses davon ausgegangen ist, dass eben nur unpassende Bedingungen das Problem waren... im Tausch mit sehr schwierigen Bedingungen. Pustekuchen wars und die Hunde sind wieder zurückgegangen

    Ich denke, das hängt auch von der Rasse ab. Gerade bei bestimmten Rassen wie Working Settern und Pointern verhält es sich anders.

    Ich kenne einen Setter, der quasi durchgehend durch die Gegend rennt..

    Der ist aber auch durchgehend am Jagen.. :ka:

    Ich hätte jetzt auch weder Mali noch Border Collie zu den faulen oder gemütlichen Rassen gezählt..

    Ich kenne viele Herder und Malis und finde die vom Grundtempo und der Galloppiermotivation nicht ansatzweise vergleichbar mit z.B. Pointern. Nicht ansatzweise. Ich hab ja auch einen Working Spaniel. Würde ich jetzt auch nicht zu den gemütlichen Rassen zählen. Trotzdem eine ganz andere Welt

    Und wovon ich vom Zusehen immer Bauchschmerzen bekomme : Kennt ihr diese Fotos vom Wandern in den Bergen/im Gebirge? Diese Fotos wo der Hund nah am Abgrund ist, ohne Leine?

    Ich hab dann jedes Mal das Bild im Kopf, wenn der Hund versehentlich stolpert oder denkt,, Scheiß drauf! Jabbadabbaduuuuuuuu!! ".

    Ich hab dutzende solche Fotos. Wenn möglich hab ich die Hunde bei so Sachen nämlich nicht angeleint. Einfach aus Sicherheitsgründen. Wenn mein Hund, warum auch immer, runter stürzt dann reißt er mich nicht mit in den Tod. Denn einen Hund mit 30kg der an mir hängt kann ich bei bestem Willen nicht ausgleichen.

    Aber meine Hunde haben da nie irgendwelche Anzeichen gemacht nicht zu kapieren dass da ein Abgrund ist. Nichtmal die aus dem Fenster springende Hündin meines Mannes. Die sind alle am Rand stehen geblieben und haben geguckt.

    Zwei Hunde aus meinem Freundeskreis sind im Elbsandstein Gebirge bzw. bei großen Brücken einfach heruntergesprungen. Im Gegensatz dazu kenne ich keinen einzigen Unfall mit PPersonenschaden. Eine Freundin organisiert bundesweit seit 12 JahrenDogtrekkings, also große Events, bei denen die Hunde im Zug durchs Gebirge laufen. So einen Absturz gab es noch nie. Heißt nicht, dass das nicht Mal passieren kann