Einen wirklichen Dissens habe ich bisher nur zur Frage zum „Zwang als No Go“ so gegen Ende der ersten Hälfte
sie wendet ihn aber ja selbst an, außer ich hab da was komplett falsch verstanden. Es war ja die Frage, was man machen soll, wenn sich der Hund draußen erschreckt/Angst hat und sich dann im Gebüsch verstecken will. Da hat sie ja gesagt, a) wenn es die Situation zulässt, dann darf der Hund das (und ansonsten halt nicht, und da ist ja das festhalten mit der Leine im Streß für den Hund Zwang), und b) wenns passt, dann kann er ins Gebüsch, sie lobt das auch, zählt bis 20 oder 30, sagt danach zum Hund, "das darfst Du nicht" und zieht ihn raus.
Ja, an den Hund der TE habe ich da auch gedacht, vor allem, was ich da so traurig fand, der Hund kannte ja wohl die positive Interaktion mit Menschen und dann wird er da entführt und sich selbst überlassen in seinem Leiden, ich finde das emotional wirklich unterträglich, einfach auch, weil mich das so an Bonnie erinnert und die Vorstellung, daß ein eigentlich fröhlicher und liebevoller Hund so unendlich allein gelassen wurde, wie Bonnie im Tierheim, weil man da auch der naiven Meinung war, daß ein Hund von sich aus auf den Menschen kommen muß, was Bonnie halt nicht konnte und dann 7 Monate Einsamkeit im Zwinger zur Folge hatte
, das ist so schrecklich.
Bei mir daheim wollte sie sich ja auch erst in die Dusche verkrümmeln, das wär dann wie im Tierheim gewesen, wo Bonnie immer nur im Innenraum des Zwingers war und durch die Luke Menschen geschaut hat und wenn sie allein war, lief sie im Zwinger den ganzen Tag im Kreis
.
Ich hab sie ja kurzerhand komplett grenzüberschreitend einfach gepackt, wie sie da in der Ecke der Dusche verkrampft hockte, auf den Arm genommen, sie im Zimmer wieder auf den Boden gesetzt und gesagt: Ne, Du gehörst zu uns und Du bleibst bei uns. (Sie hatte da auch Rückzugsmöglichkeiten, die sie dann nicht benutzt hat). Und ich bin ganz sicher, das war ein sehr wichtiger und entscheidender Schritt, sie eben nicht allein da hocken zu lassen sondern als Mensch die Initiative zu ergreifen und Bonnie in unsere Mitte zu holen. Sonst wäre sie heute noch in der Dusche und käme nicht raus.
Und in unserer Mitte konnte sie sich ein schönes Plätzchen suchen und war ein Teil von uns. Von Anfang an. Man kann auch körpersprachlich einem Hund signalisieren, daß man seine Ängste und Bedürfnisse erkennt und er seine Ruhe hat und Sicherheit. Also halt nun individuell von Hund zu Hund anders.
Wie war das bei euren Hunden mit dem Altern? Wurden die Ängste wieder schlimmer?
ja und nein. Also so die Menschenängste nicht, aber mein erster Hund hatte Angst vor Silvester und seine Geräuschangst wurde immer schlimmer und er hat immer mehr negativ verknüpft, also dann Gewitter, Knall, Wind vor Gewitter, Sommergewitter sind oft Abends gewesen, also hatte er vor Abendgassi Angst, das war eine ziemliche Spirale abwärts