Ich geb jetzt auch noch meinen Senf dazu, auch wenn du schon sehr viel gehört hast.
Ich kann dich sehr gut verstehen, das Internet ist super, aber auch Fluch zugleich, man liest so viel, möchte alles richtig machen und nur das Beste für den Hund.
Man wird nervös gemacht mit, was er jetzt nicht lernt, lernt er nimmer. Man wird zugeschüttet mit, meiner kann aber schon xxx Kommandos, deiner nicht?
Vergiss das alles, ihr habt alle Zeit der Welt. Rückruf und Nein, das waren für mich die wichtigsten Kommandos, die wurden zwischendurch immer wieder eingebaut, einfach im Alltag.
Ein Tagesablauf, wenn ich nicht eingreife, wäre bei meiner Hündin (zumindest bei Schönwetter), im Garten gammeln, bissi graben, bissi Spaziergänger beobachten, bissi den Nachbarshund beobachten, kurz mal schauen ob es nicht schon Zeit fürs Fressen ist.
Hätte sie dann hin und wieder noch ein paar Spielgefährten, wäre alles super für sie.
Eingezogen ist unsere Hündin mit 4 Monaten, 2 voneinander unabhängige Trainerinnen haben mir als erstes gesagt, der Hund braucht 19-20 Stunden Ruhe. Mag übertrieben klingen, wir sind auch sicher nicht auf diese Zeit gekommen, aber mir hat es enorm viel Stress genommen.
Ich habe kapiert, Hunde lernen ihr Leben lang, ich muss sie nicht „ständig“ beschäftigen, nicht jeden Tag trainieren. Als ich ruhiger geworden bin, ist auch sie ruhiger geworden.
Boxen mag ich nicht, finde diesen Trend irgendwie komisch, ist aber meine persönliche Meinung. Welpenauslauf ist wieder eine andere Geschichte, hatten wir aber auch nicht.
30 min. Spaziergang war mehr als genug, da hatte sie schon so viele Eindrücke gesammelt, das sie sich zu Hause erstmal ihr Plüschtier um die Ohren gehaut hat und ein paar mal im Kreis gefetzt ist.
Die Gradwanderung zwischen zu viel und zu wenig, ist schwer, gerade für Ersthundehalter, hör auf dein Bauchgefühl, das wird schon.