Ich sehe es inzwischen etwas kritisch, wenn Menschen sich unendlich lange und intensiv damit beschäftigen, was der Hund können soll und wie man das am besten erreicht. Das führt oft dazu, dass schon sehr starre Vorstellungen davon existieren, wie es laufen soll. Und dann wirds ggf. problematisch, wenns dann in der Realität doch anders läuft.
Grundsätzlich gehts beim Welpen eh erstmal nicht um "Tricks" (das ist eigentlich das, was du als "Erziehung" bezeichnest) wie Sitz, Platz, etc. sowas wie "Bleib" ist dann ohnehin next level. Spielt alles erstmal eine untergeordnete Rolle. Für den Welpen gehts doch erstmal darum, anzukommen. Sich einen Eindruck von dem Leben zu verschaffen, das jetzt seins sein soll.
Ich hab jetzt gerade einen 10 Wochen alten Welpen hier und ich mache mit ihr genau gar nichts, außer Alltagssituationen erleben. Sie ist einfach "dabei". Mal besuche ich ne Freundin. Mal fahre ich ein wenig Bahn. Mal gehe ich ins Café. Mal gucken wir uns einen Springbrunnen an. Alles ganz kurz. Mal gebe ich ihr einen Kauartikel und gehe eine ganz kurze Zeit aus dem Sichtfeld. Immer mit Blick darauf, dass diese Eindrücke für einen Welpen schon ziemlich heftig sind. Oft lasse ich sie auch einfach ihr Welpenzeug machen und schenke ihr gar keine Beachtung. Als wäre sie schon immer hier. Den Rest der Zeit pennt sie vor sich hin.
Mehr brauchts erstmal gar nicht. Der Welpe soll ja in allererster Linie erstmal lernen, was jetzt eigentlich so abgeht. Für Tricks ist dann immer noch Zeit. Das Einzige, was ich tatsächlich 2 sehr kurze Einheiten lang gemacht habe war, ihren Namen lernen. Weil ichs einfach praktisch finde, wenn sie wenigstens irgendwie drauf reagiert. Ansonsten.. Keine Ansprüche.
Kommando "Bleib" konnte übrigens bisher keiner meiner Hunde.. Schande auf mein Haupt, war mir nie wichtig, aber ich habs auch nie gebraucht.