Beiträge von Ernalie

    Aber er ist ein schlaues Kerlchen, der wird das genau so schnell verstehen wie die Sache mit dem Beißen.

    Ich drücke euch die Daumen!

    Gewöhnlich muss man das ganze Gewese mit den Gittern auch gar nicht unbedingt machen. Die allermeisten Hunde lernen alleine bleiben echt sehr gut. Ich hatte da (bis auf diesen einen Hund jetzt) noch nie Schwierigkeiten mit. Ich hab halt alleine gelebt und so musste der Hund halt von Anfang an auch mal ein paar Minuten ohne mich sein, ich musste ja einkaufen, etc.

    Dass das Pudelchen jetzt damit so nen Trouble haben könnte, hab ich nicht geahnt, weil ich vorher immer völlig andere Erfahrungen gemacht habe.

    Mal an die, die einen angstfreien Hund an Silvester hatten und der erst im Laufe seines Lebens Angst an Silvester entwickelt hat: Was war bei euren Hunden der Auslöser?

    Ich bin mal mit meinen beiden Hunden nach einem Laternenumzug unerwartet in ein Feuerwerk geraten, was am Endpunkt des Laternenumzugs plötzlich los ging.

    Meine Hündin hat sich aus dem Halsband gerissen. Zum Glück hat mein Mann sehr schnell reagiert und sie hoch gehoben. Ansonsten wäre sie wohl mitten in Hamburg panisch abgehauen. Sie hat ihm den ganzen Rücken zerkratzt, solche Angst hatte sie.

    Von einem Feuerwerk kann man ja auch nicht einfach weg gehen. :ka:

    Ich hab die ganze Rückfahrt über geheult, weil ich die ganze Zeit die Vorstellung im Kopf habe, wie mein panischer Hund quer durch Hamburg rennt...

    Seitdem habe ich sie Silvester mit Medikamenten versorgt. Davor war sie 9 Jahre lang vollkommen angstfrei an Silvester.

    Aus der Ferne würde ich nun keine Beurteilungen abgeben, ob das normal ist, oder nicht.

    Hab auch nicht gesagt, dass es unnormal ist. Was ist schon normal? Wo fängt "normal" an und wo hörts auf?

    Ich sage aber, dass Emotionsregulation in derartiger Intensität und Selbstverletzung für ein 18 Monate altes Kind nicht gesund ist und es klug ist, JETZT damit anzufangen, gesunde Strategien zu entwickeln und nicht zu warten, bis das Kind in der Hochphase der emotionalen Verwirrung ist.

    Das ist nichts Schlimmes, nichts "Unnormales" und kann dem Kind nur helfen, sich gesund zu entwickeln ohne sich zu verletzen oder zu schaden.

    Als wäre es "unnormal", professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich war mit meiner Tochter bei Kinderpsychologen, in der Schreiambulanz, in der Ambulanz für Regulationsstörungen (3 Jahre übrigens) und im Sozialpädiatrischen Zentrum. Nicht, weil sie unnormal ist, sondern weil ich ihr helfen wollte.

    Aber auch ein Kind kann lernen dass man nicht schlägt, egal wie emotional es gestresst ist!

    Nichts anderes habe ich gesagt. Ich habe gerade im Beitrag vorher noch zu professioneller Unterstützung geraten, um diese (extremen) Emotionen in gesunde Bahnen lenken zu lernen


    Mein Kind saß auch mal im Laufstall während seiner Wutanfälle.

    Auch dagegen spricht nichts. Solange man das Kind jetzt nicht einsperrt und selbst weg geht, bis es sich beruhigt hat. (Eine Ausnahme bildet hier die eigene Emotion. Merkt man, dass sie nicht mehr kontrollierbar ist, ist es sehr sinnvoll, kurz weg zu gehen um sich selbst zu regulieren!) Ich habe lediglich die "kurze knackige Ansage" kommentiert.

