Beiträge von WorkingDogs

    Kalle hat als Junghund gelernt, dass ihn so anlockende Menschen das Signal dafür sind, dass er sich mir zuwenden soll.


    Wann immer er so angelockt wird, wendet er sich also sofort freudig von den Menschen ab und mir zu und bekomme dafür seine Belohnung.

    Das lerne ich meinen auch.

    Bereits im Welpenalter übe ich das gezielt. Bei mir gibt es dann etwas richtig, richtig tolles.

    So verbrennt man sich weder den Gehorsam, noch schafft man sich Konflikte.

    Ja, es kann gut funktionieren etwas zu werfen. Grade wenn der Hund den Radius nicht einschätzen kann.

    Aber hier ging es doch darum, Schreckreize zu setzen (Rappeldose, Leine knallen), um den Hund in einer hohen Erregungslage abzubrechen. Und ehrlich, wenn das beim Gebrauchshund langfristig funktioniert, dann muss das schon ein qualitativ sehr schlechter Hund sein.

    Und wenn ich bei dem Hundetyp solche Konditionierungen im Alltag aufbauen muss, dann führe ich den falschen Hundetyp. Eine solche Konditionierung kann im Sport oder der Arbeit niemand gebrauchen.

    Ich glaube du stellst es dir so vor, dass man die Wölfe zum Beispiel irgendwo im Wald sucht und dann in der Ruhezeit schießt und wie sie das aufs jagen beziehen sollen?

    Nee, ich kam da nur drauf oder hatte überlegt, weil DNA Proben und Abschußgenehmigung ja schon einige Zeit dauern können und wusste nicht wie das dann gemacht wird.

    Ich kenn mich da ja gar nicht aus und frage deswegen so unbeholft.

    Lg

    Sacco

    Ach so! Also, wir haben ja nur eine Handvoll Abschussgenehmigungen gehabt. Ein Rudel muss schon wirklich enorm auffällig, regelmäßig und "unverhältnismäßig" in Bezug auf den Herdenschutz sein, damit es überhaupt eine gibt.

    Oder sich wie Kurti den Menschen so extrem nähren (Gefahrenabwehr).

    Natürlich kann auch das greifen, was auch noch geschrieben wurde. Der Wolf verknüpft die Entnahme mit dem Menschen und wird infolge dessen heimlicher. Das trifft ja bei vielen Wildarten zu. Vor allem sehr alte Tiere, sind oft so heimlich gegenüber dem Menschen, dass wir sie gar nicht mitbekommen.

    Vielen Dank für die Erklärung.

    Entschuldig das ich eure Nerven so lange strapaziert habe bis ich es verstanden haben. :tropf:

    Eine andere Frage die mir gerade spontan in den Sinn gekommen ist. Was passiert mit den geschossen Wölfen, wenn welche geschossen werden sollen?

    Das gleiche bei normalen Wildfleisch oder kommen die alle in die Gerichtsmedzini und werden anschließend wie, nicht Schlachtpferde, verbrannt?

    Lg
    Sacco

    Das kann von Bundesland zu Bundesland variieren. Ich hoffe, ich erzähle jetzt keinen Mist! Der Kadaver ist in NDS der unteren Naturschutzbehörde zu übergeben. Was diese damit tun - ich weiß es nicht!

    Schau mal hier:

    https://www.ml.niedersachsen.de/download/189757/Handreichung_Aufnahme_des_Wolfs_ins_Jagdrecht_Stand_November_2022_.pdf

    Ich denke, du darfst den Haushund nicht zu sehr mit einem Wildtier vergleichen. Nicht, was das Lernverhalten angeht, sondern was bestimmte Eigenschaften betrifft. Zum Beispiel der Punkt des Gefahrenbewusstseins.

    Nun kenne ich mich nicht genau aus, wann und wo die ganzen Abschüsse stattfanden, aber ich gehe mal davon aus, dass man an einer Weide ansitzt und sie Wölfe beim jagen "erwischt". Die Gebiete für den Abschuss sind ja klein. Sie die Erfahrung also unmittelbar bei der Jagd machen (das war bei dem Fall der Fall, der mir besser bekannt ist). Das ist ja auch der sicherste Weg, um die richtigen Wölfe zu treffen und den nachhaltigsten Effekt zu erzielen.

    Ich glaube du stellst es dir so vor, dass man die Wölfe zum Beispiel irgendwo im Wald sucht und dann in der Ruhezeit schießt und wie sie das aufs jagen beziehen sollen?

    Das ist dann ja ein ganz anderes Gefüge ( im Sinn von z.B. Lernfähigkeit) wie wir es sonst kennen oder?

    Der Wolf lernt ganz normal. Ich denke, wir machen es uns bei vielen Tieren gerne mal zu kompliziert. Der Wolf soll ja keinen Trick lernen sondern es wird einfach der Jagddruck erhöht damit der Wolf weg bleibt. Das funktioniert bei vielen Tieren und man macht sich das oft zu nutze. Auch an Äckern mit hohen Wildschäden erhöht man den Jagddruck.

    Ah ok, also lernen die Wölfe ( die auch schon erfolgreich Nutztiere/Weidetiere) gerissen haben, dass die Nutztiere/Weidetiere blöd sind, weil ein Wolf aus dem Rudel geschossen wurde?

    Ja, ich weiß das sie in einem Sozialverband leben aber ich hätte nicht gedacht das sie drauß lernen, wenn irgend ein Wolf aus dem Rudel ( jetzt überspitzt) geschossen wird das sie dann keine Nutztiere/Weidetiere mehr angreifen/reissen.

    Ich glaube ich stehe gerade einfach nur total blöd auf dem Schlauch.

    Ich meine das alles wirklich nicht böse, angreifend, gegen usw.

    Lg
    Sacco

    Alles gut, so verstehe ich es auch nicht :-)

    Ja, genau. Das Rudel lernt im gesamten daraus. Hier in der Gegend hatten wir einen der genannten Fälle und man hatte im Grunde von heute auf morgen den gewünschten Lerneffekt und über Monate Ruhe in Bezug auf Nutztierrisse.

    Aber es sind lernfähige Tiere und sie probieren es immer wieder. Der Lerneffekt hält also nicht zwangsläufig ein Leben lang.

    Nun ist das für die Ausnahmeregelung aber egal. Diese wird erstmal ausgesetzt, sobald ein Wolf entnommen wurde und dann wird abgewartet, ob ein erneuter Übergriff stattfindet und dann ggf. nochmal entnommen, wieder ausgesetzt, usw. Das war bislang nur einmal der Fall, dass zwei Wölfe entnommen wurden (in NDS, im Rest der BL hab ich keine Ahnung).