Beiträge von Ocarina

    Ich bin ja einfach ganz froh, dass ich mich hier ausjammern kann und einfach vom auf und ab berichten kann. Heute früh stand er im Flur und hat auch locker 10 mal im Kreis gedreht und fand den Weg zur Küche nicht. Beim Gassi war er die ersten 20m total unsicher und plötzlich ist er los gestiefelt und danach in der Wohnung schnurstracks zum Napf. Völlig ohne Unsicherheit. Und nach dem Fressen auf direktem Weg ins Körbchen, als wäre alles normal.

    Heute Nacht hat er auch durch geschlafen. Zum ersten Mal wieder seit einer Woche.

    Wir haben gerade noch einmal über Benni geredet. Die Tierärztin hat vorhin einen Abstrich gemacht und ins Labor geschickt. Wenn da jetzt ein Bakterium rauskommt, gegen das wir noch nichts versucht haben (Benni hatte schon 3 verschiedene Antibiotika im Auge) dann geben wir dem Auge noch eine Chance. Ansonsten werde ich mit ihr Sprechen und ihre Meinung zum Augen oder besser zu den Augen hören. Ich will nicht, dass das ausläuft und Benni ganz ganz üble Schmerzen bekommt. Und Benni tut sich auch soooo schwer. Er stößt überall dran, er bleibt einfach stehen und bewegt sich nicht mehr und draußen stolpert er über alles, also kleine Steine, Unebenheiten, Bordstein sowieso. Ich hab gestern abend beim Gassi schon geheult weil ich das einfach nicht mit ansehen kann.

    Und 5 Minuten später rafft er sich auf und läuft (trotz Dunkelheit!) plötzlich im Laufschritt beschwingt los und man fragt sich, was jetzt anders ist.

    Im Nachhinein hätte ich die OP vielleicht probieren sollen. Aber der Kardiologe hat sehr deutlich gemacht, dass Benni durch das Aneurysma keine Chance hat, eine OP zu überleben. Er meinte, beim schlafen legt sich Benni automatisch um oder steht auf und das Blut kann wieder ablaufen. Bei einer OP würde das blöde Teil mit Blut voll laufen und platzen. Da hat er keinen Zweifel dran gelassen. Also das war kein: es gibt ne Chance von 50:50, dass es klappt sondern ein: der wird nicht operiert! Und die Klinik und auch meine Tierärztin haben nach den Werten gesagt, dass sie nicht operieren.

    Benni ist auch nur gerade satt. Das Essen ist ja erst ne knappe Stunde her. Aber so in 2 Stunden spätestens hätte er gerne einen neuen gefüllten Napf. Er leidet unter Dauerhunger. Ich hab mir schon gedacht, wenn es mal soweit ist und wir ihn gehen lassen müssen, bekommt er vorher noch 3 volle Näpfe Futter oder so. Ich hoffe aber irgendwie, dass er einfach mal einschläft. Aber das ist wohl den wenigsten Hunden vergönnt.

    Ich kann nicht einschätzen, inwiefern das aktuelle "rumstehen" Demenzbedingt oder Sehkraftbedingt ist. Er steht vor allem nachts (er muss ja meist gegen 4 Uhr raus oder hat Durst) im Flur und weiß nicht so recht, wohin mit sich. Wenn man ihn dann Richtung Körbchen, Küche oder Wohnungstür "schubst" geht es wieder.

    Hier übrigends mal 2 Bilder der Augen. Im Spoiler, weil es vielleicht der ein oder andere etwas unangenehm findet und so etwas nicht sehen kann. Der Ausfluss ist die Salbe. Die hatte ich kurz vorher reingemacht.

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    Zu allem Überfluss hat Benni vorhin wieder mit den Zähnen geklackert. Ein untrügliches Zeichen, dass irgendwo etwas im Zahn steckt (Holz, Nussreste, irgendwas, was er aufstaubsaugt, wenn man mal Sekunden unaufmerksam ist). Dieses Mal ein etwa 1cm langes Stück was-auch-immer, welches sich schon richtig ins Zahnfleisch gearbeitet hat. Er hat jetzt ein riesiges Loch im Zahnfleisch und es blutet bzw. bildet so schleimiges Zahnfleischsekret. Das muss auch wieder arg weh getan haben. Benni war richtig erleichtert (anders kann ich es nicht ausdrücken) als das Teil entfernt war. Danach ist er recht beschwingt durch die Wohnung gelaufen. Jetzt gab es Abendbrot und später kontrolliere ich den Zahn bzw. das Zahnfleisch noch einmal. Das kann sich die Tierärztin dann gleich mit anschauen. Moppel schläft jetzt wie ein Stein. Zufrieden mit sich und der Welt. Schließlich gab es gerade Futter.

