Beiträge von gina2509

    Ich belohne sie danach mit „fein“ & streichle sie. An Futter bzw Leckerlies ist sie in solchen Momenten leider nicht interessiert.

    Streicheln wird von Hunden meist als zusätzliche Strafe empfunden, da würde ich genau hinschauen.

    Ich meinte auch gar nicht den Hund für den Abbruch zu belohnen (also, ja, das würde ich loben, wenn der Hund sofort aufs Wort hin die Klappe hält und sich zurücknimmt), sondern den Aufbau was der Hund stattdessen tun soll. Wie er mit Außenreizen generell umgehen soll. Das belohne ich bei meinen jungen, reaktiven Hunden in dem Alter ganz, ganz viel, damit sie überhaupt eine Idee entwickeln, was sie eigentlich machen sollen. Nix tun, geht nämlich für so einen Hund in der Regel nicht.

    Obedience bringt Dir für so einen Hund gar nichts. Es geht eher darum Beschäftigung zu machen, wo der Hund in Zusammenarbeit mit Dir seinen Jagdtrieb nutzen kann. Richtiges (!) Dummytraining zum Beispiel

    Danke, damit werde ich mich nochmal auseinandersetzen. Kannst du Bücher empfehlen, in denen ich mich dazu belesen kann?

    Der Wunsch nach " muss halbwegs alltagstauglich werden" ist da auch etwas kurz gedacht in Hinblick auf den Gesamtkontext . Das was euch vorschwebt wird in jahrelangem Stress für den Hund , euren Ersthund und euch enden.

    Ich habe mich hierhin gewandt, um Unterstützung und Gedankeanregungen zu erhalten, da ich verunsichert und überfordert mit der Situation bin. Wie wäre der Gesamtkontext für Naya denn besser? Leben in einer Katzen armen Umgebung?


    Das liest sich leider für mich echt so, als dass ihr euch da in den "falschen" Hund verliebt habt. Also zumindest für die Gegebenheiten, in denen ihr lebt.

    Wäre eine Weitervermittlung zu Haltern mit für den Hund besseren Bedingungen für dich denkbar? Ich kann verstehen, dass dein Herz auch nach der kurzen Zeit schon sehr an der Hünding hängt, aber ich gebe dir auch in deiner Einschätzung recht, dass sie sehr gestresst ist und das nicht nur 30 Minuten am Tag.

    Sicher lässt sich das Jagdverhalten eines Hundes lenken und unter Kontrolle bringen, aber ob das hier geht und wenn, euch alle zufriedenstellt, weiß ich nicht. Hier würdet ihr ja schon doll gegen die Genetik des Hundes arbeiten und müsstet auch vermutlich immer im Management bleiben müssen.

    Sie hat grundlegend den schönsten und herzlichsten Charakter dieser Welt. Sie ist so liebevoll, verkuschelt und kommt mit allen Hunden, Menschen und Kindern gut zurecht. Ich habe das Gefühl, es wäre nicht fair ihr gegenüber jetzt schon aufzugeben. Vielleicht liegt es ja an meiner fehlenden Erfahrung mit Jagdhunden und sie braucht etwas mehr Zeit. Ich habe auch überlegt, nochmal einen anderen Trainer zu konsultieren.

    Wiederum verstehe ich, was ihr schreibt und dass eine Katzen ärmere Umgebung vielleicht für sie sinnvoller wäre - und ich möchte ja nur das Beste für sie. Gerade fühlt es sich für mich aber noch so an, als würde ich das „Problem“ einfach abgeben. Und dafür liebe ich sie viel zu sehr.
    Kennt ihr vielleicht deutsche Hundetrainer, die vielleicht auch Erfahrungen mit TSH haben und die ich mal konsultieren könne?

    Doch, das gibt es. Und das nutzen wir bereits im Alltag auch beim Katze an der Scheibe Thema oder wenn sie mit ihrem Kaustock auf die Couch geht, obwohl sie weiß, dass sie das nur in ihrem Körbchen darf.

