Hallo erstmal an die Runde,
ich schreibe diesen Beitrag hier mit schwerem Herzen und hoffe wohl auch, dass ich durch das Schreiben dieses Textes etwas Klarheit erlange. Zugleich erhoffe ich mir aber auch Ratschläge.
Kurz zur Gesamtsituation: ich habe meine 12 Wochen alte Zwergpudel-Hündin Lotti seit ein paar Tagen erst und ich bin Hals über Kopf in sie verliebt. Sie ist welpentypisch verspielt, aber ich merke, dass sie sich immer mehr bei uns zuhause wohlfühlt und eingewöhnt und das macht mich unglaublich glücklich. Ich habe mich allerdings nicht bewusst dazu entscheiden können, sie bei mir aufzunehmen, sondern vielmehr wurde mir diese Entscheidung quasi aufgedrängt. Schon seitdem ich ein Kind war, war es immer mein größter Traum, einen Hund zu haben. Allerdings habe ich nach der Schule Jura studiert und mir war daher bewusst, dass ich mir diesen Traum allein schon aufgrund der mangelnden Zeit nicht erfüllen können werde. Ich habe zwar immer wieder flapsig darüber gesprochen und es mir überlegt, aber ernst wurde es nie, da ich einfach zu großen Respekt vor der hohen Verantwortung hatte und auch wusste, dass ich einem Welpen niemals in dem Maße gerecht werden könnte, wie ich es mir vorstellte. Also habe ich diesen Traum bis dato immer wieder hinten an gestellt. Allerdings habe ich auch - das muss ich dazu sagen- seit knapp zehn Jahren einen festen Partner. Studiumbedingt haben wir allerdings gerade keinen gemeinsamen Wohnsitz. Er ist selbstständig. Seit ca. einem Jahr ist bei uns beiden immer häufiger das Thema "Welpe" aufgekommen. Da ich nun auch mein Studium halbwegs beendet habe (1. Examen) und nun im April in das Referendariat starte, hatten wir gegen Ende meines Studiums des 1. Examen im Mai 2025 überlegt, ob nicht der passende Zeitpunkt wäre, uns für einen Welpen zu entscheiden, da ich im letzen Jahr nach meinem Examen nur auf Minijob-Basis gearbeitet habe und insofern viel Zeit gehabt hätte - in Kombination mit der frei einteilbaren Zeit meines Partners. Nun ist es aber eben nicht so weit gekommen. Vielmehr wurde ich am Freitag letzte Woche mit einem Welpen überrascht. Vollkommen unvorbereitet stand mein Partner mit einem Welpen in meiner Wohnung und sagte mir, dass das nun unserer sei. Natürlich habe ich mich im ersten Moment unfassbar gefreut und ich freue mich auch immer noch, ich liebe sie jetzt schon so sehr. Aber zugleich hat sich schon in den ersten Tagen gezeigt, auf meinen Partner ist kein Verlass. Er unterstützt mich weder nachts, um sie stubenrein zu bekommen, noch interessiert er sich großartig für sie, außer, wenn es um das Kuscheln geht. Gestern hat er mir klar zu verstehen gegeben, dass er mir zwar hilft und sie "mal abnimmt", aber dass das mein Hund sei und ich die Hauptverantwortliche wäre und mich nun mal kümmern muss, dass es ihr gut geht. Mein Partner hat den Aufwand und die Zeit und die Mühe, die die Welpenerziehung erfordert maßlos unterschätzt. Er wirft mir jetzt vor, überfordert zu sein und keine Ahnung zu haben und dass das alles nun mein Problem sei, wenn ich niemanden habe, der sich um sie kümmert.
Mal daneben dazu gesagt - diese Aktion hat mich letztlich auch schon dazu veranlasst, mich vermutlich von ihm zu trennen; er hat mich in die bisher schwierigste Situation meines Lebens gebracht.
Jedenfalls beginnt mein Rechtsreferendariat nächste Woche, am 01.04. Ich werde täglich von 9-14 Uhr unterwegs sein. Eine Zeit, in der eigentlich mein Partner sich kümmern sollte (immerhin sind wir planmäßig ja beide ihre Hauptbezugspersonen). Allerdings sagt er weder verlässlich zu noch ab. Er sagt, er werde schauen ob es klappt, aber wenn "Termine reinkommen, kommen eben Termine rein und die verschiebt er bestimmt nicht wegen einem Hund". Auf gutdeutsch: ich bin auf mich alleine gestellt. Ich habe auch in meinem Umfeld niemanden, den ich aktiv in die Hundebetreuung einbeziehen könnte. Meine Eltern würden sehr gerne helfen, aber meine Mutter ist schwer krank und mein Vater widmet sich zu 100% ihrer Pflege. Einen Welpen rumwuseln zu lassen möchten sie sich nicht zutrauen und das würde ich ihnen auch nicht zumuten.
Meine einzige Möglichkeit wäre es also, eine externe Person miteinzubeziehen. Diesen Gedanken zuzulassen fällt mir sehr schwer, zumal ICH ja ihre Bezugsperson bin und es meine Verantwortung ist, mich um sie zu kümmern. Man mag jetzt zwar irgendwo meinen, das wäre jetzt alles das Problem von meinem Freund, aber so sehe ich das nicht. Sie lebt jetzt bei mir und es ist meine Aufgabe, ihr gerecht zu werden. Aber wie soll das nur gehen? Einen Welpen alleine zuhause lassen so früh käme für mich niemals in Frage. Sie mit zu Gericht nehmen geht in diesem Alter aber natürlich auch nicht.
Was soll ich bloß tun?? Ich würde sie auch wirklich ungern wieder zurück zu der Züchterin bringen. Das würde mir absolut das Herz brechen. Dennoch kreist in mir immer wieder der Gedanke, ob ich die Züchterin nicht kontaktieren soll bzw. meinen Partner bitte, dies zu tun. Ich will nur das beste für meine kleine Maus und weiß einfach nicht, wie ich das stemmen soll. Ich würde mich auch so sehr schämen, sie zurückzugeben, da man sich meiner Meinung nach auch nicht einfach unbedacht einen Hund anschafft (deswegen habe ich selbst es ja auch trotz des riesigen Wunsches nicht getan).
Ist es denn irgendwie machbar? Was soll ich tun? Ich fühle mich so so unfassbar schlecht und überfordert.