Ich bin auch bei den anderen, es hilft nur Zeit.
Ich kenne es bei Hunden nicht, aber selbst bei meinen Pferden war es im Nachhinein so "spannend".
Picasso durfte sich von seiner Mutter verabschieden und wohnt ka in einer Herde mit 50 anderen Pferden. Er war immer sehr autark, aber die letzten 3 Wochen war er immer bei seiner Mutter.
Nach deren Tod war ich etwa eine Woche nicht am stall. Vorher kamenbeide immer direkt an, wenn ich kam. Als ich eine Woche später wieder anfing, hinzugehen, hat Picasso mich total ignoriert.
Er kam nie zu mir, ist von mir weg.
Ich hatte beim.arbeiten das Gefühl er ist nicht bei der Sache und wütend. Etwas später wurde er das erste mal in seinem Leben schwer krank. Lunge und Leber. Knapp haben wir es ohne Klinik geschafft (er hatte Fieber, hat gehustet wie sonstwas, extrem abgebaut und von heute auf morgen hing ihm am Bauch ein großer beutel runter (entzündung), die nach vorne Richtung herz wanderte. Ich hatte sowas noch nie gesehen. Gott sei dank hat sie vorher gestoppt.
Aber richtig fit wurde er ewig nicht. Ich hatte dann eine TCMlerin da.
Sie sah ihn an, kannte die Ergebnisse nicht und war wegen der TCM-Punkte gleich bei Lunge und Leber. Und dann das für mich verrückte: in der TCM sind das die Organe für Trauer und Wut.
Sie konnte ihm helfen und dann hatten wir es nach Monaten endlich geschafft. Nachdem er wieder gesund war, war er wieder der alte und die Trauer war überwunden. Zumindest bei ihm.
Ich hätte mit so einer Reaktion im Leben nicht gerechnet.
Aber es hat mich einiges gelehrt.
Gebt euch Zeit. Jeder braucht die Zeit, die er braucht. Hier ist es dieses Jahr 4 Jahre her und wenn ich an sie denke, fehlt sie mir immer noch extrem, es fehlt noch immer ein Stück von mir selbst und ich weine tatsächlich immer noch um sie.
Also ich brauche immer noch Zeit, ihre letzten Stunden sind mir auch immer noch extrem präsent.
Dann denke ich daran, dass kurz nachdem sie gegangen war, der wolkenverhangene Himmel aufging und die Sonne an einer Stelle rauskam. Das tröstet mich tatsächlich.
Aber ich bin noch immer davon entfernt, nur mit einem lächeln an sie zu denken.
Routine ist gut, für alle Beteiligten. Den Alltag leben und alles annehmen, was kommt an Reaktionen, Wut und Trauer, egal ob bei den Hunden oder bei euch.
Vielleicht findet ihr sie in manchen Dingen wieder. Manchmal gibt es Tage da habe ich das Gefühl sie ist beim reiten/arbeiten mit Picasso dabei. Ich kann es nicht erklären, warum. Aber ich kann mich daran freuen.