Beiträge von WorkingDogs

    Als würde theoretisches Wissen dafür ausreichen, dass die Hunde gefährlich werden. :rolling_on_the_floor_laughing:

    Vieles ist einfach Charakterfrage! Sieht man doch im DF. Da kommt ein Anfänger, will Rasse xy. Manche lassen sich dann überzeugen und andere ziehen halt trotzdem durch. Als wäre das in diesen Kursen anders. Und dann entdecken nicht wenige Leute die Arbeitslinien und holen sich wegen der Optik einen solchen Hund. :ugly:

    Zumal die Leute sich die Hunde einfach trotzdem ohne Kurs anschaffen. Und dann? Will man diese Hunde alle einziehen?

    Hm nee, da kommen wir nicht auf einen gemeinsamen Nenner.

    Das müssen wir auch nicht.

    Ich kenne genug Leute, die wollen nicht 3x auf Schau fahren und die haben auch keine Lust mehr darauf, ihre Hunde zuchtfertig zu machen, weil vielleicht 2 oder 3x jemand decken kommt. Ausbildung ist teuer geworden, die HU ist teuer geworden, Gentests kosten viel Geld, Körungen sind oft nicht um die Ecke, Wesensbeurteilungen sind nicht um die Ecke. Und dann noch so Dinge wie Ausdauerprüfungen, Teilnahme an Studien, DNA-Verfahren.

    Dann darf man sich gerne auch mit dem Vetamt auseinandersetzen (in meinem LK ab drei Hündinnen, die hat man als Züchter fix). Für meine paar Hühner muss ich sogar Bestandslisten führen und die Geflügelleute versuchen gegen die präventive Keulung vorzugehen, die vielen Kleinzüchtern und Rassen sehr zusetzt.

    Und dann ist natürlich auch der Punkt der Gewährleistung nicht zu vernachlässigen.

    Ein perfektes System gibt es ja leider nicht. Im Geflügelbereich bin ich über Zuchtringe organisiert, da hat eine Biologin, welche die Rasse selber züchtet, die Hand drauf und stellt zusammen, welche Stämme kombiniert werden.

    Für die Hundezucht sehe ich sowas nicht, viel zu viel Macht für eine Person.

    Außerdem muss man ganz klar sagen. Das tut zwar der Diversität gut (wenn dort die richtige Person sitzt..), aber die Leistung oder das Wesen kann darunter durchaus leiden. Weil es wenig Raum lässt und eine solche Externe die Tiere nie so gut kennt, wie der Besitzer.

    Gut, nun bin ich im Leistungsbereich angesiedelt. Schönheitszuchten sind ja nicht nur in der Hundezucht ein Problem.

    Aber ich hab meine Tiere nicht zum nett angucken, sondern weil ich gewisse Dinge auch ganz klar erwarte.

    Der Anspruch kann ja nicht sein, dass es leicht ist, oder?

    Aber ich sehe ehrlich gesagt - und da könne wir die Diskussion auch vom Dalmatiner wegnehmen, damit es nicht persönlich wird - gar keine Bemühungen von Verbänden dazu in dem Maße, wie ich es mir wünschen würde. Von Einzelpersonen, ja. Aber Einzelpersonen können es nicht hinbiegen, sonst bräuchte man ja keine Verbandszucht.

    Doch. Hundezucht muss leicht sein. Anders wird es sie bald nicht mehr geben. Wir haben Inflation, enorm gestiegene Futter- und Tierarztkosten und eine immer schärfere Rechtsprechung.

    Wer heutzutage klug ist, der lässt das Züchten bleiben.

    Es wird nicht funktionieren, wenn man die Züchter dabei auf der Strecke lässt. Leider ist Hundezucht ein Bereich in dem ganz viele Theoretiker mitreden wollen, die noch nie Welpen aufgezogen haben, Verpaarungen geplant haben, Zuchthunde fertig gemacht haben oder wenigstens nur bei einer Aufzucht mal dabei waren. Man kann sich nicht alles anlesen.

    Das man so gar keine Bemühungen wahrnehmen und auch mal anerkennen möchte, ist für viele Züchter ein Schlag ins Gesicht.

    Aber vielleicht ist das ja auch Fantasy, und ich übersehe einen wichtigen Grund, der dagegen spräche.

    Es ist in der Realität nun einfach nicht so leicht, dass immer alles zu finden.

    Ich bin aktuell auf Deckrüdensuche bei einer Rasse, mit einer eigentlich vergleichsweise riesigen Population.

    Und dann kommt: Gesundheit, wenige Popular Sire, genetische Diversität, Wesen, Leistung, Gebäude (keine Schönheit, aber eben möglichst funktional und keine Dopplung von Schwächen), Parameter die die Hündin mitbringt und ausgeglichen werden sollen, vermeiden bestimmter Linienzuchten aufgrund der Gesundheit, und so weiter.

    Ich suche Europaweit, Farbe egal.

