Hallo in die Runde,
ich stelle mich einmal kurz vor: ich bin Gina und gemeinsam mit meinem Mann und unserem knapp 6-jährigen Cavalier King Charles Spaniel namens Bailey nach Zypern ausgewandert. Hier angekommen hörten wir direkt, dass das Tierheim nach 40 Jahren schließen soll & die Tiere, die nicht vermittelt werden, zu den Tötungsstationen kommen. Also sind wir hin & haben uns in eine kleine Kokoni-Terrier Hündin, ca. 1 Jahr alt, verliebt. Anfang Dezember ist naya dann bei uns eingezogen. Mit den laufenden Wochen ist sie „aufgeblüht“ und zeigt allmählich ihren vollen Charakter - da kommt wohl die Pubertät und der Terrier zusammen gut durch. Ihre Reizschwelle ist sehr gering und es zeigt sich, dass sie schnell in Überforderung gerät und dann Übersprungshandlungen entstehen. Neben den ein oder anderen Herausforderungen im Alltag wende ich mich jedoch heute mit einem Problem an euch: sie ist extrem fixiert auf Katzen. Das Problem auf Zypern ist, dass du in jeder Ecke Straßenkatzen findest. Wir füttern zu Hause auch eine und müssen deshalb unten und oben alle Fenster abdunkeln, damit sie nicht rausschauen kan; sofern sie diese sieht, schleicht sie sich an und springt dann mit voller Ladung gegen das Fenster, bellt, schreit und fiept. Im Haus ist das Abrufen/Untersagen kurz möglich; dann wird sie belohnt, wenn sie ablässt. Das hält dann 20-30 Sekunden an und dann springt sie wieder dagegen.
Noch schlimmer ist es beim Spazieren gehen; wir haben auch schon einen Trainer hinzugezogen, aber ich bin mir etwas unsicher. Wir haben durch ihn die Leine gewechselt (sie trägt jetzt ähnlich einer Retrieverleine nur höher am Kopf angesetzt?) Ich fühle mich damit nicht wirklich wohl, jedoch ist es auch nicht möglich mit ihr am Geschirr zu laufen.
Also: ich habe verschiedenes probiert; leckerlies, Spielzeug, abrufen, räumlich begrenzen durch vor ihr stellen, wenn sie zieht, Richtungswechsel, erst weiterlaufen wenn Leine nicht mehr straff - nichts hilft. Sie ist so sehr im Außen, dass sie nichts mehr mitkriegt - als würde ihr Nervensystem aus sein. Selbst, wenn ich sie hochhebe und angucke und ihren Namen nenne, schaut sie starr nach vorn als würde sie mich nicht hören.
Ich bin langsam echt verzweifelt. Mein Trainer meinte, dass es nicht gut wäre für den Hund jedes Mal einzelne Stunden zu nehmen - dann läuft es kurz gut, und danach wieder 3 Schritte zurück. Er bietet an, Hunde für 2 Wochen zu sich zu nehmen, um dort in den Bergen (weniger Reize) an Reaktivität und Grundgehorsam zu arbeiten. Ich bin mir aber sehr unsicher; naya ist jetzt seit 2 Monaten bei uns - macht das was mit unserer Bindung? Und wie wird Bailey darauf reagieren? Die beiden sind nicht gerade beste Freunde, aber sie tolerieren sich. Ich habe Angst, dass er es nachher wieder ohne sie entspannter findet.
Ich bin dankbar für jeden Ratschlag; vielleicht auch von Terrier-Erfahrenen (Patterdale Terrier steckt drin).
Ganz liebe Grüße von Zypern & ein herzliches Dankeschön!