Meine Eltern sind in den 2000 er Jahren mit Gas betäubt und dann ausgeraubt worden - im Wohnmobil auf einem Rastplatz kurz vor Rom. Die haben sich ganz bestimmt nicht am Abend vorher „selbst betäubt“, sondern haben eine ziemlich traumatische Erfahrung gemacht. Aufgefallen ist es, weil sie zum einen erst nach 8 Uhr aufgewacht sind (wer schon mal auf einem Rastplatz übernachtet hat, weiß, dass man lange vorher wach wird, wenn die ganzen LKWs starten), beide ordentliche Kopfschmerzen hatten und sie dann bemerkt haben, dass der Vorhang unter dem Alkoven nicht mehr richtig geschlossen war. Es wurde Bargeld, ein Handy, Ausweise und Ec Karten geklaut. Am schlimmsten war aber das Gefühl des ausgeliefert sein. Das Wohnmobil wurde damals direkt nach dem Urlaub verkauft, weil sie sich nicht mehr sicher darin fühlten. In den Gesprächen mit Polizei und der deutschen Botschaft in Rom wurde die Taktik mit Narkosegas erstmals erwähnt, vorher hatten meine Eltern davon noch nichts gehört. Wir haben auf dem Weg in den Urlaub immer auf Rastplätzen übernachtet, da ist nie etwas passiert- über 20 Jahre.
Danach hatten sie ein paar Jahre wieder einen Wohnwagen, aber es wird nie mehr auf einem Rastplatz übernachtet und jetzt, nachdem sie wieder ein Wohnmobil haben, ist vom Gas-Warner über diversen anderen Sicherheitsvorkehrungen alles an Bord. Ich schreibe das so ausführlich, weil ich weiß, wie sehr meine Eltern, besonders meine Mutter, unter diesem Erlebnis gelitten haben. Das abzutun oder ins lächerliche zu ziehen fühlt sich für mich blöd an.