    Und am Ende bleibt da trotzdem nicht viel. Und ja, da regt es einen manchmal schon auf, wenn das immer alles so leicht runtergeschrieben wird, als wären die Züchter nur zu stur. Zucht ist leider auch ein Prozess der gesellschaftlichem Wandel unterliegt. Und die beste Verpaarung bringt einem leider nichts, wenn die dann keiner kauft. Das ist leider auch Realität. Und am Ende wird dann wieder nur gemeckert..


    Dann sieht man die ganzen Plattnasen-Vermehrer und Qualzuchten im Nutztierbereich und fühlt sich manchmal auch echt veräppelt.

    Ich persönlich fände es bei Rassen wie dem Dalmatiner, bei dem die Quote der betroffenen Hunde ja noch recht gering ist, halt total sinnvoll, da eine recht eng gehaltene und mit Outcross kombinierte Zuchtvorgabe zu machen, um die Taubheit möglichst schnell auf möglichst "Normalniveau" (wobei dafür natürlich auch Referenzwerte erhoben werden müssten) zu drücken.

    Also bspw: möglichst wenig Dalmatiner ohne Platten in die Zucht (wenn da der Zusammenhang besteht - beim ACD zumindest tut er das ja), meinetwegen ne Quote von 10% aller Zuchthunde maximal (ist jetzt nur eine Beispielziffer). Gleichzeitig outcross, um dem Verlust der genetischen Vielfalt entgegen zu wirken. Also 80% der eingesetzten Zuchthunde in einem Jahr Dalmatiner mit Platten, 10% Dalmatiner ohne Platten und 10% Pointer oder so. Das dann natürlich möglichst nicht nur einmal, sondern über ein paar Jahre hinweg und von Forschung begleitet.

    Ich habe keine Ahnung, ob Pointer hier geeignet wäre. Ich habe auch keine Ahnung von Dalmatinern. Die sind hier nur als Platzhalter gemeint. Durchgespielt für "meine" Rasse (Lapphund), bei der es einen bedenklichen Trend zu Fellmassen gibt mMn wäre das dann 80% Lapphunde mit moderatem Fell, 10% Lapphunde mit eigentlich zuviel Fell aber sonst top Werten und 10% Lapinporokoira oder ACD beispielsweise (andere Treibhunde halt).

    Aber vielleicht ist das ja auch Fantasy, und ich übersehe einen wichtigen Grund, der dagegen spräche.

    Scheint den Züchtern doch alles bewusst zu sein und durchaus auch getan worden zu sein:

    s fallen in allen VDH vereinen momentan sehr wenige taube oder einseitig hörende Hunde. Zahlen dazu hab ich leider keine genauen aber ich habe die Zuchtbücher der letzten Jahre durchforstet da ich selbst noch eine Hündin suche. Ja sie kommen vor aber die meisten Züchter die ich kenne sind bereits dran das eben keine Taubheit mehr in ihren Linien vorkommt. Und es ist ist gerade ein Wurf gefallen aus einer reinen Platten Verpaarung. Plattenträger sind auch mittlerweile in der Zucht erwünscht und zwar in allen Vereinen. Sie dürfen halt nur in der Fun Klasse starten, was sie aber für die Zucht nicht weniger interessant macht.


    Das Lua Projekt ist nach wie vor bei einigen Züchtern umstritten, aber es kommen immer mehr Lua Würfe auf die Welt. Es gibt sogar schon reine Lua verpaarungen.


    Die Purin Thematik wiegt tatsächlich mehr als Taubheit. Auch hier gibt es aber die Möglichkeit mit der richtigen Ernährung das ganze einzudämmen.

    Da es mich beschäftigt hat habe ich die Zuchtbücher von meinem Verein nochmal genauer angeschaut von 2020-2022


    Es wurden in diesen Jahren 2020-2022 ca 400-500 Welpen geboren

    Im Schnitt waren 22 Welpen einseitig hörend und 5 taub geborene.


    Da es genetisch gesehen wohl nicht nur an der Fellfarbe liegt sondern mehrere Gene beteiligt sind, kann man dieser nicht alleine die Schuld geben. Von mir aus kann der Dalmatiner auch nur braun/Schwarz sein.

    Auch das einzüchten des Pointers in der Dalmatiner Zucht hat nicht dazu geführt das in den Lua Linien weniger taube Hunde geboren werden.

    Und es gibt viele Dalmatiner die trotz Kopf/Ohrplatte taub sind. Es sind nicht nur die sehr weißen oder die mit blauen Augen.

    Grade beim Dalmatiner fällt es mir auch wirklich schwer, den jetzt auch noch als Qualzucht handeln zu wollen.

    Immerhin eine Rasse, die viele Kriterien an einen Begleithund erfüllt und unter die größeren Hunde fällt.

    Vor allem, wenn sich da Vereinsseitig wirklich was zu tun scheint, wie ja hier von Haltern und Züchtern berichtet wird.

