Alles anzeigenIch kann @Alice. da schon verstehen in der emotionalen Bewertung der Situation.
Der BC hatte ja offenbar eine funktionierende Taktik entwickelt: Sich von vorne gar nichts anmerken lassen und dann von hinten direkt auf ernsthaften Angriff. Übertriebenes Hüteverhalten wäre eher in die Beine und den Hintern zu hacken, aber ansatzlos von hinten im den Bauch beißen ist Beschädigungsabsicht und wirkt so, als habe er das schon mindestens einmal genau so gemacht - die Hütis lernen ja sehr schnell und er braucht nur einmal mit dieser Methode Erfolg gehabt zu haben.
Wenn ich weiß, mein Hund tickt so, lasse ich den keinesfalls mit Personen vor die Tür, die a) weder körperlich noch psychisch in der Lage sind, mit einer Beißerei adäquat umzugehen und
b) die geistige Reife und emotionale Flexibilität eines Teenies haben (nicht böse gemeint, Teenies sind mein Tagesgeschäft und ich kenn sehr viele).
Man hat es doch gesehen. Das Mädchen hat entweder sich über- oder den Hund unterschätzt.
Ihr wird das hier im Thread zugestanden, weil ihr Hund das Opfer und nicht mehr am Leben ist.
Die TE hat ihre Hunde ebenfalls unterschätzt und auf ihr wird seitenlang rumgetrampelt.
Meint ihr nicht, dass sie auch noch unter Schock steht? Sie hat erstens die gesamte Situation noch vor Augen und Ohren, die Schreie, das Blut, das traumatisierte Kind, und zweitens erleben müssen, dass sie selber komplett hilf- und machtlos war, obwohl sie VORHER keinen Fehler gemacht hat. Wenn ihre Hunde komplettim Gehorsam standen war es nicht mal ein Fehler, sie im Fuß ohne Leine am BC vorbei zu führen. Das tun hier auch viele User und es ist allgemein akzeptiertes Verhalten. Ebenso das nackig Laufenlassen.
Dieses Erlebnis ist ein Trauma und ich finde den Einwand von Karpatenköter sehr wichtig, sich auch selber zu reflektieren,ob nicht ein paar Stunden Gespräch mit einem Fachmenschen bei der Verarbeitung helfen könnten.
Zusätzlich muss @Alice. auch mit dem Wissen leben, was ihre Hunde getan haben. Sie liebt die Hunde und wird sie nun mit anderen Augen betrachten. Ich Sensibelchen musste es erst mal schlucken, dass mein Hund am Feld eine Maus getötet hat. Eine MAUS. Ich liebe Mäuse, das fand ich echt schlimm, obwohl es in der Natur von Hunden liegt und in diesem Moment für mich weder vorherseh- noch verhinderbar war. Diese neue Sicht auf den eigenen Hund, ein geliebtes Familienmitglied, muss man auch erstmal verknusen.
Dass die Hunde nach dem Vorfall weiter frei liefen, geschenkt. War dumm, aber vermutlich dem Schock und dem noch nicht ganz kapierten neuen Bild auf die Hunde geschuldet. Sobald die Auflagen kamen, wurde sich ja streng dran gehalten.
@Alice. Geh mit dem Anwalt gegen die Auflagen für den nicht beteiligten Junghund vor. Da hast du vermutlich gute Chancen. Bist du in einem Hundesportverein und arbeitest mit deinen Malis? Frag dort oder auch hier im Forum vielleicht mal nach Adressen von Gutachtern, die Wesensbeurteilungen machen, lass dir von einem Fachmenschen in dem Bereich erklären, was da dynamisch zwischen deinen Hunden abgelaufen ist. Der sollte dir auch eine fundierte Einschätzung geben können, was diese Situation lerntechnisch mit ihnen gemacht hat und wie und was du jetzt trainieren solltest.
ggf. bekommst du auf Dauer zumindest die Leinenpflicht wieder aufgehoben oder die Maulkorbpflicht in besonderen Bereichen wie z.B. dem Hundeplatz, um ordentlich trainieren zu dürfen. Das ist für junge Malis ja ein wichtiger Aspekt ihres Lebens.
In der freien Wildbahn kämen mir diese beiden Hunde auch nicht mehr mit Maulkorb vor die Türe, denn ein unangeleinter Hörtnix kann dir echt überall reinkacheln und wie deine Hunde auf einen Angriff reagieren, weißt du nun.
Übrigens sollten sich ALLE Halter von über kniehohen Hunden, die hier so vehement auf die TE einhauen, mal dringend bewusst machen, dass die Situation von Alice uns allen passieren kann. Dazu braucht der eigene Hund nicht mal auszurasten. Folgendes Szenario: 2,5kg-Hündchen stürzt sich von hinten ohne Vorwarnung auf euren Hund. In der Größe hört man die nicht mal kommen. Hündchen beißt zu, aufgrund der Größe auch in die Weichteile, euer Hund schnappt ab oder versucht als erste Reaktion, das Hündchen abzupflücken. Einmal zugelangt. Hündchen blöd erwischt, Thorax perforiert oder Genick gebrochen. Die Zwerge haben ja so zarte Knochen. Oder er schleudert den Kleinen weg, der kommt blöd auf und stirbt. Dann steht auch unsereins da mit einem getöteten Fremdhund und bekommt dieselben Auflagen wie die TE. Fair? Eher nicht so, oder?
So was kann passieren, ist schon oft genug in Deutschland passiert und wir Großhundehalter sollten uns hüten, hier mit Steinen zu werfen. Die TE hatte keinen Anlass zu glauben, dass ihre gehorsamen, ignoranten Hunde so in den Tunnel geraten. Über Rudeldynamik nachdenken und sie erleben sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe.
Ich wusste, dass Spuk Picard beschützen würde. Aber als er das erste Mal aus dem Stand drei Meter weit angeflogen kam und sich knurrend zwischen den Zwerg und einen unserer Tierheimbewohner stellte, der gern durchs Gitter seines Zwingers gekommen wäre und den Collie filetiert hätte, hab ich erst GESEHEN, was das bedeutet. Hatte ich vorher schon extrem gut aufgepasst, dass kein Hund den Junghund angeht, wurde ich in der Hinsicht ab da noch vehementer. Lektion gelernt, in meinem Fall zum Glück ohne Verletzte.
Ja kann auch mir passieren, nur habe ich a nur einen Hund und b läuft der nie ohne Halsband und c habe ich die Kraft den aus sowas rauszuholen.
Alles Dinge die bei der TE null vorhanden waren