Je mehr ich über das Allergiethema nachdenke um so unsicherer werde ich. Eine Allergie entsteht ja meinem Verständnis nach dadurch dass das angegriffene Immunsystem auf einen bekannten Stoff reagiert und ihn bekämpft. Irgend jemand hat das hier oder im Ausschlussdiät-Tread neulich gut beschrieben aber ich finde es nicht mehr.
Ich spinne mir hier mal meine Gedanken zusammen, wenn ich falsch liege korrigiert mich bitte.
Das Immunsystem reagiert auf einen bekannten Stoff mit einer Allergie. Die Allergie äußert sich in unserem Beispiel durch eine Magenentzündung. Wenn ich dann das Futter wechsele bessern sich zwar die Symptome, aber es dauert lange bis der Magen wirklich ausgeheilt ist. In dieser Zeit ist das Immunsystem weiterhin angegriffen und kann jederzeit auf einen Bestandteil des neuen, aber jetzt ja bekannten Futters mit einer weiteren Allergie reagieren.
Aber dann ist es doch, wenn ich gerade keinen Denkfehler habe, eigentlich eine Abwärtsspirale aus immer weiteren Allergien. Andererseits ist das Futter nicht wechseln ja auch keine Option.
Wenn ich mit meinen Gedanken richtig liege würde das ja erklären, wieso das Hypoallergenic nach 3-4 Wochen zu Problemen geführt hat. Aber wie soll ich dann weitermachen, wenn ich nur noch 2 Futteroptionen habe also auch kein Spielraum mehr da ist um sich weiteres zu "verbrennen"?
Weil ich gerade selbst versuche, mich durch die Thematik zu buddeln, also soweit ich das verstanden habe:
So ne Allergie ist ein Immunsystem, dass überreagiert. Eigentlich völlig harmlose Stoffe, z.B. Rinderprotein, werden fälschlicherweise als Krankheitserreger identifiziert und dann reagiert der Körper da genau so drauf als hätte er einen Virus oder so.
Also das Immunsystem selbst ist nicht angegriffen, das ist hyperaktiv. Das übertreibt völlig und sieht Erreger, wo keine sind.
In deinem Fall wäre der Magen also noch angegriffen, na so wie man das selbst so kennt, nach einem Infekt, selbst wenn das Virus längst nur noch durch die Kanalisation schwimmt, dauert es halt, bis der Magen sich wieder ganz beruhigt hat.
So, und der Plan bei einer Ausschlussdiät ist halt, erst mal nur Sachen zu geben, mit denen das Immunsystem auf gar keinen Fall je in Kontakt war. Das kann's einfach nicht als Krankheitserreger identifiziert haben und kann deshalb nicht so dermaßen überreagieren.
Um dann ab da, wenn man also eine sichere Nulllinie hat, also wirklich alles gut ist, schrittweise wieder andere Sachen dazu gibt, um so herauszufinden, worauf der Körper so dermaßen reagiert. Also, falls man sich das dann überhaupt noch traut oder nicht einfach sagt, damit ist Ruhe, also ist auch gut.
Falls keine Ruhe sein sollte, kann man immer noch mehr reduzieren. Im Hypoallergenic z. B. sind ja immer noch jede Menge Sachen, die alle jede für sich eine Allergie auslösen könnten. Ich fange hier auch erst mal mit einem Futter an, bei dem unwahrscheinlich ist, dass Sammy darauf reagiert. Aber 'ne sichere Bank ist das auch nicht. Andererseits, man will ja bedarfsdeckend füttern. Bei mir z. B. wär es Quatsch, zusätzlich noch Mangelerscheinungen zu riskieren, weil es genau so gut eine Umweltallergie sein könnte.
Das ist ja dieser unglaubliche Mist an der ganzen Sache, herauszufinden, was der Auslöser genau ist.
Aber theoretisch kann man wirklich auf alles allergisch sein.
Richtig fies wird es halt, wenn das Immunsystem auf die Idee kommt, dann irgendwann das neue Protein ebenfalls als schadhaft zu identifizieren. Das kann tatsächlich immer passieren, auch bei Sachen, die länger echt gut gingen.
Aber man heizt da nicht selbst noch eine Abwärtsspirale an, man versucht, Ruhe rein zu bekommen.
Also dem Körper signalisieren, hey, alles jut, hier gibbet keine Erreger, nirgends, kannst wieder normal arbeiten.
Ich weiß nicht, wie man damit umgeht, wenn man echt alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat und einfach keine Ruhe 'rein bekommt.
Also, ob man dann eher hingeht und halt nicht mehr ganz bedarfsdeckend füttert, oder dauerhaft Immunsuppressiva gibt. Das dürfte auch sehr individuelle Abwägungssache werden, je nachdem, wo welche Risiken dann schwerer wiegen würden, denke ich.
Ich glaub da gibt's auch noch ein paar Stellschrauben mehr, da kennen sich hier einige auch noch deutlich besser aus.
Und Deine Ärztin ja auch eh. Ich hab bei Dir nicht alles von Anfang an gelesen, aber die klang ziemlich fit?
Na und selbst wenn man so einen höchst allergischen Hund haben sollte, wird man sich ja irgendwie damit arrangieren müssen
und gucken, wie man dann halt das Beste an Lebensqualität für ihn heraus holt.
Oder in Kurz: nein, man macht es nicht durch die Ausschlussdiät noch schlimmer, ja, es ist Mist und ja, es kann noch mehr Mist werden.
Muss es aber ja nicht zwangsläufig.
(ich hoffe irgendwas hiervon hilft. Und falls hier Quatsch oder überholtes zwischen stehen sollte, gern korrigieren.)