Beiträge von Bretone&Sam

    Im Nachgang aber nun zu spekulieren, ob der Hund auf Grund des Trainings krank ist ohne alle Infos zu haben finde ich übergriffig.

    Ich möchte an dieser Stelle weder spekulieren noch konkret diese Trainerin irgendwo melden. Das war vielleicht missverständlich, aber danach habe ich auch nicht gefragt.

    Es sind eher allgemeine Gedanken, die mir seitdem im Kopf herumgehen und die ich für mich sortieren muss, um künftig einen klaren Plan zu haben, wie ich mit solchen Situationen umgehen möchte. Mir liegt es völlig fern, irgendwelche Diagnosen zu stellen oder nachträglich Ursachen zu konstruieren. Aber die zeitliche Nähe der beiden Ereignisse (das Gespräch mit unserer Physio und nur etwa zwölf Stunden später die Nachricht vom Bandscheibenvorfall ihres Hundes) hat mich einfach extrem aufgewühlt und viel in mir angestoßen.

    Hi zusammen,

    vor ein paar Wochen hatte ich hier einen Beitrag zum Thema Leinenführigkeit und dem Einsatz aversiver Methoden geschrieben. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch daran. Seitdem hat mich das Ganze nicht so richtig losgelassen, und ich möchte ein kleines Update geben.

    Ich habe im Nachgang noch einmal ausführlich mit unserer Physiotherapeutin gesprochen, und sie hat den Leinenruck als sehr problematisch eingeschätzt. Zum einen wegen der direkten Belastung auf die Luftröhre, zum anderen aber auch, weil durch den plötzlichen Ruck Wirbel blockieren oder Verspannungen entstehen können, die im schlimmsten Fall sogar in einem Bandscheibenvorfall enden. Das hat mich natürlich in meinen Bedenken bestärkt.

    Nur einen Tag später kam dann in der Ankündigungsgruppe der Trainerin die Nachricht, dass die Stunden der nächsten zwei Tage ausfallen, weil sie mit ihrem eigenen Rüden in eine Spezialklinik muss: Verdacht auf Bandscheibenvorfall. Genau mit diesem Hund hatte sie mir den Leinenruck vorgeführt und auch eine weitere Übung, bei der der Hund seitlich am Halsband gezogen wurde.

    Die Nachricht hat mich ehrlich gesagt richtig getroffen. So ein Stich ins Herz. Ich bin danach erst einmal zu unserem Bretonen gegangen und habe mich für das Training entschuldigt. Das habe ich vorher schon getan, aber das Gefühl, ihm Unrecht getan zu haben, sitzt tief.

    In diesem Zusammenhang ist mir auch wieder bewusst geworden, dass sie ihren Hund im Training getreten hat. Nicht hart mit der Fußspitze, sondern eher von unten mit dem Mittelfuß, aber die Reaktion des Hundes sprach Bände. Es wirkte nicht so, als wäre das ein einmaliger Ausrutscher gewesen.

    Zusätzlich wurden sowohl ihr als auch unser Hund wurden ins Sitz gedrückt. Als sich unser Hund dagegen gewehrt hat, wurde mir eine bestimmte Stelle gezeigt, auf die ich drücken sollte. Und tatsächlich ist er daraufhin regelrecht in sich zusammengeklappt wie ein Campingstuhl. Da habe ich direkt gesagt, dass ich das nicht machen möchte, und das wurde dann auch akzeptiert.

    Und obwohl wir inzwischen keine weiteren Einzelstunden mehr bei ihr planen, geht mir das Thema einfach nicht aus dem Kopf. Immer wieder kommen Erinnerungen hoch, auch an andere Hundeschulen, in denen wir zuvor waren. Das Werfen der Leine auf Hunde war im Junghundekurs fast schon Standard, besonders im Hundekontakt. Da wurden teilweise schwere Leinen mit Sicherheitskarabinern geworfen. Man war stolz darauf, "konsequent durchzugreifen", "Lieber einmal richtig korrigieren als wochenlang halbherzig, wir sind ja keine Positiv Petras" Dass die Leinen Woche für Woche erneut flogen, hat niemanden gestört. Unser Bretone war davon nie betroffen, weil er eher ein zurückhaltender Typ ist und genau deshalb habe ich mir damals wohl auch keine Gedanken gemacht.

    Ich bin aktuell total aufgewühlt und würde mich freuen, wenn jemand das für mich ein wenig einordnen kann. Das waren völlig normale Hundeschulen, in die Menschen mit Familienhunden gehen. Sind diese Methoden heute noch üblich? Wäre es angemessen, solche Methoden beim Vet-Amt zu melden? Ist das überhaupt zielführend?

    Eine Frage aber noch: wie würdest du dir eure funktionierende Leinenführigkeit denn vorstellen? Es macht für das Training natürlich einen Unterscheid, ob dein Hund angeleint immer neben deinem Bein laufen soll oder ob er den Radius der Führleine nutzen darf, die aber dann nicht auf Spannung sein soll. Für mich war damals letzteres das Ziel.

    Für mich wäre das erste Ziel, dass er kurze Strecken (50 Meter reicht mir) ohne Zug an lockerer Leine laufen kann. Das würde ich gerne so lange üben, dass es auch mit Ablenkungen klappt. Wir haben immer wieder Situationen, dass wir durch Engstellen müssen und da ist der Zug sehr unangenehm.

