Hallo in die Runde,
ich war schon länger nicht mehr hier im Forum, habe aber immer mal mitgelesen. Jetzt brauche ich doch mal einen Rat.
Kenai ist ein 3jähriger Großpudelrüde, der als Welpe bei uns eingezogen ist. Er ist ein ganz toller intelligenter, tollpatschiger Känguru-Kanarien-Katzen-Schoßhund 
Leider gibt es bei ihm ein paar Baustellen, die vermutlich zusammen hängen und die ich nicht in den Griff bekomme.
Leinenführigkeit:
Mittlerweile geht es Großteils, wenn ich ihn an der kurzen Leine habe. An der langen Leine darf er auch mal ziehen, da orientiert er sich auf Wortkommando ("Ende" der Leine) auch ganz gut um. Nur die kurze Leine ist ein Problem, vor allem, wenn andere ihn führen.
Hier im Wohngebiet muss er leider an der kurzen Leine gehen. Da führt kein Weg dran vorbei. Bei mir klappt es einigermaßen, aber ich muss trotzdem viel korrigieren. Er muss an der Leine hinter mir laufen (hat logistische Gründe). Das habe ich mit körperlichem Blocken, verbalem Abbruch und positiver Bestätigung (Leckerlis,Lob) aufgebaut. Rein mit Futter kommt man bei Kenai leider nicht weit, da er mitmacht, solange er gerne was haben will. Dann geht er lieber seiner Wege und macht zwischendurch kurz mal wieder mit, wenn Futter wieder spannender ist. Selbst Futter, dass er total geil findet, ist nach einer Weile langweilig. Auf die körperlichen Signale reagiert er sehr gut. Daher habe ich eine Mischung aus beidem angewendet.
Nur klappt das bei anderen so gar nicht. Schönes Beispiel: Wir waren zu viert (Mann, Hund, Kind und ich) Gassi. Mann hatte den Hund an der Leine und Kenai zieht wie wild in alle Richtungen. Ich kriege die Leine kurz mal in die Hand, als mein Mann den Haufen einsammelt. Kenai guckt durch die Gegend, sieht "Frauchen hat die Leine!" und sprintet hinter mich. Gab natürlich ganz viel Lob auch wenn ich das gar nicht erwartet hatte. Also er differenziert da ganz klar die Menschen. Auch andere Leute, die ihn mal ausführen (alle Hundeerfahren) kriegen ihn nicht unter Kontrolle. Also ich würde das gerne auch alle anderen übertragen, hänge aber irgendwie fest und weiß nicht weiter. Irgendwie verstehen andere nicht die körperliche Komponente. Die loben dann zu spät/falsch. Blocken nicht oder zu spät. Und am Ende ist der Hund verwirrt und macht was er will.
Habt ihr Ideen? Muss ich das anders aufbauen? Alles andere, was ich bisher funktioniert habe, hat (für mich?) nicht funktioniert. Wir basteln da schon fast von Anfang an (nicht durchgängig) dran rum und meine jetzige Methode ist die erste, die Erfolge zeigt.
Außerdem ist Kenai ein fieser Leinenpöbler. Das macht das Gassi hier im Wohngebiet und in den meisten Gassigebieten echt unentspannt. Da habe ich noch keinen richtigen Ansatzpunkt, da er auf unterschiedliche Hunde unterschiedlich reagiert. Ich denke, das haben wir am Anfang vergeigt. Er durfte anfangs immer zu allen Hunden hin, wenn es für die Besitzer in Ordnung war. Er kommt auch mit Gasthunden im Haus oder bei anderen Hunden in deren Haus schwer zur Ruhe. Egal wie gut er die Hunde kennt. Da wäre ich auch für Anstöße dankbar. Wichtiger fände ich erstmal die Leinenführigkeit.
Abschließend möchte ich noch sagen, dass Kenai mein erster Hund ist. Meine Vorstellung von Pudeln war von alten, ruhigen Pudeln geprägt. Mein Mann wollte unbedingt einen Pudel und ist auch derjenige, der mit Hunden groß geworden ist. Ich denke, wir haben uns (und Kenai) mit so einem intelligenten Hund als Ersthund keinen Gefallen getan und einiges vergeigt. Ich versuche jetzt, dass wieder hinzubekommen und bin da für Tipps aller Art dankbar.
Eine Hundeschule und Trainerin hatten wir bereits. Hier im Nirgendwo gibt es leider nicht so viel Auswahl.