    Vielleicht kann man in einer OP das Auge entfernen, sofern die Narkose noch machbar ist?

    Leider darf Benni nicht mehr operiert werden. Im Juni sollten die Zähne gemacht werden (die sind echt übel und zum damaligen Stand hätten mindestens 6 raus gemusst) und die Aussage des Kardiologen war: der wird nicht mehr operiert, das überlebt er nicht. Wir sollen ihm noch ein paar schöne Tage machen, die Herzwerte sind so schlecht, er überlebt nicht mehr lange (auf dem Arztbrief stand drauf: Prognose: sofortiger Herzstillstand). Parallel dazu hatten wir ein Blutbild bei unserer Hausärztin erstellt mit einem ganz bestimmten Herzwert. Auf der Auswertung stand drauf (die genauen Zahlen habe ich nicht im Kopf, aber so ungefähr), dass alles unter 100 ok ist, bis 400 sollte man sich kümmern und hat noch etwa 3 Jahre ab 600 lag die Prognose bei 3 Monaten bis maximal einem Jahr bis zum Herzstillstand. Benni war zu dem Zeitpunkt bei 1400 oder so. Also weit weit drüber. Er bekommt seitdem Herztabletten, die scheinbar sehr gut anschlagen. Der Zufallsbefund Blasenkrebs stört Benni scheinbar auch nicht. Er hält Urin locker 10 Stunden ein. Kot ist schwieriger. Am 28.11. wird Benni 15. Im Sommer meinte unsere Tierärztin, dass er das bei den Werten nicht schafft. Tja, nun ist er immer noch hier und beim letzten Besuch meinte die Ärztin ja noch, dass sie ihn aufmerksamer, neugieriger und agiler findet, als im Juni.

    Seine Arthrosepfote war jetzt sehr lange entzündet, das haben wir nun auch endlich im Griff und die Pfote sieht wieder gut aus. Die Augen sind jetzt einfach die nächste große Baustelle.

    Ich hab gelesen, dass man da wohl unter örtlicher Betäubung was machen kann, so eine Art Kontaktlinse, damit das Auge nicht zusammen fällt. Das hilft zwar nicht unbedingt gegen die Blindheit, aber zumindest gegen die Schmerzen.

    Bennis Hornhautulkus wird immer größer. Trotz cremen, salben, Augen reinigen.

    Ich hab jetzt gelesen, dass es sehr schmerzhaft ist und zu einem Kollabieren des Auges führen kann. Links das ist ja noch klein (etwa 1mm) aber rechts das ist richtig groß, knapp 7mm würde ich sagen. Normal scheint es nicht so zu schmerzen (Benni bekommt ja an sich auch Schmerzmittel) aber wenn ich die Tropfen oder die Salbe reinmache, versucht er mit der Pfote übers Auge zu wischen oder reibt den Kopf auf den Boden.

    Er sieht auch fast nichts mehr. Und gerade heute ist es mir schmerzhaft bewusst geworden. Tagsüber geht es noch, da kann er Schatten sehen und erkennt auch andere Hunde und kann recht gut damit umgehen. Aber es ist nun einmal die dunkle Jahreszeit. Das Morgengassi und heute auch das Nachmittagsgassi fanden im Dunklen statt. Und erst ist Benni den Bordstein "runtergefallen" weil er sich verschätzt hat und dann ist er unter jeder Laterne stehen geblieben und im Kreis gelaufen und wollte nicht weiter. Es war nicht schön, das mitanzusehen. Und dann denke ich an Gestern, als ich Benni etwas bremsen musste, weil er mit einer Hündin spielen wollte und 3, 4 m gerannt ist und sich wie ein Kreisel vor Freude um sich selbst gedreht hat und sie angesprungen ist.

    Ich will nicht, dass es ihm schlecht geht. Aber gerade zu Hause und tagsüber macht er überhaupt nicht den Eindruck. Er läuft umher, springt auf die Couch, bettelt, schläft und träumt, ist interessiert wenn es irgendwo spannend ist und nervt, wenn er Aufmerksamkeit will.

    Ich werde morgen mal mit der Tierärztin reden. Vielleicht hat sie noch irgendeine Idee. Ich weiß sonst nicht mehr weiter. Ob ein Hund sich mit 15 Jahren noch an Blindheit gewöhnt? Er ist ja auch fast Taub. Und die Blindheit alleine ist ja das eine, aber Schmerzen durch ein in sich zusammen fallendes Auge...davor graut es mir.

    Ich weiß gerade echt nicht mehr weiter.