Beiträge von WorkingDogs

    Authentisch sein, heißt für mich, glaubwürdig zu sein.

    Das hat nichts mit Gewalt zu tun. Es kann sogar bedeuten, dass man sich verstellen (oder an sich arbeiten) muss. Gibt ja auch genug Leute, die schaffen es nicht, den Hund authentisch zu Loben.

    Konsequenz ist doch durchaus angebracht. Konsequentes Handeln ist berechenbar für den Hund. Wie unfair ist es denn bitte, wenn es heute so ist und morgen anders? Aber ich kann natürlich auch konsequent etwas tun, was nichts bringt. Nur weil ich irgendwo konsequent bin, bin ich nicht erfolgreich.

    Strenge, ja gut kommt auf die Situation drauf an. Ich bin zum Beispiel nicht streng damit, ob ein Hund bettelt. Aber ich bin sehr streng wenn es darum geht, dass andere Tiere nicht gejagt werden.

    So lange mein Hund jederzeit an Schnüffelstellen abbrech und abrufbar ist...darf er das den lieben langen Tag machen. Eine Aussage wie "NIE vor Tag x" kastrieren finde ich kritisch. Es gibt echt einige Rüden, die überhaupt nicht mit ihren Hormonen klarkommen. Denen die Hilfe zu verwehren..weiß nicht. Gefällt mir persönlich nicht so

    Ist halt schwierig, die Teile wieder dran zu machen und ich würde da die Probleme einfach immer abwägen. Zum Glück gibt es ja den Chip und man kann zumindest mal antesten. Auch, wenn das nicht 100% genau ist. Wenn ein Hund aus irgendeinem Grund zu viel Testosteron hat, dann kann eine Kastration das Thema ja auch wieder Gerade biegen.

    Oft sind es aber doch auch einfach Erziehungsdefizite die sich mit dem älter werden und dran bleiben geben. Und grade bei Rassen mit schlechten Bindegewebe, schlechter Fellstruktur, Gebäudethematiken und was es nicht noch alles gibt, kann eine Kastration auch sehr kontraproduktiv sein.

    Oft kommt doch nicht der Hund nicht mit seinen Hormonen klar, sondern der Halter kommt nicht damit klar, dass er einen jungen Hund hat.

    Ich glaube aber auch, dass manche einfach zu Perfektionistisch sind. Sind halt junge Hunde. Dann sind die halt mal bisschen hormonell, weil da grade ne läufige Hündin dabei ist. Dranbleiben, weiterüben und kein falsches Mitleid haben. Ich nutze es beim Training immer gerne wenn sich die Gelegenheit ergibt mit oder nach einer läufigen Hündin zu trainieren. Und dann einfach Geduld haben und realistische Erwartungen pflegen.

    Viel zu trainieren ist einfach kein Qualitätsmerkmal oder macht gar einen besseren Halter aus einen.

    Schnelle Wege zu wählen ist auch nichts prinzipiell schlechtes, ich würde immer den Weg wählen, der beim individuellen Hund am schnellsten zum Erfolg führt. Und nein, dass sind nicht gleich Zwänge ohne Ende, es gibt mehr als genug Leute, die mit Zwängen überhaupt nicht zum Erfolg kommen, sondern noch viel mehr kaputt machen. Oder Leute die nur auf Zwänge setzen und sich sträuben mal einen Verstärker mit zu nehmen, obwohl sie damit viel schneller zu einer Verhaltensanpassung kommen würden.

    Ja, ich bin mir auch sicher, dass ein gewisses Mindset unabdingbar ist, wenn man erfolgreich ausbilden möchte. Es erfordert nämlich Disziplin, Timing, Selbstreflektion, Kreativität und weitere Fähigkeiten.

    Kleines Katzenupdate: also so lange sie sitzen bleiben und böse gucken, traut sich der Herr nicht mehr ran :applaus: Da hat er jetzt wohl ordentlich Respekt vor, nachdem er 2x fast verprügelt wurde und dann noch bösen Anschiss von Frauchen bekommen hat. Er lernt ja wirklich schnell. Mal sehen, was ist, wenn mal wieder eine Katze vor uns wegrennt.

    Habe ihn selbstverständlich auch gelobt wie irre, als er auf meine Ansprache reagiert hat und dann freiwillig mit mir mit gegangen ist.

    Ich verstehe nicht, wie dieses Statement damit zusammenpasst, dass der Hund am Wild nicht mit einem Abbruch zu regeln sein soll. Offensichtlich funktioniert Strafe doch.

    Mal als Beispiel: Training, Hürdenkommando für „spring die Hürde von außen“ Hund springt die Hürde von innen - Signalwort „Upsi“. Hund weiß: Verhalten war nicht richtig, gibt keine Belohnung (übrigens eine negative Strafe). Hund bekommt nen neuen Versuch, springt die Hürde richtig, bekommt seine Belohnung.

    Ein solches Signal gibt es hier auch. Das ausbleiben der Belohnung wird mit einem "Falsch-Marker" versehen und fungiert als negative Strafe. Zum Beispiel wenn der Hund statt "Sitz" ein "Platz" zeigt. Dieses Signal soll keine hemmende Wirkung auf die Übung oder gar die Stimmung haben. Die Konsequenz ist lediglich das ausbleiben der Belohnung.