    Ist doch schön, dass die Züchter das offenbar auf dem Schirm haben und ernst nehmen. Vernünftige Zucht braucht aber schon auch bisschen Zeit, wenn man nicht in anderen Punkten (genetische Vielfalt, Wesen, andere Gesundheitsparameter) riesige Abstriche machen möchte, sondern so verpaart, dass es auch langfristig Erfolg hat.

    Als Züchter würde ich mir auch verar**** vorkommen, wenn diese Rasse nun auch Qualzucht sein soll, der Vermehrer nebenan aber seine Totalschaden-Plattnasen weitervermehren darf, weil er in keinem Verein ist der sich leicht mit Auflagen belegen lässt.

    Der Hundezucht leistet man damit sicherlich einen Bärendienst.

    Deshalb schrieb ich doch, dass es Abstufungen gibt. Ein Hund mit leichter HD ist aber auch erstmal "krank".

    Menschen mit HD können übrigens überdurchschnittlich gut sein in bestimmten Sportarten, weil sie eine erhöhte Bewegungsmöglichkeit in der Hüfte haben. Zumindest in meinem Sport gibt es auch genug Hunde mit leichter HD, die sehr gut an den Schafen arbeiten oder hoch im Sport geführt werden.

    Und erbtechnisch wird es nochmal komplizierter, wer was auch wirklich vererbt.

    Wenn man anfängt, die Gesetze da sehr eng zu interpretieren, dann wird es in naher Zukunft sehr eng werden mit der Hundezucht. Bei gleichzeitig steigenden Anforderungen an Hunde, wo man es dringend nötig hat, in punkto Wesen stärker zu selektieren.

    Ich erinnere mich da noch lebhaft an eine Diskussion zum Thema Collie und MDR1 bzgl. Zuchteinsatz.

    Eine 100%ige Garantie auf Gesundheit gibt es nun mal nicht und das ist auch völlig utopisch.

    Selbst beim Wolf gibt es HD. Genauso wie es HD beim Menschen gibt.

    Manchmal habe ich das echt das Gefühl, dass man in diesem Land wieder völlig übertreibt und übers Ziel hinausschießt.

    Ja, HD ist nicht schön. Geht nun aber nicht direkt die Welt von unter und da leidet ein Tier auch nicht direkt. Zwischen HD-frei und HD-schwer gibt es einige Abstufungen und so ein Tier hat auch noch eine Muskulatur.

    Die wirklich schweren HD Fälle in meinem Bekanntenkreis treffen zu 95% Vermehrerhunde oder Verbandszüchter von dessen Verpaarung diverse Male abgeraten wurde.

    Bzgl. der Taubheit beim Dalmatiner bin ich verwundert, wie viele wieder mitschreiben können, welche gar keine Berührungspunkte zu haben scheinen und dann kommen da irgendwelche Zahlen, die man beim Verein gar nicht wiederfinden kann. Hat bisschen was von stille Post.

    Und dann ist der Zwinger nicht sicher, jemand vergisst das Tor zu schließen oder oder oder.

    Und schon spaziert so ein "Schätzchen" frei herum (oder mehrere, wie im Beispiel mit den Kangals) und beißen kleine Hunde tot oder wenden sich gegen Menschen.


    Und, mal ganz ehrlich, wer nimmt sie denn, die angeblich wieder Geradegebogenen? Die immer unter Vollkontrolle und Überwachung stehen müssen, wo man nie weiß, ob sie sich nicht neue Trigger suchen...

    Tierheime können nicht dafür da sein, nur noch auffällige Hunde zu verwahren.

    Kompetente Privatpersonen genauso wenig.

    Mir persönlich ist meine Hundehalterzeit auch zu schade, um sich um das zu kümmern, was andere verbockt haben (die dann fein raus sind).

    Ich hab für mich beschlossen, dass ich künftig nur noch dabei helfe, beim Verwahren zu helfen. Berate gerne über Zwinger, Maulkörbe, Leinen, aber nehme solche Hund nicht auf.

    Das Label Problemhund fängt für viele aber schon weitaus früher an, als dass der Hund wirklich auffällig ist. Zählt für viele auch einfach, wenn man sich die falsche Rasse geholt hat, unbedingt den Arbeitshund brauchte (die brauchen doch nur viel Balliwerfen und Radfahren, dann passt das schon) und die denen halt auf den Zeiger gehen, weil sie ein hohes Temperament haben und unerzogen sind mit dem, was dazugehört (fehlende Leinenführigkeit, Impulkontrolle, Pöbeln, kreischen, etc.).

    Bei den schweren Fällen kann man von mir aus auch einschläfern. Wahrscheinlich artet das dann aber ziemlich aus. Der Hundehandel geht fröhlich weiter und wenn es halt schief ging oder der Hund nervt, dann wird er halt weggespritzt.

    Die meisten Abgaben bei uns in der Gegend sind aber keine Schwerverbrecher.