Natürlich ist nicht jeder Hund gleichermaßen zu einem hohen Maß Empathie auch fremden Lebewesen gegenüber fähig, viel liegt auch an der Individualentwicklung des einzelnen Hundes, aber auch die Spezialisierung hat Auswirkungen auf die Ontogenese.
Dennoch hätte der Haushund keinen Siegeszug als das beliebteste Haustier machen können, wenn er nicht über diese hohe Empathiefähigkeit verfügen würde.
Die Empathiefähigkeit meiner Hunde anderen Lebewesen gegenüber besteht darin, sie als Beute zu erkennen. Egal oder Gebrauchs- oder Jagdhund. Küken, Hühner, Gänse, Enten, Kaninchen und durchaus auch schreiende, tobende Kinder. Das triggert die halt. Dafür gibt es Gehorsam und Gewöhnung, damit sie es lassen.
Ja, auch die Jagdhunde! Die genauso nicht ohne sind, wie die Gebrauchshunde. Gibt zum Beispiel nicht wenige DD, die unverträglich sind und mit denen es im eigenen Rudel zu tödlichen Auseinandersetzungen mit kleineren Hunden gekommen ist. Oder die gegen ihren HF gehen.
Und das ist ein völlig normales Verhalten für Haushunde. Es sind Tiere. Ich hab ja daheim einen kleinen Privatzoo und da ist es bei jeder Tierart normal, dass Aggressionen gezeigt werden, man die Tiere vergesellschaften muss und das einfach keine rosa Wattewolke ist. Männliche Tiere getrennt werden müssen oder geschlechtergetrennte Haltung stattfindet. Auch die Damen sind oft nicht ohne. Ich finde die Hundehalterwelt da manchmal schon seeeeehr naturentfremdet und naiv. Hunde sind auch nur Tiere und keine besseren Menschen.
Bei mir kam zum Beispiel mal ein Huhn ums Leben, weil eine Bekannte ihren Jagdhund unterschätzt hat und wie sehr es triggert, wenn die plötzlich aufgeregt in alle Richtungen flattern. Das hätte sie nie gedacht, der ist doch so lieb mit allem und jeden.