    Ich habe die Hoffnung, dass dadurch auch das Ziehen an der längeren Leine weniger wird, aber auch das wäre ein Ziel.

    Bitte unterlass das.

    Setzte den Schwerpunkt deiner Hundehaltung darauf dich über deinen Hund zu erfreuen, zu schauen, was für unfassbare Talente diese spezielle Rasse mitbringt und versuche über diese Talente im Bereich "Suchen" in die Welt deines Hundes einzutauchen.

    Ich bin mir gerade unsicher, ob du etwas überlesen oder falsch interpretiert hast.

    Der Hund ist seit mehr als 2 Jahren bei uns. Wir machen Mantrailing und Suchen auch daheim bei uns im Haus oder beim Gassi (Verlorensuche). Er hat einen sehr guten Rückruf und sein Jagdtrieb ist kontrollierbar, so dass er auf den bekannten Gassirunden auch Freilauf bekommt. Er kann alleine bleiben, fährt im Auto mit und ist auch ansonsten im Alltag sehr verträglich geworden. Im Alltag ist er am Geschirr, wenn wir wandern haben wir einen Laufgurt.

    Wir haben fast alle Baustellen erfolgreich bearbeitet. Sein nervöser Charakter und die schnellen Reaktionen sind geblieben und ich glaube nicht, dass sich das noch in den nächsten Jahren ändern wird.

    Wir hatten vorher einen Jagdhund-Mischling (Mutter war ein kleiner Münsterländer), bei dem war es: Reiz - Nachdenken - Reaktion. Bei unserem Bretonen ist es: Reiz - Reaktion - Nachdenken - richtige Reaktion.

    Ich hoffe, das beschreibt die Situation verständlicher.

    Hallo zusammen,

    wir haben einen dreijährigen Bretonen aus dem Tierschutz, der seit zweieinhalb Jahren bei uns ist. Er hat vermutlich in den ersten Monaten wenig Gutes erlebt und ist ein sehr nervöser, hibbeliger Hund. Er reagiert oft zu schnell und kopflos, weshalb die Leinenführigkeit noch eine große Baustelle ist.

    Wir haben beschlossen, das Training neu aufzubauen und uns dafür eine empfohlene Hundetrainerin gesucht. Nach dem zweiten Termin mit ihr sind nun zwei Wochen vergangen, und ich hadere stark mit dem vermittelten Ansatz. Ich bin mir unsicher, ob das wirklich der richtige Weg für unseren Hund ist.

    Meine konkreten Bedenken betreffen die angewandten Korrekturmethoden:

    1. Um am Start Aufmerksamkeit zu bekommen, soll ich leicht an der Leine zu zupfen, ohne den Hund anzusprechen. Wenn keine Reaktion erfolgt, soll die Leine langsam nach oben gezogen werden, bis die Vorderpfoten des Hundes abheben. Das soll ich so lange halten, bis der Hund eine Reaktion in meine Richtung zeigt. Ich habe das bisher nur einmal unter der Anleitung der Trainerin gemacht und habe es dann sofort als unnötig und übertrieben empfunden. Es ist nichts anderes als ein Würgen.

    2. Beim Gehen soll ein Schritt rückwärts plus eine Drehung erfolgen. Reagiert der Hund nicht mit, soll ein Leinenruck die Drehung begleiten. Unser 13 kg leichter Bretone ist körperlich unempfindlich, ein leichtes Rucken ignoriert er. Die Trainerin hat dann mit mir daran gearbeitet, wie viel Kraft erforderlich ist, und ich muss sagen, der Ruck war so stark, dass der Hund einen deutlichen Satz nach hinten gemacht hat.

    Ich mache mir bei solchen Methoden leider meist erst im Nachhinein Gedanken und mache erst einmal das, was mir gesagt wird. Aber die Zweifel daran sind jetzt stark und ich fühle mich schlecht. Mein Hauptproblem ist, dass es bei dieser Methode keinen positiven Aufbau gibt und keine Instruktion. Ich zeige dem Hund zu keiner Zeit, was ich von ihm erwarte, sondern korrigiere ihn nur, wenn er es nicht macht. Das empfinde ich als unfair und es widerspricht eigentlich meinen Prinzipien der Hundeerziehung.

    Ich habe meine Bedenken bezüglich der Stärke des Rucks auch im Training angesprochen. Die Trainerin hat daraufhin erklärt, dass die Belastung der Halswirbelsäule beim Spiel viel höher sei und ich mir keine Sorgen machen müsse. Allerdings hat unser Hund nach dem Training mehrmals gehustet. Nachdem ich daraufhin online recherchiert habe und auf Risiken wie Quetschungen der Luftröhre oder Schäden an der Schilddrüse gestoßen bin, haben wir das Training mit Rucken sofort eingestellt.

    Ich bin mir sicher, dass ich diesen Trainingsweg nicht fortsetzen werde, da ich mich dabei unwohl fühle und mir Sorgen um die Gesundheit meines Hundes mache.

    Ich würde gerne eure Meinungen dazu hören. Was wären eurer Ansicht nach effektive Alternativen zum Leinenruck? Ich suche nach Methoden, die auf positive Verstärkung setzen, gerade für einen nervösen, reaktiven Hund.

    Danke für euren Input!