    Wenn das funktioniert, würde ich es in Kombination mit Belohnung von korrektem Verhalten nutzen.

    Habt Ihr Euch schon überlegt, was ihr zur Beschäftigung machen wollt um den Jagdtrieb in vernünftige Bahnen zu lenken?

    Ich belohne sie danach mit „fein“ & streichle sie. An Futter bzw Leckerlies ist sie in solchen Momenten leider nicht interessiert.

    Nein, ich habe noch keine weiteren Erfahrungen mit Hunden, die so eine starken Jagdtrieb haben. Ich habe mit meinem Spaniel eine Zeit lang agility gemacht; das hat er geliebt. Hier gibt es nicht so viele Sportangebote; wenn dann Obedience. Und ich bin auch noch sehr vorsichtig, was Training im Außen angeht, da ich sie derzeit ja null aus dem „Außen“ kriege. Sie vergisst durch den Trieb auf Katzen auch häufig mal das pullern & Häufchen machen. Sie ist zweimal abgehauen (durch Haustürschlitz) und weggelaufen; hatte nur die Katze im Blick. Ein Glück konnte sie beide Male durch entgegenkommende Passanten gehalten werden; da sie nach kurzer Zeit dann gemerkt hat, dass sie ihre Herrchen verloren hat.

    Wie groß ist der Hund denn überhaupt? Könnt ihr den nicht einfach so halten? Wenn da genetisch einfach super viel Jagdtrieb drin ist, werdet ihr das mit Training auch nicht abschalten können. Den Hund total zu verbiegen und permanent zu deckeln ist doch auch nicht so toll.

    Sie ist eine kleine Hündin; wiegt 5kg. Es geht ja nicht vorrangig darum, sie nicht halten zu können, sondern dass jeder Spaziergang für sie sowie für uns purer Stress ist. Sie ist dauerhaft am ziehen; legt sie in die Leine. Sofern sie eine Katze wittert (gefühlt alle 1-2 Minuten hier) dreht sie komplett durch, fiept, kreischt, zieht. Selbst bei dieser Retrieverleine stranguliert sie sich halb selbst und kriegt dann keine Luft.

    Ich möchte den Hund auch nicht „verbiegen“, aber sie muss halbwegs alltagstauglich sein. Ich meine, was ist die andere Lösung? Sie wird überall auf dieser Welt mit Katzen konfrontiert werden, und es sollte doch auch für sie möglich sein, ihren Trieb/ die Reize zu kontrollieren. Oder sehe ich das komplett falsch?

    Oh je, das klingt nach einer schwierigen Situation!

    Keinesfalls würde ich den Hund dem Trainer mitgeben. Nicht, weil das eurer Beziehung schadet, sondern weil er ziemlich sicher mit Druck und Gewalt arbeitet. Wenn seine Idee ist, dem Hund einen schmalen Würger oben hinter die Ohren zu ziehen, damit sie gefügig ist, will ich gar nicht wissen, was er so im Repertoire hat, bei dem die Besitzer nicht zusehen.
    Du hast da, finde ich, ein ziemlich gutes Bauchgefühl.

    Vielen Dank für die lieben Worte. Dann bin ich mit meinen Gedanken ja nicht allein; ich bin jedoch auch total überfragt, wie ich jetzt weiter vorgehe. Gehe ich zum nächsten Trainer und versuche es da? Diese dauerhafte Belastungssituation zu Hause fordert uns alle sehr.

    Eine Katze am Haus füttern ist da nicht die beste Idee.

    Was weißt Du denn von der Vorgeschichte von Naya?

    Die Katze war schon da bevor Naya kam. Diese wurde schon von den Vormietern täglich versorgt, wodurch die Katze dies als zu Hause empfindet und Tatsache auch die meiste Zeit vor unseren Fenstern verbringt. Das macht die Situation natürlich nicht leichter.