    Anderes Beispiel: ich esse Macadamia-Nüsse (hoch giftig für Hunde), Hund versucht, sich ne Nuss aus meiner Schale zu klauen. Signalwort „HEY!!!“ und Hund muss bei diesem Signalwort als Zeichen, dass er es annimmt, DEUTLICH vom Ort des Geschehens zurück weichen. Tut er das nicht, stehe ich auf, laufe auf ihn zu (übrigens eine positive Strafe) und verlange, dass er sich vom Ort des Geschehens DEUTLICH entfernt. Was er danach macht, ist mir egal. Aber er muss eben von den Nüssen deutlich wegbleiben. Ansonsten folgt eben die schon beschriebene Konsequenz mit dem Einfordern des Zurückweichens.

    Auch ein gutes Beispiel. Hier gibt es einen solchen Abbruch auch dafür, wenn ein Hund andeutet die Hühner jagen zu wollen. Im schlimmsten Falle könnten dabei Hühner sterben oder der Hahn den Hund angehen (absolut gefährlich!!!), hier werden Ambitionen umgehend deutlich gehemmt.

    Ich trainiere außerdem gesondert, dass ich meine Hunde wegschicken kann. Aufgebaut über ein Signal + den Hund körperlich wegschicken.

    Klar, aber wie viele filmen dich dabei? Hier ist das für ewig irgendwo im Forum als Textversion und jeder kann darauf zurückgreifen.

    Und ja, natürlich muss man sich ausprobieren und wer sich als Meister bezeichnet, hat schlicht aufgehört zu lernen. Nur, was bringt es einen Hund zu strafen der nicht die Werkzeuge und Mittel dazu hat diese Strafen anzunehmen? Wie kann man diese Strafe dann positiv auflösen?

    Wenn man im Forum gräbt, dann findet man sehr viele Anleitungen dazu, wie man einen Abbruch aufbauen kann. Das ist nun wirklich kein Geheimnis. Teilweise sogar sehr detailliert beschrieben. Für mich hat das Anwenden eines Abbruchs nichts damit zu tun, dass man ein Meister ist, sondern es ist ganz schlicht ein Zusammenleben. Es muss auch nicht jede Strafe positiv aufgelöst werden. Diese Anleitung findest du auch in diversen Büchern, es ist schlichte Lerntheorie.

    Es muss fair bleiben. Und das muss man einfach gezeigt bekommen, mit jemandem, der den Hund und Halter einschätzen kann, weil das einfach nicht jeder kann und schon gar nicht selten jemand, der damit noch nie irgendwelche Berührungspunkte hatte. Deswegen finde ich es gut, dass hier niemand konkrete Beispiele für Abbruch und Verbote schreibt.

    Hundetrainer haben auch nur einen Werkzeugkasten und keine Glaskugel. Die Lösungen sind oft gar nicht so individuell wie sie erscheinen. Für mich bildet es nicht die Realität ab, dass Abbrüche, Verbote und Strafen nicht besprochen werden sollen. Sehr viele Probleme resultieren daraus, dass diese Themen ausgeklammert werden.

    Aber es ist ja viel leichter ein konkretes Verhalten abzubrechen als Aufregung zu unterbinden/verbieten/runterzuregeln... Also ich glaube die wenigsten Probleme entstehen bei Dingen die sich mit einem einfachen Abbruch regulieren lassen.

    Also ja es gibt Hunde da funktioniert das wunderbar, Abbruch, ins Fuß nehmen, was auch immer. Und dann gibt es eben Hunde deren Verhalten man nicht so leicht von der Erregungslage abgekoppelt formen kann.

    Ich finde, das kommt total auf den Hund drauf an. Bei meinem Malinois Rüden ist es zum Beispiel total leicht, die Aufregung runter zu takten. Dafür diskutieren wir viel, dass mich die Pisseleckerei nervt. Bei einem meiner anderen Hunde sind Abbrüche ganz easy, Aufregung aber schwierig.

    Aufregung resultiert doch aber auch oft daraus, dass die Hunde keine Grenzen kennen und eine gewisse Erwartungshaltung entwickelt wurde. Ich finde hier auch das Thema Gewöhnung ganz wichtig, weil sich so viele absehbaren Konflikte von Anfang an vermeiden lassen.

    Andererseits, weil einfach die Gefahr besteht das es irgendwelche User nachahmen ohne das man die Auswirkungen, den Sinn oder sonst was dahinter versteht und auch nicht das Mass kennt und den Hund im schlimmsten Fall kaputt macht. Und zum Anderen, weil auch keiner Lust darauf hat, das jemand mit dem Finger auf einen zeigt, nur, weil man die beschriebenen Korrekturmassnahmen und Strafen entsprechend durchzieht.

    Also in diesem Fall einfach lieber einen Trainer beauftragen, der mit einem einen sinnvollen "Abbruch" oder halt ein "Verbot" aufbaut und nicht darauf bestehen, dass Leute im Forum eine Anleitung oder ein Beispiel dafür geben, wie man Verhalten XY verbietet.

    Ich verstehe den Gedankengang. Es ist aber noch nie ein Meister vom Himmel gefallen und manchmal gehört es auch dazu, sich auszuprobieren. Davon gehen die Hunde nicht gleich kaputt und ich bin mir sicher, dass es ganz vielen auch gut tut, mal einen Realitätscheck zu lesen.

    Klar, es wird immer Leute geben, die nur Gewalt lesen wollen. Da muss man drüber stehen können. Muss ich unterwegs auch, wenn ich Strafe verwende und ein konsequenten Training durchführen möchte. Da kann mich auch jederzeit jemand beobachten, der doof findet was ich tue. Oder es kann ein anderer Hundehalter nachnahmen. Diese Verantwortung muss man nicht übernehmen. Gute Trainer sind leider rar, grade bei dem Thema.