Wenn man langhaarige Hunde (mit Fellwechsel) nicht pflegt, dann würden sie ja auch verfilzen.
Theoretisch müsste also jeder Hund dann kurzhaarig sein oder dürfte zumindest höchstens die Felllänge eines Wolfes besitzen.
Selbst wir Menschen müssen unsere Haare pflegen, weil es ohne nicht geht.
Hunde sind ja nun schon seit Tausenden von Jahren keine Wildtiere mehr, sondern leben (als Haustier) mit dem Menschen zusammen. Dementsprechend hat sich halt im Laufe der Jahrtausende auch der Hund verändert.
Meine Rasse z.B. wurde das erste mal um 1000 n.Chr. erwähnt, wie alt sie wirklich ist, kann niemand sagen.
Und damals hat sich wohl kaum einer gesagt, dass er mal nichthaarende Hunde züchten möchte. Viel eher hat sich die Rasse aufgrund ihrer Verwendung entwickelt - das Fell musste halt im Frühjahr genauso dick sein wie im Sommer, Herbst oder Winter, weil die Rasse anfangs hauptschlich im kalten Meer gearbeitet hat und später dann auch i den Bergen, wo das Klima rauher ist. Daraus entwickelte sich dann halt irgendwann mal ein Fell, dass dann eben jährlich mit den Schafen abgeschnitten wurde, ansonsten aber wuchs, so dass die Augen vor den Bergwinden.
Huskys entwickelten sich wiederum anders, zwar auch kaltes Klima, aber dafür mehr Schnee für Höhlen etc. Dafür wurden sie halt sehr ausdauernd, was das Laufen betrifft.
Wir Menschen verloren das Fell, weil wir lernten Feuer zu machen und uns Klamotten überzuziehen.
Nicht jede Veränderung ist herbeigezwungen, etliche sind aus der Natur und der Verwendung heraus entstanden. Und ich finde es absolut nicht verwerflich wenn es Rassen gibt, denen man mehr Pflege angedeihen lässt als z.B. Hunden mit kurzem Haar, die dafür hier im Winter einen Mantel tragen müssen.
Es sind halt keine Wildtiere mehr, die allein überleben müssen.
Das mussten sie schon vor tausend Jahren nicht mehr.
Für mich ist eine Qualzucht alles das, was einen Hund sein ganzes Leben leiden lässt und ihm wissentlich allein aus Schönheitssicht angezüchtet wurde.
Und das entsteht leider oft (nicht immer) aus dem Drang heraus, einen Standard extrem auszureizen, um die auffälligsten Tiere zu haben und sich hervorzutun. Leider zeigt sich dann meist erst nach vielen Jahren, dass das eine Rasse in den Ruin treiben kann.
Alles, was von der Evolution beeinflusst wurde, ist für mich keine Qualzucht, denn meine Hunde leiden ja nicht seit Geburt unter körperlicher Beeinträchtigung, sie haben tolles Fell und bekommen die dafür notwendige Pflege, so wie ich mein Haar auch pflegen muss.
Ich halte übrigens auch Nackthunde nicht für eine Qualzucht, denn denen fehlt nicht nur das Fell, sondern die Evolution hat dafür gesorgt, dass die Haut viel widerstandsfähiger und unempfindlicher ist, als bei manch befelltem Hund. Mir machen da eher die oft fehlenden Zähne Sorgen. Denn da sollte meiner Meinung nach in der Zucht strenger mit umgegangen werden.