    Leider wissen wir gar nichts zu Nayas Vorgeschichte. Das Tierheim hatte ziemlich schwierige Umstände. Sie war in einem Käfig mit ca. 30 weiteren Junghunden und die ehrenamtlichen Mitarbeiter konnten rein gar nichts zu ihr sagen. Ich habe durch eigene Recherche dann rausgefunden (sie haben sie mal auf ihrem insta Kanal gepostet), dass sie im Juni 25 ins shelter gekommen ist - also war sie circa ein halbes Jahr dort.

    Hallo in die Runde,

    ich stelle mich einmal kurz vor: ich bin Gina und gemeinsam mit meinem Mann und unserem knapp 6-jährigen Cavalier King Charles Spaniel namens Bailey nach Zypern ausgewandert. Hier angekommen hörten wir direkt, dass das Tierheim nach 40 Jahren schließen soll & die Tiere, die nicht vermittelt werden, zu den Tötungsstationen kommen. Also sind wir hin & haben uns in eine kleine Kokoni-Terrier Hündin, ca. 1 Jahr alt, verliebt. Anfang Dezember ist naya dann bei uns eingezogen. Mit den laufenden Wochen ist sie „aufgeblüht“ und zeigt allmählich ihren vollen Charakter - da kommt wohl die Pubertät und der Terrier zusammen gut durch. Ihre Reizschwelle ist sehr gering und es zeigt sich, dass sie schnell in Überforderung gerät und dann Übersprungshandlungen entstehen. Neben den ein oder anderen Herausforderungen im Alltag wende ich mich jedoch heute mit einem Problem an euch: sie ist extrem fixiert auf Katzen. Das Problem auf Zypern ist, dass du in jeder Ecke Straßenkatzen findest. Wir füttern zu Hause auch eine und müssen deshalb unten und oben alle Fenster abdunkeln, damit sie nicht rausschauen kan; sofern sie diese sieht, schleicht sie sich an und springt dann mit voller Ladung gegen das Fenster, bellt, schreit und fiept. Im Haus ist das Abrufen/Untersagen kurz möglich; dann wird sie belohnt, wenn sie ablässt. Das hält dann 20-30 Sekunden an und dann springt sie wieder dagegen.

    Noch schlimmer ist es beim Spazieren gehen; wir haben auch schon einen Trainer hinzugezogen, aber ich bin mir etwas unsicher. Wir haben durch ihn die Leine gewechselt (sie trägt jetzt ähnlich einer Retrieverleine nur höher am Kopf angesetzt?) Ich fühle mich damit nicht wirklich wohl, jedoch ist es auch nicht möglich mit ihr am Geschirr zu laufen.
    Also: ich habe verschiedenes probiert; leckerlies, Spielzeug, abrufen, räumlich begrenzen durch vor ihr stellen, wenn sie zieht, Richtungswechsel, erst weiterlaufen wenn Leine nicht mehr straff - nichts hilft. Sie ist so sehr im Außen, dass sie nichts mehr mitkriegt - als würde ihr Nervensystem aus sein. Selbst, wenn ich sie hochhebe und angucke und ihren Namen nenne, schaut sie starr nach vorn als würde sie mich nicht hören.

    Ich bin langsam echt verzweifelt. Mein Trainer meinte, dass es nicht gut wäre für den Hund jedes Mal einzelne Stunden zu nehmen - dann läuft es kurz gut, und danach wieder 3 Schritte zurück. Er bietet an, Hunde für 2 Wochen zu sich zu nehmen, um dort in den Bergen (weniger Reize) an Reaktivität und Grundgehorsam zu arbeiten. Ich bin mir aber sehr unsicher; naya ist jetzt seit 2 Monaten bei uns - macht das was mit unserer Bindung? Und wie wird Bailey darauf reagieren? Die beiden sind nicht gerade beste Freunde, aber sie tolerieren sich. Ich habe Angst, dass er es nachher wieder ohne sie entspannter findet.

    Ich bin dankbar für jeden Ratschlag; vielleicht auch von Terrier-Erfahrenen (Patterdale Terrier steckt drin).

    Ganz liebe Grüße von Zypern & ein herzliches Dankeschön!