    Ein 18 Monate altes Kind hat nicht "einige Zeit zum Lernen gehabt". Es ist erst am Anfang dessen, was es noch lernen muss über Emotionsregulation! Abgesehen davon kann ein Kind in dem Alter das Gelernte nicht immer abrufen aufgrund der neuronalen Entwicklung. (Klingt lustig, aber das ist wie beim Junghund..).

    Außerdem ist der ja nicht drüber, das habe ich nicht geschrieben.

    Oh, sorry. Das hab ich falsch formuliert. Das "auch" war nicht drauf bezogen, dass deiner es ist. Meine wäre es tatsächlich. Tut mir leid, dass das missverständlich war!

    Wenn er aber nicht so folgen kann wie er möchte, ins Bad zB dann wird gemeckert.

    Dann würd ich da ansetzen. Wenn er Ignorierzeit schon kennt. Und ich meine wirklich Ignorierzeit. Also Zeit, in der er sich auf den Kopf stellen kann und dennoch bekommt er keinerlei Aufmerksamkeit. Nichtmal einen Blick! Kein an den Füßen liegen, etc. Dann würd ich öfter mal die Türen hinter mir schließen. Und den direkten Zugriff und das Hinterherlaufen über ein Welpengitter begrenzen. Erstmal. Das würd ich dann aber auch nach und nach steigern, so dass er auch keine Sichtverbindung mehr zu dir hat.

    Vermutlich wäre es einfacher, wenn du von Anfang an dafür gesorgt hättest, dass er nicht so an dir kleben kann. Meine persönliche Meinung ist aber: Wenn du ihm jetzt knall auf fall alles davon wegnimmst, wirds zu schwer für ihn werden.

    Du hast aber auch einen Pudelmix. Diese Hunde sind darauf selektiert an ihren Menschen zu kleben. Bei einem anderen Hundetyp sieht das dann schon wieder anders aus.

    Durchaus möglich. Allerdings haben ihre Geschwister alle kein Thema damit. Ich weiß nicht, warum es ausgerechnet dieser Hund ist, der es nicht konnte. Und ich weiß auch nicht, warum sie, obwohl ich alles genau so gemacht habe wie bei jedem anderen Welpen, völlig anders drauf reagiert hat. Möglicherweise schlägt an dieser Stelle der Pudel bei ihr durch, kann schon sein.


    Ich denke auch, dass das hier erlernt ist, weil der Mensch das so beigebracht hat.

    Wenn ich lese, dass seit mehreren Wochen 24 Stunden am Tag mit dem Hund verbracht werden, würd ich auch erstmal davon ausgehen, ja. Der Hund wird ja quasi mit Aufmerksamkeit überflutet. Tut keinem Hund gut. Ich glaub, mein Hund wäre auch völlig drüber, wenn die ganze Zeit der Focus auf ihr wäre.

    Und wie soll man den jeweiligen Bedarf des jeweiligen Hundes ermitteln, der sich ja auch im Wachstum auch ändert?

    Das frage ich mich auch. Ich lese schon ne Weile im Selbstkoch-Thread mit. Aber da war die Meinung bisher eher nicht "fang mal einfach irgendwie an ohne Plan" sondern eben "Beschäftige dich ausführlich mit den Bedarfen".


    Ich bin an manchen Tagen froh, wenn ichs schaffe, für mich selbst zu kochen :ugly:

    Das ist für mich als Kinderfreie mal ein echt krasser Post… ist das Teil der normalen Entwicklung?

    Wie geht man damit um?

    Von meiner Warte aus würde ich spontan sagen, bei körperlicher Gewalt gegen mich/andere würd ich Abstand herstellen (Kind in Laufstall oder so?) - klar, wenn es eine sehr akute Frustsituation ist, hat das Kind vielleicht keine andere Ausdrucksmöglichkeit, aber wenn das der Standard-Ausdruck ist, muss man doch eine ‚kurze, knackige Ansage‘ machen?können/dürfen, oder? Bestünde sonst nicht die Gefahr, dass sich das einschleift?

    Oder akzeptiert man das einfach und hofft, dass das von selbst aufhört?

    Ich kann mir das echt nicht vorstellen….

