Beiträge von WorkingDogs

    Genauso wie in der Diskussion über Strafe oft darauf hingewiesen wird, dass korrekt eingesetzte Strafe für den Hund fairer ist, als wenn man den Hund im Unklaren lässt, so verstehe ich es auch hier, dass korrekt eingesetztes positives Training vom Halter gewisses Knowhow erfordert.

    Das stellt weder jemanden als zu blöd hin noch, dass Fehler nicht erlaubt sind.

    Zu sagen, dass Gebrauchshundlern das Wissen fehlt es richtig zu machen ist eine ganz andere Aussage als zu sagen, dass es positiv vielleicht auch geklappt hätte, wenn man sich nicht verschätzt hätte.

    Ist schon ein ziemlicher Rundumschlag, bei einer solchen Aussage erwarte ich jemanden, der extrem viel Erfahrung im Ausbildungsbereich vorzuweisen hat. Es wäre nicht der erste wirklich bereichernde Trainer, den ich auf einem solchen Weg gefunden hätte. Warum soll man da also nicht nachhaken dürfen?

    Wenn man sich von der Frage nach praktischer Erfahrung angegriffen fühlt, dann kann ich aber auch nicht helfen. Hundetraining ist doch etwas praktisches, ist doch nichts dabei nach Hundetyp und Prüfungen zu fragen.

    Nun lässt sich für mich aber nicht ausschließen, dass es am Ende so gut geklappt hat, weil es vorher eben doch sehr positiv aufgebaut wurde.

    Du musst dich von mir auch nicht überzeugen lassen, dass der eine Weg besser sei als der andere. Es wurde nach Beispielen gefragt wie Zwang gemeint ist. Und das Beispiel dient dazu aufzuzeigen, dass etwas unter Zwang oder Negativ aufzubauen nicht heißt, dass man ala 70iger Jahre den Hund massiv mit Gewalt traktiert. Mehr nicht.

    Bei anderen Hunden habe ich es unter anderem direkt so gemacht und die apportieren genauso eifrig. Da hab ich nie irgendwas geshapet oder schön gefüttert. Der Unterschied war aber nochmal, dass das Apportieren sehr schnell auf einem sehr genialen Level war.

    Das soll keine Kritik - weder an Dir noch an der gewählten Methode - sein, sondern eher ein Hinweis darauf, dass es in vielen Gebrauchshundebereichen einfach noch viel zu wenige Leute gibt, die wissen, wie es auch anders ginge.

    Ich bin ehrlich interessiert. Wie viele Gebrauchs- oder Jagdgebrauchshunde hast du denn schon rein positiv erfolgreich für Prüfungen aufgebaut?

    Jemand der da Wege wüsste wäre doch klasse, wir lernen alle gerne dazu.

    Ich möchte noch hinzufügen. Der Hund in meinem Beispiel war mit anderen Hunden nicht ganz einfach. Also war ein Kandidat dafür beim Apport abzubrechen und den Hund in der Ablage prügeln zu gehen. Ein Nogo. Das apportieren wurde so hochwertig, dass das absolut kein Thema mehr ist. Also kein Hund, der sowieso wenig andere Motivationen von außen hat. In der Prüfung reichte es für ein vorzüglich :-)

    Deshalb hatte ich ja gefragt, wie du es gemacht hast. Bei meinen Gassihunden hab ich nie was ausgebildet, und meine eigene Hündin Reagiert hervorragend auf Ey!, da hab ich also keine Basis.

    Kein Problem, ich meinte ich nicht böse. Nur erklärend. Dafür fragt man ja :-)

    Der Hund lernt einfach engmaschig den Rahmen der Übung und es ist natürlich auch Ziel, die Motivation zu maximieren.

    Aber das wär doch wieder ne Supergelegenheit für ein Beispiel. Was hast du denn gemacht? Fingernägel ins Ohr, Schnur dran, Geschepper?

    Fang mit den Händen geöffnet, Holz reingelegt, Hände am Fang gelassen. Sämtliches entziehen, knatschen und co mittels Leine und meinen Händen blockiert. Hat der Hund geknautscht, habe ich Druck am Fang aufgebaut. Ruhiges halten dann direkt bestätigt mittels Futter und dem Ende der Übung.

    Ich hatte zum Beispiel mal den Fall bei den Schäferhunden. Dort ist die PO ja auch vielseitig ausgelegt. Apportieren war aber nicht grade das, worauf dieser Hund Bock hatte. Zu langweilig, zu wenig Action. Lieber Fußarbeit und Technik. Oder Voraussenden. Springen und so fand der auch geil, Aber Holz halten und bringen? Laaaaangweilig!

    Was hab ich mich damals dumm und dusselig geclickert. Mit Fleischwurst und allem drum und dran. War nichts zu machen, der Hund hatte immer einen Konflikt damit und wollte lieber andere Dinge tun. Wir kamen gefühlt kaum voran.

    Dann haben wir das ganze neu aufgebaut. Mittels Zwang beim ruhigen halten, direkt am Anfang.

    Und siehe da, es ging steil bergauf. Als das nämlich verstanden wurde, der Hund keine Option mehr hatte und dann aber die Belohnung des Verhaltens kam wurde der Hund immer eifriger mit der Übung. Später auf einem Level, was ich mit über einem Jahr rein positiver Arbeit nie erreicht habe. Die Übung wurde genauso gerne gemacht wie alle anderen Übungen. Vom einstigen Zwang war nichts mehr nötig oder gar sichtbar. Diese Übung musste auch niemals aversiv abgesichert oder nachgearbeitet werden!