Hi Anna,
ich kann naijira nur komplett zustimmen.
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unser Züchter will seine Welpen erst in der 12 Woche abgeben, damit sie eine gute "Grundprägung" bekommen, und die bekommen sie bei ihm.
bzgl. Prägung hat naijra recht. Eine echte Prägephase a la "Gänseküken" gibt es bei Hunden nicht.
Welpen haben verschiedene Phasen, in denen sie für bestimmte Umweltreize besonders empfänglich sind. In den ersten Lebenswochen sind das Umweltreize der direkten Umwelt bsp. bzgl. anderer Artgenossen, Menschen usw. Später dann mit zunehmender Aktivität der Welpen/Junghunde kommt dann die weitere Umwelt mit dazu. Wenn der Züchter eures Hundes da viel Arbeit investiert und wirklich darauf achtet, die Jungspunds mit den wichtigsten Umweltsituationen bekannt zu machen, dann ist das etwas, was euch keine Welpengruppe geben kann. V.a. wenn die Mutterhündin eine selbstsichere, instinktsichere Hündin ist. Die Mutterhündin kann ihren Jungspunds sehr viel besser die Umweltreize als "normal" beibringen als wir Menschen. Einfach durch ihr gelebtes Vorbild. Zudem lernen die Welpis, wie schon geschrieben wurde, den "Hundeknigge" deutlich besser, da sie 24 Stunden am Tag in der "Übungsstituation" sind. Im Gegensatz dazu wären sie bei euch 1-2x pro Woche in der Welpenstunde und dann hin und wieder noch Begegnungen mit anderen Hunden, was zum Erlernen des richtigen Verhaltens längst nicht so effektiv ist.
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Wir können sie immer besuchen, andere Hunde sind auch da
Das ist doch perfekt.
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Alldings habe ich von einer Bekannten gehört, die ihren Hund erst mit 13 Wochen bekommen hat, dass die "Bindung" eher schwierig war und sich langsamer entwickelte....
Hat ganz sicher nichts mit dem Abgabealter zu tun, sondern mit der individuellen Mensch-Hund-Konstellation. Das beste Beispiel habe ich hier. Ich habe eine meiner Hündinnen mit knapp 5 Monaten vom Züchter geholt. Auch ein Züchter, der sehr viel Wert auf gute Sozialisierung gelegt hat. Die Jungspunds sind durch die Bank alle tolle Hunde geworden.
Nele liebt ihre Züchter heute noch innig. Selbst mit über 8 Jahren tillt sie völlig aus, wenn sie ihre Züchter sieht.
Aber bereits nach 1,5 Wochen wusste sie genau, dass sie jetzt bei uns lebt. Wir trafen ihre Züchter anlässlich einer Veranstaltung des Zuchtverbands. Nele schnappte erst mal völlig über und dann war sie den ganzen Tag zwischen all "ihren" Menschen unterwegs. Wobei wir auch zusammengesessen haben, zusammen spazieren waren usw. Abends dann haben wir ausgetestet was passiert. War ja ein eingezäunter Hundeplatz. Wir sind vor den Züchtern gegangen, Nele abgeleint, haben uns noch von den Züchtern verabschiedet, das Nelchen zwischen uns. Am Anfang war sie etwas hin und her gerissen, aber nachdem wir 20 m weg waren, kam sie ohne rufen, ohne locken uns nachgerannt.
Wohlgemerkt, sie hatte es bei ihren Züchtern garantiert NICHT schlechter als bei uns.
Und selbst alte Hunde können ihre Bindungen und Bezugspersonen innerhalb kurzer Zeit völlig ändern.