    Du als Kinderfreie kannst wahrscheinlich auch nicht nachvollziehen, welche Not das Kind in einer solchen Situation auszustehen hat und dass es nichts mehr braucht als die Nähe zu seinen Bezugspersonen. Frühkindliche neuronale Entwicklungsphasen sind komplex. Verbindungen im Hirn werden aufgelöst und neu verknüpft. Permanent. In allen Entwicklungsphasen passieren Dinge im Gehirn, die noch nicht einmal die Wissenschaft vollständig versteht. Kinder, die so reagieren, haben überhaupt keine anderen Handlungsmöglichkeiten. Mit "kurz ner knackigen Ansage", würde man die Verzweiflung nur ins unermessliche katapultieren. Das Kind braucht seine Bezugspersonen, um diese Emotionen zu regulieren. Mit "ner knackigen Ansage" von den Menschen, die das Kind am meisten braucht, würde man nichts erreichen als die Bindung (nachhaltig) zu schädigen.

    Wir reden hier von einem 18 Monate alten Kind!!

    Sorry, aber das ist echt ein krasser Post für jemanden, der davon betroffen ist. Fällt irgendwie in die Kategorie "wenn man keine Ahnung hat".

    Er schlägt sich (oder auch mich oder seinen Papa oder die Tiere) mit der bloßen Hand oder mit den umliegenden Gegenständen dann, oft auch gegen den Kopf. Letztens ist er auch mit Volldampf gegen die geschlossene Tür gekrabbelt oder hat ein Buch immer wieder gegen seinen Kopf geschlagen, bis ich es ihm natürlich wegnahm. Er beißt und kneift mich auch. Das finde ich derzeit sehr schlimm. Auch, dass er aktuell ständig zum Papa will und wenn ich dann nur da bin, mich dann deshalb auch mal gerne haut. Dabei kümmere ich mich die meiste Zeit um ihn und stille ihn sogar noch abends zum Einschlafen.

    Mal abgesehen von den letzten Sätzen, die natürlich für dich sehr schade sind (und für deinen Mann ggf. auch), würde ich dir hier dringend raten, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Meine Tochter ist auch schon SEHR intensiv mit ihren Emotionen und war auch schon sehr früh dabei (sie hatte die ersten mehrere Stunden langen Wutanfälle mit unter einem Jahr!), aber bei Selbstverletzung in dieser Form würde ich wirklich dringend jemand Professionellen ins Boot holen, der euch hilft, die Emotionen auf gesunde Weise umzulenken.

    Das wird nicht besser, das wird nur schlimmer, bis mit 3-4 Jahren die Hochphase erreicht ist.

    Ich sage das nicht, um dir Angst oder Vorwürfe zu machen. Ich weiß nur selbst sehr gut, wie es ist, mit einem Kind zu leben, was seine Emotionen auf ungesunde Art versucht unter Kontrolle zu bringen und wie das für das Kind ist.

    Ich würde, bevor du ihn wirklich alleine lässt, erstmal etablieren, dass du nicht immer zur Verfügung stehst. Das geht bei mir hier auch ab Tag 1. Den allermeisten Hunden tut es überhaupt gar nicht gut, permanent im Fokus zu stehen. Mach dein Ding, er soll sein Ding machen. Das passiert hier den Großteil des Tages. Immer. Auch bei kleinsten Welpen schon. Die können ruhig lernen, sich auch mal alleine zu beschäftigen und dass deine Rolle nicht ist, ihn zu beschäftigen.

    Ich hab übrigens trotzdem einen Hund, der nicht alleine bleiben konnte und dem es mit SEHR kleinschrittigem Training beigebracht werden musste, weil sie große Trennungsangst hatte. Da hat Zeit dann trotz aller Vorgehensweisen, die ich vorher bei meinen Hunden angewandt habe (vom ersten Tag an allein bleiben, etc.), den Gamechanger gemacht. Ich glaube, je mehr sie mir vertraut hat, desto besser konnte sie dann auch alleine bleiben.

    Bei allen anderen Hunden hab ich da allerdings nicht so ein Gewese drum gemacht und auch vom ersten Tag an Türen geschlossen, etc.